Hallo Ulrich,
zu erst einmal vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Antwort. Ich würde gerne zu dem einen oder anderen Punkt - genau so ehrlich- Stellung nehmen.
deinen Elan in allen Ehren, aber Du schießt mit deiner Vorstellung ganz erheblich über das Ziel hinaus!!!
Was veranlasst dich zu diesem Schluss? Ich finde, sich Ziele zu setzen ist legitim.
Wie willst Du entscheiden was Du fotografieren möchtest, wenn Du es nicht siehst?
Wieso sehe ich das nicht? Bisher habe ich doch auch mit dem Kamerasucher, bzw. Monitor mein Bildfeld eingerichtet. Ich gebe dir aber recht, dass das wahrscheinlich bei entsprechendem Abbildungsmaßstab sehr mühsam ist. Daher habe ich aus der bisherigen Diskussion für mich gelernt, dass ich noch ein Stereomikroskop anschaffen muss. Schaden tut das in der Tat nur dem Geldbeutel...

Du bist Dir schon bewusst, das alleine das Mitutoyo dir beim Bezahlen Haarausfall beschert?
Du kannst dich darauf verlassen, dass wenn ich hier eine Frage stelle, ich mich vorher soweit es mir möglich war über entsprechende Sachverhalte informiert habe. Das schließt Preise von genannten Wunschsetups mit ein. Ich muss zwar für mein Geld auch arbeiten gehen, aber die Beurteilung, was ich mir leisten kann und möchte, lassen wir mangels persönlicher Bekanntschaft lieber bei mir

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Ich bin durchaus der Meinung, dass die Kette zu einem guten Bild (vom Objekt bis zum fertigen Bild) nur so gut ist, wie sein schwächstes Glied. Um nicht durch technische Dinge limitiert zu werden, ist es mir wichtig, dass grundsätzlich immer ich das schwächste Glied in der Kette bin. Das bedingt neben meinem persönlichen Qualitätsanspruch eben auch die entsprechenden Investitionen. Weiters muss das ja nicht alles sofort angeschafft werden. Das kann sich durchaus über ein paar Monate ziehen.
...denn wenn Du nicht weist was Du knipsen willst, weil Du es nicht siehst bzw. gesehen hast, nutzt Dir das alles nichts.
Siehe oben.
Also, komm mal auf den Boden und fange an das Handwerk von der Pieke auf zu lernen.
Wie ich mich eben nochmals überzeugt habe, wirkt die Gravitation auch bei mir zu Hause. Ich kann dir also versichern, dass ich mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehe und mich bester Gesundheit erfreue. Was veranlasst dich zu dem Schluss, dass ich es nicht von der Pieke auf gelernt habe? Auch hier - da wir uns nicht persönlich kennen, sind solche Anspielungen etwas mutig...
Abert trotzdem, da ist bei der Schärfe und Bildausleuchtung noch viel Luft nach oben.
Nun, da ich mit der Makrofotografie erst angefangen habe, ist da sogar ganz sicher noch Potential da. Alles andere würde mich auch erschrecken. Dass vor allem die Ausleuchtung mit einer simplen LED-Schreiptischlampe noch nicht optimal ist, weiß ich wohl, und es ist auch schon eine Optimierung in die Wege geleitet. Aber wie schon geschrieben, Eines nach dem Anderen.
Dass du allerdings die Schärfe in meinen Bildern bemängelst, kann ich indess nicht so wirklich nachvollziehen. Mehr wie scharf geht nicht. Würde mich interessieren, wo dir das Aufgefallen ist. Wo ich allerdings noch erhebliche Probleme habe, ist beim Stacken mit PS. Das liegt allerdings nicht an der Schärfeleistung der Aufnahmekombi, sondern an der Physik (Maßstabsänderung außerhalb der Schärfeebene). Da bleiben immer hässliche, unscharfe Artefakte an Stellen mit großen Schärfetiefensprüngen. Das wird aber bei anderer Stackingsoftware genau so sein, obwohl ein Test mit Helicon Focus noch aussteht.
Wenn Du aber unbedingt losknipsen willst, dann lese dich im Fotoforum ein. U.A. findest Du da einen Bericht von mir, worin ich beschreibe wie man mit überschaubaren Mitteln Kristalle im Millimeterbereich abbilden kann (Bildbreite etwa 3mm, im Crop um 1mm). Vereinfacht gesagt: Digitalkamera->Balgengerät->50mm-Objektiv in Retro-Stellung + Hebemechanik
Letzteres, die Hebemechanik ist der am schwierigsten zu beschaffende Teil, aber lies meinen Bericht, dann wirst Du verstehen was ich hier sabbel.
Keine Bange, ich verstehe durchaus, was du da "sabbelst". Ich habe mir allerdings trotzdem sowohl deinen Bericht durchgelesen, als auch den zugehörigen Thread. Der Bericht liest sich sehr kurzweilig, das ist dir gut gelungen. Ich persönlich habe mich gegen ein Balgengerät entschieden und arbeite mit Verlängerungshülsen, da so ein Balgen doch immer wieder fusselt und dadurch öfters Dreck auf Optik und Chip zu liegen kommt, was eine häufigere Reinigung nach sich zieht, immer mit der Gefahr, dabei etwas zu beschädigen. Außerdem finde ich die Lösung mit dem OAZ als Z-Achse nicht unbedingt glücklich, da die Verstellung damit (also ohne jegliche Skala) nur sehr schlecht reproduzierbar ist. Da ich in der glücklichen Lage bin, mich an meiner recht gut ausgestatteten optischen Bank an allerlei Optomechanik zu bedienen bin ich der Meinung, dass da genauere und entsprechend bedämpfte mechanische Lösungen möglich sind, um der von dir angesprochenen geringen Schärfentiefe der Objektive Rechnung zu tragen. (Bitte als meine persönliche Meinung betrachten)
Bei deinem Beitrag im Thread sind mir allerdings ein paar Punkte aufgefallen, wo ich etwas anderer Meinung bin (die Physik übrigens auch). Ich finde es äußerst löblich, dass du dir die Mühe machst, Sachverhalte zu erklären. Davon können Alle partizipieren. Trotzdem sollte man gerade dann auf sachliche Richtigkeit achten.
Dass eine teure Ausrüstung kein Garant für gute Aufnahmen ist, damit hast du uneingeschränkt recht, aber dann ist zumindest die Technik nicht der limitierende Faktor (schrieb ich ja bereits). Vergessen will ich daher weder Mitutoyos, noch Laminare, warum auch?
Es gibt Spezialisten die beherrschen die Technik, aber speziell bei Mindat.org sieht man Reihenweise Bilder die mit teuerstem Equipment gemacht wurden, deren Qualität aber mehr als zu wünschen übrig lässt.
Nun, ich bin der festen Überzeugung, dass auch diese Profis mit den genannten Objetiven einmal angefangen haben. Dass da nicht sofort alles perfekt läuft, erwarte ich. Aber auch das ist erlernbar. Ich war so frei, und habe mir mal deine Bilder hier angesehen. Das letzte war zwar von 2011, und ich bin mir sicher, dass deine jetzigen Bilder deutlich besser sind, aber eine Qualität, welche zu oben zitierter öffentlicher Feststellung bezüglich anderer Bildautoren (z. B. auf Mindat) führt, kann ich bei vorliegendem Material nicht erkennen und gehe davon aus, dass das deine persönliche Wahrnehmung (und damit auch völlig in Ordnung) ist.
Alles in Allem hoffe ich, dass du das nicht falsch verstehst. Ich habe mir nur erlaubt, genau so ehrlich zu antworten und es ist nicht persönlich gemeint. So, jetzt muss ich mich mal bei den Stemis (gemeint als Abkürzung für "Stereomikroskop" nicht als Markenname) umsehen, denn das brauche ich ja offensichtlich...

Nichts desto trotz verbinden uns auf jeden Fall zwei Dinge: Die Freude an einem guten Whisky und die Astrofotografie, welche ich hauptsächlich als Hobby betreibe...
In diesem Sinne nochmals Danke für deine Gedanken,
Gruß Markus