Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Kleinkogel, Schwaz Posnjakit
Peter Haas:
Langit ist äußerst formenreich. Es mag sein, dass in bestimmten Lagerstätten bestimmte Formen bevorzugt auftreten, aber auch das ist keineswegs sicher. Mit dem Vergleich von Material aus verschiedenen Lagerstätten sollte man aber in jedem Fall äußerst vorsichtig sein.
In einem älteren Lapis-Heft (ich hab' es auf die Schnelle nicht gefunden, werde aber weiter suchen) sind mehr als 15 Formen von Langit-Kristallen abgebildet. Langit von der Typlokalität (Fowey Consols) bildet tiefblaue Krusten aus leistenförmigen und isometrischen, tafeligen Kristallen. Stufen aus den Bedford United Mines bei Gulworthy, Devon, die Mitte der 1980er Jahre auf den Markt kamen, zeigen himmelblaue nadelige Kristalle, die auch zu fiederigen dendritischen Aggregaten verwachsen sein können. In den Vogesen wiederum gibt es eine Fundstellen, die hell bläulich grüne kurzprismatische Kristalle geliefert hat. In meiner Sammlung habe ich eine kleine Stufe mit analytisch bestätigtem Posnjakit vom Kleinkogel - die Kristalle sind von meinen cornischen Langiten kaum unterscheidbar ...
Einer meiner cornischen Freunde gab mir im Frühjahr 2002 eine untertage geborgene Stufe mit hellblauen, undeutlich ausgebildeten stengeligen Kristallen, die er für Langit hielt. Unmittelbar zwischen den Stengeln saßen blaß grünlich blaue tafelige Kristalle mit anscheinend hexagonaler Symmetrie. Der in der ersten Euphorie geäußerte Verdacht, es könnte sich um Chalkophyllit handeln, wurde schnell wieder verworfen, da auch im weiteren Bereich der Fundstelle keine Mineralien anzutreffen sind, die als Arsentalieferanten in Frage kommen. Mit rein visuellen Mitteln wurde dieses Mineral dann schließlich als Namuwit identifiziert. Unter dem Binokular sahen die Kristalle auch tatsächlich wie Namuwit aus. Ich hatte allerdings gewisse Zweifel, da die fragliche Fundstelle ausgesprochen zinkarm ist; aus geochemischer Sicht ist die Bildung von Namuwit unter diesen Umständen kaum zu erklären. Die Analyse ergab schließlich, dass es sich sowohl bei den stengeligen als auch bei den tafeligen Kristallen um Langit handelte. Außerdem wurde ein dritter Habitus festgestellt, der mit den beiden erstgenannten auf einer Fläche von wenigen Quadratmillimetern zusammen auftritt.
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