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Ätzkalipräparation
amaltheus:
Im Kurzdurchgang ...
Äzkali (Kaliumhydroxid) ist ein Lauge die es in fester Form (weiße Plättchen) gibt.
Diese legt man auf den Ton oder den Mergel der "weggeätzt" werden soll.
Nach wenigen Stunden hat sich dann das weiße Atzkaliplättchen aufgelöst und
das "Gestein" darunter ist weich geworden wie Brei so dass man es abwaschen kann.
Das Problem ist, dass die Lauge in den Stein reinkricht und diese wieder
raus muß d.h. neutralisiert werden muß. Ansonsten bröselt das Fossil und
verdreckt die Sammlung und irgendwann kann es sogar auseinanderfallen wenn
die Lauge tief genug eingedrungen war.
Bevor Du mit der Ätzkalipräparation anfängst, solltest Du Dich also genauestens
informieren wie der Ablauf genau ist. Wichtig ist vorallem die Neutralisation
nach Abschluß der Präparation.
Ich selber habe die Präparation mit Ätzkali schon vor einigen Jahren wieder
eingestellt da es ein richtige "Sauerei" war damit umzugehen. :-\
Ich bevorzuge wieder die mechanische Präparation (incl. Strahlen).
Weil die Lauge sehr aggresiv ist muß man sehr vorsichtig damit umgehen !!
Wenn das Zeugs in kleine Wunden reinkommt ... das tut nicht besonders gut.
- Thomas -
Unter: http://www.ap-h.de/72%20Chemisch.htm
findest Du auch noch Tipps zur Präparation mit Säuren u. Laugen.
--- Zitat ---... Für die Feinpräparation kannst Du ein Sandstrahlgerät benutzen (sofern vorhanden) ansonsten das gute alte Ätzkali.
Wie funktioniert das mit dem Ätzkali denn?
--- Ende Zitat ---
Joachim:
Hallo Sammlergemeinde
Auf besonderen Wunsch habe ich den Beitrag mal vom Ursprünglichen Thema getrennt!
Es wäre ja schade wenn diese klasse Erklärung zur Präparation von Thomas in einem Thread übersehen wird! ;)
Gruss Joachim
Saccharomyces:
Dank dir Joachim ;D
Hab dein SKript auch schon bekommen, Thomas vielen Dank.
Und gleich meine erste Frage an alle. Eignet sich KOH zum präparieren von Ceratiten oder als Präparationshilfe?
Björn
Profipräp:
Hallo ihr alle,
konnte ne Weile nicht antworten, da ich mit grippe das Bett hüten musste. Hier also meine Kommentare zur Ätzkalipräparation:
1. Ätzkali ist definitiv eine Lauge = Base (Säure ist das Gegenteil von Lauge).
2. es ist nicht die Lauge, die die Probleme macht, sondern die dabei entstehenden Salze, die nach ungenügender Wässerung nach der Trocknung auskristallisieren und weiße Beläge verursachen oder zur Sprengung des fossils führen können.
3. Um diese unliebsamen Effekte zu minimieren hier ein paar Tricks: die aufgelegten Ätzkaliplätzchen etwas anfeuchten und dann das ganze mit Zellstoff einwickeln. Das verhindert ein zu tiefes Eindringen der Lauge und der Salze. Anschließendes Neutralisieren mit Essigsäure ist auch hilfreich und notwendig für die Entsorgung (Kontrolle mit Universalindikatorpapier bis neutral).Wässern mindestens 4x so lange, wie die einwirkungszeit er Lauge war. Beim Trocknen nach dem Wässern Fossil wieder in Zellstoff einwickeln, so dass Restsalze im Zellstoff landen und nicht auf der Fossiloberfläche verbleiben.
4.Grundsätzlich mache ich selbst nur selten was mit Ätzkali und wenn, präpariere ich so weit wie möglich mechanisch und mit Strahlgerät und nur das, was anders nicht geht wird mit Ätzkali gemacht.
Gruss
Profipräp
Fossilea:
Hallo miteinander,
ich habe den Eindruck, dass es immer schwieriger wird, Ätzkali für die chemische Präparation zu bekommen. Kennt jemand Bezugsquellen ?
Schöne Grüße
Jakob
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