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Farbstabilität von Fluorit
Ulrich Ratlos:
Einige Fluoritsammler bewahren ihre Schätze in völlig abgedunkelten Räumen oder Schränken oder in Schubladen auf, um die Farben der Fluorite zu erhalten. Ist eine solche Vorsichtsmaßnahme für alle Fluorite notwendig oder verlieren nur Fluorite von bestimmten Fundorten ihre Farbe? Müssen die Fluorite nur vor direkter Sonneneinstrahlung oder generell vor Tageslicht geschütz werden? Gibt es Erfahrungen zu einzelnen Fundorten z. B.:
Berbes oder generell Asturien
Elmwood und Illinois
Melchor Muzquiz
Erongo
Yaogangxian oder generell China
Riemvasmaak
Weardale
Pasto Bueno
Andere?
Ulrich
woelsendorfer:
Hallo Ulrich,
--- Zitat ---Einige Fluoritsammler bewahren ihre Schätze in völlig abgedunkelten Räumen oder Schränken oder in Schubladen auf
--- Ende Zitat ---
ich bewahre meine Fluorite von Anfang an, seit Sammlungsbeginn mit Fluoriten 1986, in abgedunkelten Vitrinen bzw. in dunklen Räumen auf. Auf keinen Fall fällt Sonnenlicht in die Vitrinen ein und im Sommer habe ich immer die Rollladen unten, weil nicht alle Vitrinen bei mir ein innenliegendes Rollo haben.
Fluorite die ich gekauft habe, überwiegend von Bergleute, stammen fast nur aus gleichwertig aufbewahrten Sammlungen, in erster Linie aus Kellersammlungen oder aus Sammlungen die aus Räumen stammen wo nur das Rollo hochgezogen wurde, wenn sich einer die Sammlung angesehen hat.
Bei mir und von Sammlern die ich gut kenne geschieht das als reine Vorsichtsmaßnahme ... dazu gehört auch, dass entsprechende Lichtquellen in den Vitrinen nicht allzu lange an bleiben. Leihgaben aus meinre Sammlung an Museen würde ich aus diesem Grund nicht zustimmen. Ebenfalls reine Vorsichtsmaßnahme.
Ich habe Wölsendorf(Fluorite) gesammelt und aus dem Wölsendorfer Revier sind die blauen Varietäten zum Teil, z.B. Schwarzachstollen sehr empfindlich gegen Sonneneinstrahlung und ich bin der Meinung auch Tageslichtempfindlich. Es gib aus dem Wölsendorfer Revier weitere Beispiele ... ein Beispiel aus meiner Ausarbeitung zum Wölsendorfer Revier, Grube Cäcilia:
--- Zitat ---Die zonar, als auch lateral im Grubenbereich wechselnde Färbung ( im Osten die dunklen, im Westen die hellen Varietäten ) ist äusserst empfindlich gegen Licht und Wärme. Am starken Licht bleichen viele Flußspäte nach wenigen Tagen aus. Ein Teil des wasserklaren optischen Flußspates dürfte wohl seine letzte Klärung der Einwirkung des Lichtes verdanken.
Hinweis dazu: Ein Sammler berichtete mir, dass die Wärme des Daumens auf einen kalten Kristallwürfel ausreichen würde um in diesem feinste Risse auszulösen.
--- Ende Zitat ---
Da ich nicht ausprobieren möchte welche stabil sind und welche nicht, handhabe ich das so wie oben geschildert und viele meiner Sammlerkollegen ebenfalls. Bedeutet auch, dass ich darauf achte bzw. frage wie sie aufbewahrt worden sind.
Netten Gruß
Micha
Philip Blümner:
Hallo,
das Thema wurde u.a. erst vor kurzem hier behandelt:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,40829
LG Philip
Ulrich Ratlos:
Hallo Philip,
genau dieser Beitrag ist der Grund für meine Fragen. Wird doch erwähnt, dass die Farbstabilität von Fluoriten von Fundstelle zu Fundstelle sehr unterschiedlich sein kann. Ich wollte deshalb wissen, ob es Erfahrungern zu bestimmten Fundstellen gibt.
Gruß
Ulrich
cmd.powell:
--- Zitat von: Ulrich Ratlos am 04 Jan 16, 20:02 ---Ich wollte deshalb wissen, ob es Erfahrungern zu bestimmten Fundstellen gibt.
--- Ende Zitat ---
Moin Ulrich
Sicher gibt es Erfahrungen. Ich kann z.B. bestätigen, das die violetten Fluorite vom Holzmühlentalbruch bei Flechtingen definitiv im Licht blasser werden. Ob die anderen Farbvarietäten von dort ebenfalls verblassen, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen.
Allgemein lässt sich sagen, das diverse fremdgefärbte Minerale, zu denen nun mal auch der Fluorit gehört (CaF2 ist farblos) dazu neigen, ihre Farbe zu verlieren. Wie und in welchem Umfang das geschieht hängt von der Art der Farbgebung ab, z.B. Gitterstörungen, Fremdelemente etc. Diese verschiedenen Arten der Farbgebung variieren von Fundort zu Fundort, können dort auch von Fund zu Fund variieren und somit lässt sich nichts pauschales sagen. Wenn Du also etwas genaueres zu der Farbstabilität der Fluorite von bestimmten Fundorten wissen möchtest, solltest Du a. Fundortliteratur studieren, b. hoffen, das sich hier noch viele Mitglieder zu dem Thema äußern und/oder c. es so machen wie Micha und alle Fluoritstufen vor Licht schützen.
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