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Autor Thema: Silber aus Chrysokoll herauslösen  (Gelesen 2204 mal)

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Offline ankerit

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Silber aus Chrysokoll herauslösen
« am: 30 Jan 16, 16:45 »
Hallo Präparationsspezialisten,
ich besitze eine kleine Stufe aus der Grube Clara, bei der in Chrysokoll Silber eingebettet ist.
Frage: wie kann ich den Chrysokoll entfernen um so das Silber besser zur Geltung kommen zu lassen?
Ich bedanke mich schon im Voraus
Bald geht's wieder auf dei Sammelhalde in Wolfach !!

Glück auf
Günther

Offline harzgeist

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Re: Silber aus Chrysokoll herauslösen
« Antwort #1 am: 30 Jan 16, 17:47 »
Wenn es die übrige Matrix zulässt, solltest du mit Salzsäure ein Stück weiter kommen. Der Chrysokoll wird zwar nicht vollständig gelöst, sondern zu einem Gel aus Kieselsäure umgesetzt. Wenn sich das nicht mechanisch beseitigen lässt (Ultraschall), kann es in Natronlauge gelöst werden, allerdings darf es zwischenzeitlich nicht austrocknen und löst sich um so besser je frischer es ist.
Eventuelle Beeinträchtigungen des Silbers (die nicht zu erwarten sind) können mit Ammoniak (Salmiakgeist) beseitigt werden.

Thomas

Offline carsten slotta

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Re: Silber aus Chrysokoll herauslösen
« Antwort #2 am: 31 Jan 16, 01:00 »
Hallo Thomas,

das klingt interessant. Hast du das mal selbst ausprobiert an Stücken von der Clara? Das Silber dürfte jedoch mit Salzsäure unansehnlich dunkel bis schwarz anlaufen fürchte ich.....

GA
Carsten


Offline harzgeist

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Re: Silber aus Chrysokoll herauslösen
« Antwort #3 am: 31 Jan 16, 02:57 »
Hallo Carsten,

Normalerweise wird Silber von Salzsäure weder gelöst noch geschwärzt.
Es kann jedoch vorkommen, dass an Stufen aus der Oxydationszone auch Manganminerale beteiligt sind. Diese würden mit der Salzsäure zu elementarem Chlor reagieren und das wiederum würde das Silber mit einer weißen Schicht aus Silberchlorid überziehen, welches jedoch in Ammoniak löslich ist.
Es könnte auch der Fall eintreten dass sulfididische Erze anwesend sind, die mit Salzsäure reagieren. Das kommt aber auch darauf an, um welches Sulfid es sich genau handelt, z.B. würde Zinkblende Schwefelwasserstoff frei setzen, Pyrit jedoch nicht. Schwefelwasserstoff verfärbt das Silber in der Tat schwarz.
Ich gehe aber nicht davon aus, dass an einer Chrysokollstufe noch Sulfide vorhanden sind - die sind sehr wahrscheinlich schon auf natürliche Weise oxydiert.
Aber selbst wenn... Das wäre auch nicht weiter tragisch, ein kurzes Bad in Salpetersäure beseitigt den Belag - allerdings auch das Silber, wenn man es zu lange drin lässt !! Deshalb wirklich nur eintauchen und sofort abspülen.
Falls eine der genannten "Komplikationen" gegeben sein sollte, musst du natürlich mit einem gewissen Glanzverlust rechnen, aber hochglänzend wird das Silber unter dem Chrysokoll ja sowieso kaum sein.

Ach ja, da die Clara nicht mein Sammelgebiet ist habe, kann ich keine praktischen Erfahrungen vorweisen. Es könnte aber schon etwas dauern, bis der Chrysokoll umgewandelt ist.

Glück Auf
Thomas

 

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