Hallo Carsten,
Normalerweise wird Silber von Salzsäure weder gelöst noch geschwärzt.
Es kann jedoch vorkommen, dass an Stufen aus der Oxydationszone auch Manganminerale beteiligt sind. Diese würden mit der Salzsäure zu elementarem Chlor reagieren und das wiederum würde das Silber mit einer weißen Schicht aus Silberchlorid überziehen, welches jedoch in Ammoniak löslich ist.
Es könnte auch der Fall eintreten dass sulfididische Erze anwesend sind, die mit Salzsäure reagieren. Das kommt aber auch darauf an, um welches Sulfid es sich genau handelt, z.B. würde Zinkblende Schwefelwasserstoff frei setzen, Pyrit jedoch nicht. Schwefelwasserstoff verfärbt das Silber in der Tat schwarz.
Ich gehe aber nicht davon aus, dass an einer Chrysokollstufe noch Sulfide vorhanden sind - die sind sehr wahrscheinlich schon auf natürliche Weise oxydiert.
Aber selbst wenn... Das wäre auch nicht weiter tragisch, ein kurzes Bad in Salpetersäure beseitigt den Belag - allerdings auch das Silber, wenn man es zu lange drin lässt !! Deshalb wirklich nur eintauchen und sofort abspülen.
Falls eine der genannten "Komplikationen" gegeben sein sollte, musst du natürlich mit einem gewissen Glanzverlust rechnen, aber hochglänzend wird das Silber unter dem Chrysokoll ja sowieso kaum sein.
Ach ja, da die Clara nicht mein Sammelgebiet ist habe, kann ich keine praktischen Erfahrungen vorweisen. Es könnte aber schon etwas dauern, bis der Chrysokoll umgewandelt ist.
Glück Auf
Thomas