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Autor Thema: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage  (Gelesen 29430 mal)

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Offline Jean Parker

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #30 am: 27 Jan 16, 14:52 »
Natürlich ist Kinderarbeit im Bergbau in Deutschland eben kein Fakt bzw. Tatsache, aber darum geht es auch nicht und es geht auch nicht konkret um den Bergbau. Der Stollen dient lediglich als Schauplatz der Erzählung. Wir hätten genauso gut eine andere Begebenheit wählen können, wie z.B. eine Textilfabrik in Bangladesh.

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #31 am: 27 Jan 16, 14:56 »
Wer will denn genau wissen,dass mit "halblegalen Bergbaufirmen" nicht auch in Deutschland Profit gemacht werden soll bzw. wird.

Ganz genau! Danke dir :)

Wir haben aus euren Vorschlägen auf jeden Fall schon was gewonnen, das uns weiter hilft. Vielen Dank dafür an euch.

Viele liebe Grüße
Leon

Offline nwsachse

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #32 am: 27 Jan 16, 15:04 »
Nur als Hinweis: In Deutschland gibt es keine halblegalen oder illegalen Bergbaufirmen.


Jörg N.

Offline Jean Parker

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #33 am: 27 Jan 16, 15:14 »
Nur als Hinweis: In Deutschland gibt es keine halblegalen oder illegalen Bergbaufirmen.


Jörg N.

Und da kommt dann die künstlerische Freiheit ins Spiel, die es uns erlaubt illegale Bergbaufirmen zu erschaffen.

Offline nwsachse

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #34 am: 27 Jan 16, 15:18 »
Naja, dann erschafft mal, es ist kein Kraut dagegen gewachsen.

Offline Jean Parker

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #35 am: 27 Jan 16, 15:51 »
Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich diese ganze Diskussion nicht. Ein paar Autoren wollen ein Buch schreiben und fragen diesbezüglich in einem Mineralienforum um Hilfe und bekommen das Projekt schlecht geredet.
Sorry, dass entzieht sich meiner Toleranz, die ich jeden einzelnen Menschen gegenüber an den Tag lege. Eure Leidenschaft sind Mineralien und unsere das Schreiben von Büchern, die den Menschen etwas vermitteln sollen und dafür werden wir angegangen. Man behauptet wir würden den Bergbau schlecht machen, dabei kennt keiner von euch das Storyboard.
Wieso können einige es nicht hinnehmen, dass es Menschen gibt die sich der künstlerischen Freiheit bedienen, um eine tiefgreifendere Botschaft zu vermitteln?

Offline skibbo

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #36 am: 27 Jan 16, 16:15 »
Zitat
Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich diese ganze Diskussion nicht.

Das schöne an so einem Forum ist, dass man nicht nur eine Antwort bekommt sondern viele verschiedene Aspekte von unterschiedlichsten Leuten.
Es steht jedem Teilnehmer frei auf einen Beitrag einzugehen oder nicht, dadurch hat man als Fragesteller weitestgehend das Steuer in der Hand welche Richtung so eine Diskussion nehmen soll(te). Dass nicht nur Antworten kommen werden, die man erwartet, ist normal und Teil einer Diskussion.
In eurem Fall würde ich nun gezieltere Fragen stellen (z.B. auch solche, die ihr euch als "Fachfremde" im Zusammenhang mit Bergbau/Mineralogie stellt) oder weitere Details über euer Projekt erzählen. Es wird immer jemanden geben, der/die sich der Sache annimmt und weiterhelfen kann und will.

Grüße,
Stefan

Jürgen55

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #37 am: 27 Jan 16, 18:13 »
Hallo Sammlerkollegen !

Es macht doch schon Sinn, etwas sich etwas genauer zu informieren oder Fachleute um Rat zu fragen.

Eine Aussage, Quarz ist gefährlich, wegen einer möglichen Silikose ? ! ? Das müßte ja im Umkehrschluß heissen, alle Bergkristall- , Amethyst-, Rauchquarz und Citrinsammler schweben in großer Gefahr ? Ganz abgesehen von den Händlern dieser Produkte auf Mineralienbörsen und Weihnachtsmärkten !

Die Wirklichkeit ist, dass Quarzfeinstaub mit einer Korngröße unter 5my lungengängig ist und bei langjähriger Einatmungszeit z.B. im Bergbau vor vielen Jahrzehnten, als noch trocken gebohrt wurde, zur Krankheit Silikose führen konnte. Die Bundesknappschaft Bochum könnte sicherlich Auskunft geben über die damaligen Zahlen von Silikoseerkrankten, auch im Steinkohlebergbau Deutschlands. Und natürlich über den Rückgang der Erkrankungen seit Einführung der Präventivmaßnahmen.

Schon seit meinen ersten Schichten unter Tage 1974 auf dem Steinkohlenbergwerk Friedrich - Heinrich wurde jedem Mitarbeiter arbeitstäglich eine neue Staubmaske zur Verfügung gestellt, die auch getragen wurde, wenn Steinstaub auftrat, da er Quarzfeinstaub enthalten konnte.
Das Thema Silikose ist dadurch bei uns im Steinkohlenbergbau schon Jahrzehnte kein Thema mehr.

Übrigens sagen Fachmediziner: Kohlestaub ist nicht gesundheitsgefährdend, es sei denn er ist Ausgangspunkt für eine Kohlenstaubexplosion, wie sie leider in einigen Ländern außerhalb Europas wohl als Folge einer Methangasexplosion vorgekommen ist. Aber das ist immer im Zusammenhang mit schlechten Sicherheitsstandards zu sehen, Sicherheit kostet Geld.

Mit freundlichem Glückauf Jürgen   

 
 

Offline smoeller

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #38 am: 27 Jan 16, 22:57 »
Hallo,

Bis 1825 war Kindearbeit in England im Steinkohlenbergbau verbreitet und das sah in D bzgl. des Erz- und Kohlenbergbaues ganz sicher nicht immer anders aus. Gerade dann, wenn abbauwürdige Schichten/Flöze sehr niedrig waren, z.B. im Mansfelder Kupferbergbau, wurden die Streckenhöhen nach der Höhe der Flöze bemessen, nicht nach der Größe der Bergleute. Kinder hatten da große Vorteile, sie waren klein und sparten damit eine Menge Streckenhöhe ein. Zudem waren sie günstiger als gelernte Bergleute. Frauen und auch Kinder arbeiteten übertage an den Scheidebänken, wo das gewonnene Erz durch Abschlagen von erzfreiem Gestein grob aufbereitet wurde.
Erst Mitte des 19. Jhd. setzte sich die moderne Auffassung zum Thema Kinderarbeit in den Industriestaaten durch.

Realgar ist durchaus ein weiteres Problem in einigen Bergbaubetrieben gewesen, das ist rotes Arsensulfid.

Etwas ganz anderes sind skrupellose Hüttenbetriebe, diese verursachen weitaus mehr Umweltschäden als Bergwerke. Früher war das Rösten von Erzen üblich, die Schwefel, Arsen oder Antimon in reduzierter Form enthielten (sog. Sulfide, wie Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies, Pyrit). Dabei wird Schwefel oxidiert und es entsteht schwefelige Säure, ein wichtiger Bestandteil von saurem Regen. Auch wird dann der Arsengehalt, etwa im Arsenkies, der die Erze begleitet, zu Arsenik (Arsentrioxid) oxidiert, so Hittrach oder Hüttenrauch, der an den Wänden der Abgasanlagen kristallisiert. Früher ein ernstzunehmendes Problem gewesen, da hochgiftig und krebserregend. Oft eden auch heute noch Abfälle der Aufbereitung von Erzen nur unzureichend entsorgt oder Deponien in fahrlässiger Weise gebaut. Man denke an gebrochene Dämme von Schlämmteichen bei der Alu-Erzeugung in Rumänien oder Brasilien. Selbst der Laugenteich der Uranaufbereitung in Ellweiler (Rheinland-Pfalz) war über Jahre undicht, so dass radioaktives und giftiges Uran in den Boden sickern konnte. Als es mit dem U-Bergbau in Westdeutschland zu Ende ging (1991), war die Gewerkschaft Brunhilde pleite und die Zeche zahlte der Staat.

Glück Auf!
Sebastian

Offline ein-Knopf

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #39 am: 27 Jan 16, 23:21 »
So, nachdem Jean mir nun aus der Seele gesprochen (bzw. geschrieben) hat und das Thema damit geklärt wäre, machen wir weiter mit dem, wonach ich eigentlich suche: Infos Infos Infos!

Bleiben wir mal beim Quarz, da das jetzt schon öfters in den Raum geworfen wurde.
Als Händler der hübschen Steinchen hat man sicher keine Probleme, aber wenn es trocken gebohrt tatsächlich schlimm ist, kann dieses Mineral in Frage kommen.
Ist Quarz denn das eigentliche Produkt, das abgebaut wird, oder ist das einfach zwangsweise dabei, wenn man an was ganz anderes möchte? Und wenn es gezielt abgebaut wird, wofür? Ich glaube, Fenster macht man damit, oder?

@ Jürgen55:
Hatte jemand von euch trotzdem mal versehentlich den Steinkohlestaub eingeatmet? Wie hat sich derjenige dann gefühlt, bzw. musste der "bloß" husten oder wars schlimmer?

@ smoeller:
Und dabei ist Realgar so unglaublich hübsch ;)
Habe es gerade mal gegoogelt, aber da kam irgendwie nichts gescheihtes bei raus, deswegen meine Frage an dich: Ist ein Hüttenbetrieb die Fabrik, die das Rohmaterial anschließend ver- oder bearbeitet?

Offline Salzhase

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #40 am: 28 Jan 16, 00:12 »
So, jetzt reden wir mal Klartext:
Die Herren Romanverfasser haben vom Bergbau keine Ahnung, wollen aber darüber schreiben ::)
Ihr schreibt Ihr wollt dem Bergbau nicht schaden, aber genau das tut Ihr.
Ihr seit so unbedarft wie ein dreijähriges Kind dem man Streichhölzer und Benzinkanister zum Spielen gibt.
Klar, Ihr habt die künstlerische Freiheit die Realität so hinzubiegen wie es Euch passt (Kinderarbeit, illegale Bergbauunternehmen u.s.w.)
das Problem ist vollgendes, schreibt man einen Roman über Zauberer, Drachen, Elfen oder die kleinen grünen Männchen vom Mars
merkt jeder es ist eine Fiktion, Bergbau ist aber real, und da die meisten Menschen vom Bergbau auch keine Ahnung haben,
wird das was Ihr schreibt geglaubt und als bare Münze genommen

Glück Auf
Olaf

Offline skibbo

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #41 am: 28 Jan 16, 07:30 »
Zitat
Die Herren Romanverfasser haben vom Bergbau keine Ahnung, wollen aber darüber schreiben

Hallo Olaf,

und genau aus diesem Grund wenden sie sich an uns und stellen ihre Fragen. Sie mögen zwar aktuell noch wenig Ahnung von unserer Materie haben, aber wärst du anders herum betrachtet dazu in der Lage einen Roman zu schreiben? Es ist anzuerkennen, dass die beiden sich informieren wollen. Das nicht alle Fragen auf dem "Niveau" der langjährigen Sammler liegen ist völlig legitim, niemand wurde mit seinem Wissen geboren...

Grüße,
Stefan

Offline stoanklopfer

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #42 am: 28 Jan 16, 10:08 »
... die Informationen sind doch recht sperrlich und meistens erreicht man diese "Funde" nur hydrothermal ...

Ist Quarz denn das eigentliche Produkt, das abgebaut wird, oder ist das einfach zwangsweise dabei, wenn man an was ganz anderes möchte? Und wenn es gezielt abgebaut wird, wofür? Ich glaube, Fenster macht man damit, oder?

Nur zwei Beispiele dafür, daß man besser die Finger von Themen lässt, von denen man keine Ahnung hat (nebenbei: auch von deutscher Rechtschreibung). Infos gut und recht, aber ich mache mich auch nicht "schlau" über Atomphysik (von der ich keine Ahnung habe) und schreibe dann ein Buch zu diesem Thema....


Offline Salzhase

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #43 am: 28 Jan 16, 10:25 »
@skibbo:
vom Prinzip her gebe ich dir Recht, es wird niemand mit seinem Wissen geboren,
was mich stört ist wie das erworbene Wissen angewandt werden soll

Nachtrag: Wer mal einen gesellschaftskritischen Roman mit Bezug um Bergbau lesen möchte ,
dem empfehle ich den Roman ,,Gold" von Dimitri Mamin-Sibirjak

Glück Auf
Olaf

Jürgen55

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Re: Auf der Suche nach giftigen Mineralien unter Tage
« Antwort #44 am: 28 Jan 16, 10:26 »
Hallo Sammlerfreunde, ein - Knopf und Frau Jean Parker !

 Zum Kohlestaub:
Ich möchte hier für mich sprechen. Natürlich atme ich auch mal Kohlestaub unter Tage ein, auch wenn durch intensive Wasserbedüsung bei der Gewinnung im Streb und beimTransport der Kohle zum Schacht an allen Förderband - Übergabestellen weitere Wasserbedüsungen den Staub binden.

Ich bekomme bei Kohlestaub gar keinen Hustenreiz und mein Befinden ist dabei  ganz positiv.  Mein Arzt bescheinigt mir, dass ich, auch nachdem ich seit 42 Jahren immer wieder unter Tage bin, kerngesund bin.

Und, wie ich schon geschrieben habe, seit vielen Jahrzehnten schützen sich die Bergleute mit Feinstaubmasken gegen den Quarzfeinstaub, der vor allem beim Streckenvortrieb auftreten kann. Diese Masken filtern genau den sog. lungengängigen Quarzstaub, der < 5 my ist, aus der Atemluft raus.

Für mich ist der Besuch unter Tage und das Erlebnis, wie in über 1.000 Meter Tiefe (der Bergmann sagt "Teufe") die Bergleute mit unseren Gewinnungsmaschinen die giltzernde Kohle abbauen, auch wenn es dort warm und auch feucht ist, ein sehr positives Gefühl.

Noch gestern war ich in 1.500 Meter Teufe in einem Abbaubetrieb.

Wer hat schon die Möglichkeit, in 2 Minuten bis zu 1.500 Meter tief den Schacht runter zu fahren und diese besondere unter Tage Welt zu erleben. Eine weitere wichtige Erfahrung seit 42 Jahren ist die Kameradschaft unter Tage. Da man sich immer 100 % auf seinen Kollegen verlassen können muß, schweisst das sehr zusammen. Jeder hilft jedem und weiß, dass er auch immer volle Hilfe bekommt. Neue Mitarbeiter, die diese Zusammenarbeit und diesen Zusammenhalt nicht pflegen, merken schnell, daß sie den falschen Beruf oder Arbeitsplatz gewählt haben und sind schnell wieder weg. Ich habe selbst viele Jahre erlebt, wie Bergleute, die schon länger in Rente waren, sich mehrmals in der Woche mit ihren ehemaligen Kollegen auf dem Bergwerk getroffen haben und über Gott und die Welt und ihre Unter Tage Erlebnisse gesprochen haben. Zum Schluß wurde gemeinsam geduscht, wie früher. Wir nannten das das "Rentnerduschen". So groß war der Zusammenhalt.

Aber die Arbeit unter Tage birgt auch noch eine andere Möglichkeit:
Nebenher kann man, wenn man die Augen offen hält, auch im Kohlenbergbau interessante und schöne Mineralien finden.


Mit freundlichem Glückauf Jürgen