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Autor Thema: Lötrohr  (Gelesen 41888 mal)

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Offline rheinkiesel

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Lötrohr
« am: 12 Apr 05, 18:57 »
Hallo zusammen,  :)

Ich hab da mal wieder eine komische Frage: ???

in vielen Büchern liest man "... schmilzt vor dem Lötrohr ..." oder ähnliches als Bestimmungsmerkmal für Mineralien.
Auch hier im Forum wurde solches schon mal erwähnt.

Ich hab ein bißchen versucht mehr darüber herauszufinden, aber ... es klingt zwar ganz schön faszinierend,
aber auch ganz schön schwierig  :P und kaufen kann man es ja wohl auch nirgends...

Arbeitet denn wirklich noch irgend jemand mit so einem Ding ? ???

Gruß aus dem Schwabenland :D

Rheinkiesel





Offline McSchuerf

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Re: Lötrohr
« Antwort #1 am: 12 Apr 05, 19:15 »
Hallo Cordula,

schau mal bitte bei folgendem Link unter Stichwort: 'Lötrohrprobierkunde'....in Lapis gab's auch schon einige Artikel dazu.. ;)

http://www.computer-telephony.de/mineralien/lexikon.html;internal&action=_framecontent.action&Target=allesrechts

da steht dann...Untersuchung von Schmelzreaktionen und Flammenfärbung bei Mineralien mit Hilfe eines Lötrohrs.

Diese Methode wird sicher noch von vielen Sammlern, etc. praktiziert, denke ich. Ich gehöre allerdings nicht dazu.
Mein Vater hat Lötrohre und kennt sich damit ganz gut aus.. ;)

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 12 Apr 05, 19:17 von McSchuerf »

Offline uwe

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Re: Lötrohr
« Antwort #2 am: 13 Apr 05, 09:08 »
Hallo Peter,

Du bist zu beneiden, wenn Dein Vater mit dem Lötrohr umgehen kann. Dann solltest Du unbedingt bei Ihm in der "Lehre" gehen.

Ich habe es selbst oft - und meist erfolglos - versucht. Allein das gleichmäßige Balsen, bei dem man nebenbei noch atmen muß ist eine Kunst für sich. Auch die Beschaffung der speziellen harten Holzkohle ist nicht so einfach. Wenn man die nötige Erfahrung hat, kann man damit allerdings viel erreichen.

Mein einziger Lötrohrerfolg war die Bestimmung einer blauen Kruste als Ilsemanit, was später von Herrn Dr. Witzke auch bestätigt wurde.

Vielleicht sollten wir eine  Diskussionsrunde zum Lötrohr aufmachen, um diese alte Bestimmungskunst weiter zu pflegen ?

Glück Auf
Uwe

Offline Philip Blümner

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Re: Lötrohr
« Antwort #3 am: 13 Apr 05, 09:29 »
Hallo!

Das ist sicher keine schlechte Idee! Mit Flammenfärbung habe ich öfters gearbeitet, allerdings nie privat
in den eigenen vier Wänden. Für einfache Mineralien sicher ganz nützlich, aber für komplexe mit vielen
verschiedenen Metallen ungeeignet, würde ich mal behaupten. Übrigens, ich habe zur Flammenfärbung
sehr interessante Eselsbrücken gestellt, über die ich oft belächelt wurde  ;)

Gruß
slugslayer

Offline rheinkiesel

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Re: Lötrohr
« Antwort #4 am: 13 Apr 05, 09:43 »
 

Vielleicht sollten wir eine Diskussionsrunde zum Lötrohr aufmachen, um diese alte Bestimmungskunst weiter zu pflegen ?

Glück Auf
Uwe

Das wäre klasse, aber ich glaube dass mangels Praxis die Sache bald wieder einschlafen würde ... echt traurig. Ich glaube mit der Lötrohrkunde ist es wie mit vielen alten Handwerken, da ist ein echter Wissensschatz, der da still und leise verloren geht... :'( :'(


@Peter,

ich kann Uwe nur zustimmen, versuch mal deinen Vater zu überreden, sein Wissen und vor allem seine Praxistipps weiterzugeben.

Viele Grüße  :D
Cordula



Offline Moni

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Re: Lötrohr
« Antwort #5 am: 13 Apr 05, 10:55 »
Hallo rheinkiesel, Hallo Uwe und alle anderen

ich muß Euren Eingangsbeiträgen voll zustimmen. Alte Betsimmungsmethode, schwierige Handhabung.
Auch ich bin mit meinem Erfolg diesbezüglich nicht zufrieden. Einmal verschluckt beim Atmen und in die Flamme gehustet, hopst die Probe irgendwohin ...
Aber auch wenn man die "Methode vor dem Lötrohr" nicht beherrscht, kann man sich dennoch bezüglich Schmelzverhalten der Substanzen helfen. Nicht jeder hat eine Schmelzpunktbestimmungsapparatur zu Hause rumzustehen, aber vielleicht einen Gasherd und kleine Porzellanschiffchen.

Bezüglich Flammfärbung hatte ich übrigens mal (und ich denke es sind nützliche Tips ...) im Lexikon hinterlegt.

 Lieben Gruß von Moni

Offline Schluchti

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Re: Lötrohr
« Antwort #6 am: 13 Apr 05, 11:09 »
Sehr schön, mich interessiert ds ganz auch sehr! Ich habe im alten Vollstädt (der von 1980) den kleinen Beitrag dazu mit Interesse gelesen und mich immer gefragt, ob das ganz auch irgendwo umfänglich behandelt wird.

Hier etwas vertieftere Inforamtionen zu erlangen, würde mir sehr gut gefallen.

Sehr schön auch die Informationen zur Flammenfärbung!

Offline McSchuerf

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Re: Lötrohr
« Antwort #7 am: 14 Apr 05, 11:39 »
Zu meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr. Ich sprach auch von Erfahrungen mit dem Lötrohr und nicht von Erfahrungen mit der Lötrohrprobierkunde..

Es gibt auch Platinen und Widerstände die angelötet werden.. So meinte ich das.. :)

Peter
« Letzte Änderung: 14 Apr 05, 11:45 von McSchuerf »

digger

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Re: Lötrohr
« Antwort #8 am: 16 Apr 05, 17:42 »
Lötrohr:
Sammlung Göschen, Band 483,
Prof. Dr. Martin Henglein, "Lötrohrprobierkunde, Mineraldiagnose mit Lötrohr und Tüpfelreaktion"
Walter de Gruyter & Co, Berlin 1962
da steht alles drin...........wenns das Büchlein noch gibt. Und dann: dicke Backen und gleichmässig pusten  ;).

Offline rheinkiesel

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Re: Lötrohr
« Antwort #9 am: 16 Apr 05, 18:11 »

das Büchlein konnte ich antiquarisch auftreiben, aber schon die dringende Empfehlung sich ein Lötrohr mit Platinspitze zu besorgen, konnte ich bisher nicht umsetzen  ;D

um genau zu sein konnte ich bisher noch gar kein anständigesn Lötrohr auftreiben... falls einer also eins im Keller hat,
bitte melden !

falls jemand die Henglein-Broschüre für seine eigene Versuche braucht, leih ich`s auch aus, no Problem.

rheinkiesel

Offline Godot

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Re: Lötrohr
« Antwort #10 am: 16 Apr 05, 18:44 »
Hallo,

bei Abebooks.de ist das Ganze zu finden:
http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=446572120 und nicht mal teuer.

Also nix wie los, es ist nämlich nur eins da.

schöne Grüße

Tobias

Offline pseudonym

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Re: Lötrohr
« Antwort #11 am: 03 Nov 06, 23:50 »
Firma Krantz sollte sowas vertreiben ,wer in Sachsen wohnt kann auch mal in Freiberg vorbei schauen da gibts nen Laborladen.

Oder selberbauen ,hatte mit einem angefangen das aus nen Cu-Rohr mit eingelöteter Messingkulimine bestand ,vorn einfach die kugel abgefeilt ,geht einigermaßen als Düse .

Mit Kohle  hab ich auch noch nix versucht ,aber Boraxperle , Flammenfarbe und schmilzt/schmilzt nicht v.d.L funktioniert ganz gut.

Man sollte diese alte Wissen auf jeden Fall hier zusammentragen .

Hat jemand das o.g. Buch ?
« Letzte Änderung: 04 Nov 06, 00:00 von pseudonym »

Offline Sven

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Re: Lötrohr
« Antwort #12 am: 06 Nov 06, 11:29 »
@rheinkiesel:
Ich habe wohl ein, zwei Lötrohre bei mir liegen. Allerdings aus dem Goldschmiedebereich, wahrscheinlich auch ohne Pt-Spitze. Ich könnte evtl. eins abgeben, bitte pn an mich bei Interesse!

Viele Grüße, Sven
« Letzte Änderung: 06 Nov 06, 11:33 von Sven »

Offline Axinit

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Re: Lötrohr
« Antwort #13 am: 10 Nov 06, 14:02 »
Hallo Rheinkiesel,

Loetrohre sowie geeignete Loetrohrkohle gibt es immer noch im Handel !

Versuch' es doch einmal bei folgender Adresse:

Carl Friedrich Usbeck KG
Industriestr. 12 - 14
D-42477 Radevormwald
Tel.: 0 21 95/91 18 - 0
Fax.: 021 95/91 18 - 40

www.usbeck.eu

GA

Axinit

Offline Maulwurf

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Re: Lötrohr
« Antwort #14 am: 13 Nov 06, 18:06 »
Hallo,
die Lötrohrprobe ist schon nicht schlecht.
Ich habe mir mal eine Art Tabelle antiquarisch aus dem Buch am Dom in Freiberg zuschicken lassen, da stehen die unterschiedlichen Eigenschaften nach Materialien aufgelistet drin.
Die Probe selbst haben wir in der Jungendgruppe erklärt bekommen.
Ob man allerdings wirklich ein Lötrohr brauch ist fraglich, ich mache das mit einem "Gourmetbrenner" aus dem Supermarkt. Das spart die Pusterei und die Flamme ist gleichmäßiger !


M.f.G.
Fabian