Bergbau und Verhüttung / Mining and Smelting / Minería y Fundición > Themen zu Schlackenmineralien und -fundstellen, Verhüttungsprozesse etc.

Rennofenversuche

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Kupperdroll:
Hallo,Tom!


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--- Zitat ---Du meinst auch anhand der Beschreibung, dass die Temperatur zu hoch ist, wenn die Erze angeschmolzen und zusammengepappt sind? ...Oder wie darf ich das verstehen?
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Folgendes:Ich kenne mich zwar nicht mit Rennöfen aus,aber unsere großen Öfen,mit denen wir Kupfer schmelzen,basieren ja auf den Erfahrungen,die Schmelzer über Jahrtausende gesammelt und weiter entwickelt haben.

Das Eisenerz was ihr verwendet ist ein Eisenoxid(also schon verbrannt).Ihr müßt nun versuchen,den Sauerstoffgehalt eures Erzes verringern,d.h. reduzieren(wird auch als "Rösten" bezeichnet).Dazu braucht Ihr CO(Kohlenmonoxid).Im Rennofen entsteht aus dem C(Kohlenstoff) der Holzkohle und dem O(Sauerstoff) der zugeführten Luft Kohlendioxid!Könnt Ihr nicht gebrauchen!!Um jetzt CO entstehen zulassen,müßt ihr die Sauerstoffzufuhr mimimieren.-Natürlich muß die Kohle schon glühen-Die Wärme der Holzkohle läßt nicht nur das CO-Gas entstehen,sondern erwärmt beim Aufsteigen auch gleichzeitig das gemahlene Eisenerz und die anderen Kohlepartikel.Hat das Eisenerz jetzt die Reaktionstemperatur(mir allerdings unbekannt,aber weit unterhalb der Schmelztemperatur) erreicht,beginnt die Redoxreaktion.Vereinfacht: Eisenoxid+Kohlenmonoxid--->Eisen + Kohlendioxid.

Jetzt liegt es am Geschick und Erfahrung des Schmelzers,die 3 Komponenten ins richtige Verhältnis zubringen:Ist das Erz und die Kohle zu fein gemahlen,kann der Wind(so heißt die Luftzufuhr) nicht durch das "Röstgut" oder ist der Wind zu stark,bläst er alles zur Gicht raus.Hat man die Körnung gut oder richtig gewählt und den Wind zustark eingestellt,bläst man das Feuer in Richtung Gicht und ist der Wind zu schwach,friert der Ofen ein.Man muß auch über die Düsen für die Luftzufuhr nachdenken:nicht zu viele oder zuwenig.Auf alle Fälle muß die Luft(der Wind)gleicjmäßig durch den Ofen streichen.

Wichtig:Meine Ausführungen sind sehr vereinfacht dargestellt!Sollen nur als Gedankenstütze dienen.

Viel Erfolg und
MfG

jürgen lange:
Hallo Tom,

auch im Odenwald/Hessen gibt es Angefressene, die sich mit Rennofenversuchen auseinandersetzen. Hintergrund: hier gab es wohl um den Zeitraum Karls des Großen (Idee, Hoffnung ...) oder im Mittelalter Umsetzungen im erheblichen x00 kg/Bereich pro Tag.

Wir wollten dem Geheimnis des Rennofens auch mal nachgehen: Einsatz von gekörntem Material, Luftzufuhr über Gebläse ...waren dann beim letzten Versuch die Randparameter. Es hat auch magnetisches Material im Herausgeronnenen gegeben.

Es hat etwa 5 Versuche gegeben, die daneben auch zum Event zusammen mit dem Betrieb eines Kohlenmeilers, Schülerpädagogik etc. verbunden waren.

Ich kann Dich an die Hauptmatadore weiterreichen (vielleicht liest auch einer von denen hier jetzt mit) und Dir die Kontaktdaten per PM geben, wenn Du willst.

Glück Auf Jürgen

Draugr:
So Leute, hab heute von ca. 17:30Uhr bis ca 22Uhr mal wieder den kleinen Ofen / Herd betrieben.
Was bei rauskommt, kann ich aber frühestens morgen sagen.
Fakt ist:
Ich habe mich wie in den Nachrichten davor an die Parameter gehalten.
Das heißt, 3:1 Gemisch - 300g Holzkohle und 100g Erze.
Ungefähr 0,5bar, nicht mehr und Holzkohle sowie Erze habe ich recht klein gehämmert.
Schauen wir mal was der Ofen demnächst ausspuckt. Die Gichtflamme war übrigens wieder ein wunderschönes Blau
und der Ofen roch dabei so wunderbar nach Lehm :) Nur Schlacke blieb wohl aus, wollte nicht unnötig ständig von
unten im Inneren herumstochern.
Insgesammt habe ich heute also 36 Aufgaben meines 1:3 Gemisches (Erz:Holzkohle) -,hoffentlich verhüttet!

Kupperdroll, vielen Dank für diese Ausführungen. Klar sind sie stark vereinfacht, doch sind sie ebenso verständlich :)
Danke dafür!

jürgen lange, ich würde mich darüber wirklich freuen. Habt Ihr eigentlich alles irgendwie genauestens Dokumentiert? Von der Bauform, Größe und
die ganzen Parameter (Erze, Kohle, Luft usw.)?

Fabian99, Danke für das Bild der Luppe, konnte mit der Größe etwas anfangen.

Harzsammler, gerne, sag einfach was du dafür bekommst. Werde mir die dann aber aufsparen bis ich 100% sicher bin dass ich
auch wirklich schmiedbares Eisen herstellen kann ^^

Ich hätte da aber dennoch eine Frage.
Ich habe den Luftstrom so weit wie möglich minimiert, die Kohle rieselte brav in den Schacht, doch entsteht im Inneren dann trotz knapper Luft
eine Luppe? Ich meine reicht denn die Hitze dafür?

LG und vielen Dank Euch allen!
Drückt mir die Daumen dass ne kleine Luppe entstanden ist, oder wenigstens Nuggets! ;)
PS: Wenn Ihr mir evtl komplette oder richtige Dokumentationen zusenden könntet, wie es bei Euch geklappt hat und wie Ihr es erreicht habt(Baupläne, Anleitungen etc.), dann wäre ich Euch sehr Dankbar! :)

Draugr:
Heute die Tat von gestern begutachtet.
Leider wieder nicht... Macht ihr die Luftzufuhr via Kompressor? welchen durchmesser haben Eure Düsen und wieviele habt ihr?
Ich überlege langsam alles per Blasebälge zu machen... 0,5 bar ist zwar an sich wenig, scheint aber zu kontinuierlich zu laufen?!
Was sagt Ihr dazu?
Hier erstmal bilder von dem verbranten Zeug mit kleinen Eisenpartikeln drin...

Teilweise ist der Ofen trotz wenig Bar von innen verglast...

Den Kompressor nutzte ich...

Und das war der kleine Rennherd.

Die Düse (stahlrohr) war vom Innendurchmesser ca. 20mm breit.

Klopft mir ruhig ordentlich auf die Finger wenn Ihr den Schnitzer findet.
Bis auf weiteres übe ich mich erstmal weiter in Demut und werd mich weiter belesen.

LG

Edit: siehe Post von Oliver, keine fremdverlinkten Fotos

oliverOliver:
hallo Tom,
fremdverlinkte Bilder sind im Forum unerwünscht -
bitte direkt hier hochladen !
danke + Glück auf
oliver

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