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Umstritten: Sammeln radioaktive Mineralien
geomueller:
Hallo alle,
also ich glaube es handelt sich nicht um 300µSv/h sondern um 300nSv/h oder vielleicht höchstens 3µSv/h. Irgendwie liegt hier eine Verwechslung vor, das kann aber nur Thomas (Schluchti) beantworten. Ich habe bei mir in der Vitrine je einen Uraninit, Autunit und Uranocircit, alles Kleinstufen aber sehr gut besetzt. Diese bringen es zusammen auf 1,5µSv/h, was bekräftigt das 300µSv/h für das Material was Schluchti beschrieben hat einfach nicht sein kann.
MfG Jürgen
Schluchti:
Nun, also mein Geigerzähler zeigt die Dosisleistung in mR/h an. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, war die Umrechung mR/h in µSv/h doch 1mR/h=10µSv/h. Oder?
Wenn dieser Ansatzpunkt richtig ist, dann brachte es das Ausgangsstück von etwa 8x6 cm Reicherz auf Dolomit (woraus dann 7 Einzelstufen wurden) aus nächstmöglicher Nähe gemessen auf eine Dosisleistung von ca. 30-35 mR/h = 300-350 µSv/h. Habe keine Ahnung, ob da was mit meinem Geigerzähler nicht stimmt, aber er lieferte eigtl. bisher immer nachvollziehbare Werte.
Das Gangstück, wo ich mir diese Brocken Pechblende aus versehen abgeschlagen habe, weil dort Kupferkiese bis 0,5 cm im Dolomit saßen, hatte übrigens die Maße 50x30x30 cm. keine Ahung ob dort der Dolomit auch mit dem Erz besetzt war.
Das war eine dumme Geschichte, weil ich den Brocken auf der Halde noch zerlegt habe, ohne etwas von der Anwesenheit der Pechblende zu ahnen und den Geigerzähler im Auto hatte. hab es erst bei der NAchkontrolle am Auto gemerkt. Bei Gelegenehit fahre ich dort nochmal vorbei und messe mal die Reststücken des Brockens aus.
Robin:
hmm ja stimmt
100 rem = 1 Sv --> 100 mR/h = 1 mSv/h
1 mR/h = 0.01 mSv/h = 10 µSv/h
welche Werte bekommst du bei andere Stücke? (Uranglimmer z.B.)
Oder die Hintergrundstrahlung?
Eigene Messungen:
großes Block Pechblende Reicherz: 45 uSv/h
1/2 Obstkiste Pechblende Reicherz + Autunit: 10 uSv/h
Flat Torbernit: 3 uSv/h
2 Handstufen und ca. 5 MM mit Pechblende Reicherz und Autunit: 2.5 uSv/h
10 MM von Wittichen: 0.35 uSv/h
Hintergrundstrahlung: 0.1 uSv/h
die Werte von geomüller kann ich nachvollziehen..
übrigens habe ich nicht alles genannte zu Hause ;D
(wäre schlimm)
Gruß Robin
Granulit:
Auch wenn ich nicht alle Beiträge gelesen habe, werden meiner Meinung nach ein paar Aspekte zum Thema nicht berücksichtigt.
Beim Uranzerfall entsteht Radon, ein strahlendes Edelgas. Eine reine Abschirmung mit Blei oder Barium mindert zwar die Gammastrahlung, aber wenn das Ganze nicht gasdicht ist, hindert es das Radon nicht daran in den Raum zu diffundieren.
Dazu kommt, Radon ist ein Alpha-Strahler. Die Alpha-Strahlung ist um ein Vielfaches biologisch wirksamer als Gamma-Strahlung (man wichtet sie um den Faktor 20 (!) gegenüber der Gamma-Strahlung, d.h. 1 mGy entspricht bei Alpha-Strahlung nicht wie bei Gamma-Strahlung 1 mSv, sondern 20 mSv). Sie hat in Luft eine Reichweite von nur wenigen Millimetern und in dichteren Material noch geringer. Bereits ein Blatt Papier schirmt Alpha-Strahlung ab. Aus diesen Gründen ist meines Wissens nach (??) Alpha-Strahlung nicht mit einem gewöhnlichem Geigerzähler meßbar. Wenn Radon nicht gasförmig wäre, wäre das alles kein Problem.
Nur ist es aber eben gasförmig, diffundiert aus dem Mineral in die Luft, wird eingeatmet und die hochwirksame Alpha-Strahlung kann trotz ihrer sehr geringen Reichweite direkt an den Zellen des Lungengewebes wirken. Der typische Radon-Krebs ist darum ein Lungenkrebs.
Eine gasdichte Abschirmung und eine möglichst gute Belüftung der entsprechenden Räume wäre meiner Ansicht nach darum bei Uranhaltigen Mineralien viel wichtiger als irgendwelche Blei- oder Bariumkontainer.
Schluchti:
Als Vergleichswert:
Grundaktivität im Erzgebirge bis max 0,1-0,4 µSv/h
Uranocircit etwa 1x0,5 cm kommt auf 3-4 µSv/h.
Übrigens messe ich immer mit aufgelegtem Zählrohr und die Stufen natürlich ohne Abdeckung. Also Zählrohr an Stufe, um einen möglichst minimalem Abstand sicherzustellen.
Zudem wird zumindest von meinem Zählrohr auch mit Sicherheit ein Großteil der Betastrahlung mitgemessen, da das Meßfenster dort nur mit einer hauchdünnen Kunsstofffolie bedeckt ist und zudem sich dort auch ein "B" befindet, auf der Rückseite des Zählrohrs, ohne dieses Fenster dagegen ein "G". Es ist ein Meßgerät aus den 70er Jahren, welches in einer Uniklinik in Berlin im Einsatz war, um dort Patienten nach Therapien "auszumessen". Es ist recht sensibel, hat aber einen recht großen Meßbereich von 0,1 µSv/h bis 2500 µSv/h.
Ich denke, es wird auch auf die Größe der Einzelstücke ankommen bei der Messung, denn wenn kleinere Stufen einzeln sind, sind sie auch weiter verstreut und können nicht mehr so konzentriert gemessen werden, als auf engem Raum. Denn der Abstand von der Strahlenquelle ist ja noch eine der wesentlichsten Einflußgrößen. Ich könnte mir gut vorstellen, daß z.B. bei einem Flat Tobernit ohnehin nur die unmittelbar in der Nähe des Zählrohrs befindlichen Stufen einen maßgeblichen Einfluß auf die Messung haben könnten.
Mmmh, da bin ich nun etwas unschlüssig. Man müßte mal eine Vergleichsmessung an ein und demselben Stück machen.
@Granulit: Deswegen auch die doppelte luftdichte Abschirmung.
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