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Autor Thema: extrem holzähnlicher Stein / NÖ  (Gelesen 4613 mal)

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Offline thessi

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extrem holzähnlicher Stein / NÖ
« am: 24 Jun 16, 18:04 »
Hallo Forum, ich bins wieder der nervige..
war heute wieder graben und habe diesen extrem ( für mich ) schönen Stein ( holz ?) gefunden.

4cm x 1,5 x 1 cm. Ritzbar: nur erkennbar unter Mikroskop ( 3x10 fach Vergr. ) mit Leatherman
Fundort: Waldviertel Höhe Gross Siegharts
Ihr seht am Foto, dass der obere Teil durchsichtig ist
es fühlt sich sehr sanft an bzw. sehr glatt, auch das Holzähnliche darunter-liegende Muster fühlt sich weich an, ist es aber nicht! Das EXTREME daran ist aber, wenn ich dieses Teil unter dem Mikroskop genauer anschaue ( aber nur bei 3x10 ),sehe ich sehr kleine Kristallkörnchen einmal in Längsrichtung und einmal in Querrichtung strukturiert... noch nie gesehen...aber gut ich bin total - anfänger... Bitte was ist das für ein Ge....s Teil ? pls hlp me :_)
« Letzte Änderung: 31 Jul 25, 13:15 von oliverOliver »

Offline thessi

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #1 am: 24 Jun 16, 20:07 »
noch ein Bild mit Helion :-)

Offline stoanklopfer

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #2 am: 25 Jun 16, 10:00 »
Ich glaube eher an einen schiefrigen Quarzit.

Offline oliverOliver

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #3 am: 25 Jun 16, 16:08 »
hallo Wolfgang,
ja, da hast du ein Kieselholz aus der St.Marein-Freischling-Formation gefunden.
In dieser Gegend ist zwar die Verwechslungsgefahr mit unterschiedlichen Metamorphiten (v.a. Granulit und manche Gneise), die sehr "holzähnliche" Strukturen aufweisen können, groß, aber dieses Stück scheint doch sehr eindeutig - auch deine Beschreibung unterm Mikro.
Das was du als "durchsichtig" bezeichnest, ist mikro- bzw. kryptokristallines SiO2 (grob vereinfachend gesagt Chalzedon), also das Material, welches die Holzzellen eingekieselt hat. Außen ist das Stück patiniert, also nicht mehr "durchsichtig", sondern trüb beige bis hellgrau.
Gratuliere zu dem Fund - westlich von Brunn an der Wild sind nämlich die SMFF-Schotter nur als geringe Erosionsreste erhalten, sprich als "Schotterschleier" über dem Kristallin, und daher Hölzer deutlich seltener als etwa zwischen Brunn und Horn. Deutlicher in Erscheinung treten diese Sedimente dann erst wieder im Bereich nördlich von Zwettl.

Offline oliverOliver

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #4 am: 25 Jun 16, 16:14 »
hallo Wolfgang,
bitte nicht die selbe Frage in 2 verschiedenen threads stellen !  ;)
jetzt hab ich schon im anderen Thema auf deine Frage geantwortet, und muss das dann irgendwie zusammenbasteln !

   edit Mod.: Themen zusammengeführt

@ volkmar: ja, geschieferter Quarzit oder Granulit wäre prinzipiell auch möglich (sh. meine andere AW), aber da sprechen in diesem Fall 2 Fakten dagegen: 1. die von Thessi beschriebene Struktur unterm Mikro, und 2. die schwache "milchige" Patinierung an der offenbar schon älteren Bruchstelle, die ganz typisch ist.
Ich denke also doch, dass das Holz ist - auch wenn die Struktur der Oberfläche (zumindest am Foto) nicht ganz eindeutig ist. Habe selbst so manches Stück aus dem Waldviertel, das sich erst unter der Lupe eindeutig als Kieselholz zu erkennen gab.
« Letzte Änderung: 26 Jun 16, 13:51 von oliverOliver »

Offline thessi

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #5 am: 25 Jun 16, 17:06 »
wauuu OliverOliver, super danke für deine ausführliche Information! super forum! genial!

freut mich total, dass es ein Holz ist :-) werde es mit Vorsicht behandeln und in ein Gefäß stellen! super nochmals für deine Antwort, war schon ganz verzweifelt, wegen den no-comments :-(

thks a lot :-) :-) freu freu! ehrlich

eines noch: wie kann ich das alter erkunden ? :-)
« Letzte Änderung: 26 Jun 16, 13:52 von oliverOliver »

Offline thessi

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #6 am: 25 Jun 16, 18:29 »
da eine Person im Facebook die Zellstruktur sehen wollte, habe ich jetzt nach 15000 Versuchen mit diesem komischen Mikroskop und meinem Nikon - Tubus es doch geschafft die Zellstruktur zu fotografieren! 3x 10 +  vergr. in der Nikon
hier das ergebn:
 

Offline oliverOliver

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Re: extrem holzähnlicher Stein
« Antwort #7 am: 26 Jun 16, 14:02 »
Zitat
eines noch: wie kann ich das alter erkunden ? :-)

Das Alter der SMFF-Hölzer ist, grob gesagt, so um die 25 Mio Jahre - (oberes) Oligozän bis tiefstes Untermiozän.
Theoretisch können in den Schottern aber auch ältere umgelagerte Kieselhölzer vorkommen (v.a. Oberkreide) - einen eindeutiigen Beleg dafür gibt es meines Wissens aber bisher nicht.
Die Ober- und Untergrenze der Datierung ist schwierig anzugeben -
einerseits gibt es Belege dafür, dass die "Rinne", die der damalige "Horner Fluss" bzw. "Paläokamp" für seinen Lauf benutzte, bereits in der Oberkreide vorgezeichnet war (auch wenn anscheinend keine kreidezeitlichen Sedimente mehr darin enthalten sind), andererseits ist die zeitlich Obergrenze des Flusslaufs westlich von Horn unklar. Flussabwärts von Horn ist es eindeutig - da wird das Mündungsdelta mit der Transgression im unteren Eggenburgium immer weiter nach Norden verschoben, und die fluviatilen Schotter und Sande sind von marinen Sedimenten überdeckt.
Da diese Meereszunge aber anscheinend nur bis in die Gegend von Horn reichte (westlich und nördlich fehlen entsprechende Ablagerungen, könnten natürlich aber auch wieder wegerodiert sein), ist es schwer zu sagen, wie lange der Oberlauf des Flusses Bestand hatte.

p.s.:
und danke für die Mikrofotos - damit ist es jetzt eindeutig klar, dass das Kieselholz ist, und kein geschieferter Metamorphit.
« Letzte Änderung: 11 May 18, 13:18 von oliverOliver »

 

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