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Autor Thema: Hilfe bei der Bestimmung - Brachiopode aus der Triaszeit?  (Gelesen 3346 mal)

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Offline Steinhans

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Liebe Experten,

2016 habe ich im trockenen Bachbett des Weissenbachs / Rio Bianco bei Seis, Südtirol am Fuße der Santnerspitze/Schlern, die im Bild gezeigte Versteinerung  (Größe ca. 4 x 3,5 cm) gefunden. Die Rückseite zeigt weitere Schalenreste. Nach meinen bisherigen Nachforschungen handelt es sich wahrscheinlich um das Fragment eines Brachiopoden ( Rhynchonellata?, Spiriferida?, am ehesten aus dem mittleren Triaszeitraum.
Hat jemand von den Forumsmitgliedern präzisere Kenntnisse?

Vielen Dank für weitere Informationen
Steinhans

Offline Harzsammler

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Hallo,

Ich sehe hier einen Kalk mit Schalenresten (Bild 2) aber keine Brachiopode am Stück.

Grüße,
Michael

Offline Steinhans

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Hallo Michael,

Danke für die Antwort!
Bei der Versteinerung handelt es natürlich nur um einen Teil einer Muschel- Brachiopodenschale. Bild 1 (siehe auch neuen Anhang) zeigt jedoch eindeutig eine muschelschalenähnliche Stuktur mit entsprechender Riffelung. Da Muscheln im Trias eher weniger verbreitet gewesen sein sollen als Brachiopoden, vermute ich eher letzteres.  Abbildungen einiger Brachiopodenschalen zeigen zumindest eine ähnliche Struktur wie die auf dem Fundstück (Google/Spiriferida/Bilder). Meine Vorstellung ist/war, dass man aus dem Muster der Schalenzeichnung weitere Rückschlüsse ziehen kann.

Viele Grüße
Steinhans

Offline Blackminer

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Hallo Hans,
wenn ich mich richtig erinnere, werden Brachipoden nach ihrer Form und anhand des Schalenschlosses bestimmt.
Das Stück ist zu stark abgerollt um sich weiter als auf Schalenrest festzulegen.
Evtl. können die Spezis von Steinkern weiterhelfen....
GA

Offline Angler

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Hallo Hans,
leider muss ich Michael recht geben. Das ist kein Brachiopode, sondern Kalk mit Schalenresten. Bist Du Dir bei Trias sicher? Kommt dort Trias-Kalk mit solcher rötlichen Färbung vor?

Da Muscheln im Trias eher weniger verbreitet gewesen sein sollen als Brachiopoden, vermute ich eher letzteres.

Es ist eher umgekehrt. Der "Germanische Muschelkalk" heißt nicht grundlos so.

Beste Grüße ins schöne Tirol!

« Letzte Änderung: 14 Jul 17, 22:04 von Angler »

Offline Harzsammler

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Trias stimmt schon, allerdings kommt dieses Stück Kalk aus der alpinen Trias.

Der "Germanische Muschelkalk" heißt nicht grundlos so.
...auch wenn Füchsel diese Stufe der Erdgeschichte nach einer hier sehr häufig vorkommenenden BRACHIOPODE eigentlich fehlbenannt hat.

Grüße,
Michael

Offline Steinhans

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Hallo Zusammen,

Vielen Dank für die interessanten Kommentare.
Offensichtlich ist das Schalenfragment wirklich zu klein um eine fundierte Bestimmung abzuleiten.
Die zeitliche Zuordnung zur alpinen Trias ist ziemlich sicher!
Am Fundort stehen im Wesentlichen Schlerndolomit, marine Sedimente der Werfener Schichten und vereinzelt ehemalige Riffstrukturen an.
Im Verlauf des Baches ist auch die Typuslokalität der Seis-Member der Werfen-Formation beheimatet!
(Untertrias, Olekinum-Stufe, ca. 251-246 Ma)
Rötlich-braun gefärbte Versteinerungen kommen am Fundort nicht selten vor (siehe Bildanhang mit Korallenfossilien und Schalenresten)

Beste Grüße
Hans

Offline Angler

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Hallo Michael, hallo Hans,
von einer alpinen Stufe bin ich ausgegangen, aber dass der Kalk dort ein solches Rot anehmen kann, wusste ich nicht. Wieder was gelernt und vielen Dank für die Fotos, besonders das Letzte! Es ist schon recht schön dort.

Erholsames Restwochenende in den Harz und natürlich auch nach Tirol!

VG noch ein Michael

 

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