Unser Forumsmitglied "geomüller" hat mal eine schöne Merkliste der Schlema/Alberodaer Sulfide hier im Forum aufgeschrieben. Da wohl keiner in den Tiefen des Forums graben will hänge ich die mal an. Ich denke der Autor Jürgen Müller wird nichts dagegen haben.
Silber
weich, dehnbar, mit einer Stahlnadel auf der Schlifffläche punktier- und verschiebbar, meist im Zentrum von Dendriten als Relikt erhalten und von biconi-Erzen umgeben bzw. ummantelt, tritt nie zusammen mit Wismut auf, selten massiv, kommt eingebettet sowohl in Karbonaten Quarz Hornstein Baryt und Arsen vor, hat frisch poliert unterm Bino einen typischen matten Glanz, läuft meist aber auch nicht immer auf der Schlifffläche im Laufe der Zeit an und erscheint dadurch dunkler leicht messingfarben, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß manchmal bläulich bis blaugrünlich, beim leichten überstreichen massiver Stücke mit dem Finger auf der Schlifffläche aber erst recht auf dem rohen Stück rau und hakelig.
Wismut
sehr weich, mit dem Fingernagel ritzbar, auf der frischen Schlifffläche stark glänzend später matt werdend, leicht hell messingfarben mit der Zeit dunkler werdend, Kommt eingewachsen selten allein vor, kommt meist zusammen mit Skutterudit in Karbonaten und/oder Quarz vor, bildet oft hakige kristalline Aggregate die scheinbar Skutteruditaggregate "aufsprengen" gut unterm Bino zu beobachten, sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken meist weiß oft zusammen mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung des gemeinsam auftretenden Skutterudits.
Arsen
läßt sich schlecht zerschlagen, zäh und spröde, beim Schneiden läuft oft die Scheibe oft weg, schwer zu schneiden (starker Knoblauchgeruch!), frische Schnitt- Bruch- und Schlifffläche hell silberweiß, läuft nach wenigen Minuten an und wird im Laufe der Zeit schwarz, massives Arsen bildet auf der Schlifffläche oft sehr schöne Arsenspiegel die sich meist auch dauerhaft halten und nicht matt werden, in kleinen Hohlräumen im Arsen bildet sich oft Arsenolith und/oder Pharmakolith, rohe Oberflächen oft angelöst rau und mit dunkelmessingfarbenen Anlauffarben. Arsen tritt oft auch in typischen schaligen Ausbildungen auf, Scherbenkobalt. In kleinen Hohlräumen und auf schaligen Schichtfläche tritt oft Proustit und seltener Pyrargyrit auf, außerdem treten in dichten Massen oft kleine moosartige Silberaggregate auf, farnartige Silberdendriten sind relativ selten, seltener wie aus der Lagerstätte Pöhla.
Safflorit CoAs2
Safflorit ist in der biconi-Formation in Schlema-Alberoda weit verbreitet, tritt aber nur selten allein auf, meist im Zusammenhang mit Nickelin, Skutterudit und Wismut in karbonatischer Matrix. Safflorit kommt meist nur in derben Massen, selten in kleinsten schuppigen Kristallen, relativ oft in sehr schönen dendritischen Pseudomorphosen nach Silber in karbonatischer Matrix vor. Oft haben Silberdendriten hauchzarte Ummantelungen von Safflorit. Deutlichstes Merkmal ist, das es recht schnell dunkelgrau bis matt-schwarz anläuft, diese Anläufe scheinen sich bei mit HCL geätzten Stufen schneller zu zeigen als bei ungeätzten Stufen. Safflorit lässt sich schlecht polieren, ist meist porös (nicht dicht) und läuft auch auf der Schlifffläche nach einiger Zeit (Wochen bis Monate) an, die Politur wird stumpf, lässt sich aber schnell nachpolieren. Auf der Schlifffläche ist Safflorit meist (immer?) strukturlos. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart rötlich mit erdigem Erythrin als Sekundärbildung aber nicht so deutlich wie beim Skutterudit.
Rammelsbergit NiAs2
Rammelsbergit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin, Chloanthit und Safflorit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Mit den genannten Arseniden bildet es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen aus die ein attraktives parallel verwachsenes Schliffbild ergeben können. Tritt es zusammen mit Nickelin auf bildet es meist silberweiße „Kappen“ über nierig ausgebildeten hellkupferroten Nickelinaggregaten. Rammelsbergit selbst ist immer silberweiß, dicht unstrukturiert und dunkelt mit der Zeit leicht nach. Kristalline Strukturen konnte ich noch nicht beobachten. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung.
Chloanthit NiAs2-2,5
Chloanthit tritt meist vergesellschaftet mit Nickelin und Rammelsbergit sowohl in karbonatischer als auch in Quarz-Matrix auf. Auch zwischen diesen Arseniden gibt es oft sehr schön strukturierte Verdrängungen die ein sehr attraktives parallel verwachsenes Schliffbild mit schönem farblichen Kontrast ergeben können. Chloanthit tritt aber oft auch allein meist in karbonatischer Matrix auf. Dabei können oft sehr schön zonar aufgebaute Kristalle in einer Kombination von Würfeln, Rhombendodekaedern und Oktaedern im Schliffbild beobachtet werden. Oft bilden diese Kristallverwachsungen traubige Aggregate. Aber auch dichte kompakte Chloanthitmassen treten auf. Die Farbe des Chloanthits im Schliffbild ist silberweiß, es läuft nicht an und lässt sich gut polieren. Sekundäre Bildungen auf der Rückseite von Stücken sind meist zart grünlich mit erdigem Annabergit als Sekundärbildung, ähnlich wie beim Rammelsbergit.
Nickelin NiAs
Nickelin kommt selten allein vor, sondern meist in Vergesellschaftung mit einzelne oder mehreren anderen Arseniden und das sowohl in quarziger wie karbonatischer Abfolge, seltener auch in Baryt. Es ist natürlich durch seine auffällige lichtkupferrote Farbe mit mal helleren mal dunkleren Farbtönen leicht zu identifizieren. Schuppige kleine Kristalle von Nickelin treten nur sehr selten auf. Nierig traubige dichte Massen von Nickelin sind oft mit Rammelsbergit kappenartig überzogen, was einen sehr schönen Kontrast im Schliffbild ergibt. Nickelin lässt sich mit Abstand am Besten polieren und nimmt die Politur sehr schnell an, viel früher als andere mit vergesellschaftete Erze. Nickelin bildet deutliche kräftige bis 1 cm mächtige erdige Annabergitkrusten als sekundäre Haldenbildung, dadurch auch auf Halden, ohne die Stücke zu zerschlagen, leicht zu erkennen.
Maucherit Ni11As8
Maucherit kommt in Schlema-Alberoda nicht als eigenständiges Mineral, sondern immer in enger Verwachsung mit Nickelin vor. Im Anschliff stellt sich das meist als Parallelverwachsung in schönen kugeligen, zonierten oder sphärolytischen Bildungen dar. Dieses Gemisch ist im Anschliff insgesamt dunkler als Nickelin und dunkelt meist auch noch nach. Die Rückseiten solcher Stücke sind meist rötlichschwarzgrau und zeigen nur eine leichte zartgrüne Annabergit-Sekundärmineralbildung.
Löllingit FeAs2
Löllingit kommt meist in körnigen Massen vor, Kristalle sind relativ selten in kleinsten blättrigen schuppenartigen Aggregaten zu beobachten. Löllingit tritt eigentlich immer nur in karbonatischer Matrix auf, in quarziger Matrix konnte ich es bisher noch nicht beobachten. Im frischen Anbruch ist Löllingit meist hellsilberweiß, dunkelt aber nach. Im Anschliff ist er massig derb dicht strukturlos, lässt sich schlecht polieren. Typische Verwitterungskrusten treten eigentlich nicht auf. Löllingit tritt auch oft in dünnen Lagen in/auf ged. Arsen auf, seltener auch zusammen mit ged. Silber.
Gruß
Uwe