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Autor Thema: Ordovizium-Flint? / paläogener Flint  (Gelesen 2437 mal)

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Offline Angler

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Ordovizium-Flint? / paläogener Flint
« am: 19 Nov 16, 23:32 »
Hallo liebe Fachleute,
habe als erste Bestimmungsanfrage eine Art "Pseudo-Koralle". Ein Geschiebefund (Kiesgrube bei Berlin) der Größe 5,5 x 3,5cm, die ich (ein blutiger Laie) für einen stark verwitterten Flint des Ordoviziums halte. Die Oberfläche des Steines ist zu 90% weiß-grau (Kalk, Säuretest gemacht), während man an der Unterseite stellenweise grauen Flint erkennen kann, wie ich glaube.
Habe mit dem Hämmerchen einmal draufgehauen, worauf die hier gezeigten Bruchstellen sichtbar wurden, was - so hoffe ich - meine Flint-Theorie bestätigen sollte.
Zumal auch bei 30 facher Vergrößerung keine Fossilienspuren für mich erkennbar sind. Besonders interessiert mich, ob meiner zeitlichen Verortung zugestimmt werden kann oder diese, trotz der extremen Verwitterung, Euch zu gewagt erscheint. ;D
Ah, fast vergessen, die kleinen weißen Pünktchen auf der Bruchfläche, sind Kleberreste,sorry! ::)

MfG
Michael
   
« Letzte Änderung: 25 Nov 16, 10:48 von oliverOliver »

Offline stoanklopfer

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Re: Ordovizium-Flint?
« Antwort #1 am: 20 Nov 16, 08:25 »
Ordovizischer Flint? Wie kommst Du darauf? ???

Offline steinfried

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Re: Ordovizium-Flint?
« Antwort #2 am: 20 Nov 16, 11:24 »
Hallo, ich vermute das die graue Kruste eine Art Verkieselung ist. Es für Feuerstein zu halten halte ich für falsch. Das Stück Kalkstein könnte schon aus dem Ordovizium stammen, wenn ein paar Fossilien drin wären, wäre es noch sicherer.

GRüße

Offline Angler

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Re: Ordovizium-Flint?
« Antwort #3 am: 20 Nov 16, 12:16 »
Hallo steinfried,
ja Fossilien wären ein Anhalt, sind aber im frühen Flint eher selten. Verkieselt ist die grau-weiße Schicht nicht. Wie schon einführend erwähnt, reagiert sie mit 30% iger Essig-Essenz, also definitiv Kalk.
Hallo stoanklopfer,
erstens, weil ich bei einem Kreide Flint noch nie eine derartige Verwitterung gesehen habe und
zweitens, weil ich glaube mich zu erinnern, vor einigen Jahren in Publikationen ähnlichen stark verwitterten Flint gesehen zu haben, welche von den Fachautoren ins Ordovizium verzeitet wurde. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht, zu lange her. Deshalb hier die Anfrage an Euch.

Übrigens das graue Material innen - das ich für Flint halte - regiert auf die Säure nicht, so wie jeder gewöhnliche Kreide Flint es auch tun würde.

Nachtrag: Denkbar wäre schon, dass die innere graue Masse verkieselt ist, schließlich ist die chemische Zusammensetzung gleich. Wäre dann nicht doch eine ehemals organische Matrix wahrscheinlich? Dafür spricht, dass an der Bruchstelle die "Feuersteinsubstanz" mir etwas grobkörniger erscheint, als bei dem üblichen Kreide-Flint.
Dagegen, dass ich - wie schon erwähnt - keinerlei organische Strucktur erkennen kann. ???

Frage: Würde Euch ein Anschliff mit anschließendem Scann bei der Bestimmung helfen? 

MfG
Michael
« Letzte Änderung: 20 Nov 16, 15:13 von Angler »

Offline Johannes Kalbe

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Re: Ordovizium-Flint?
« Antwort #4 am: 20 Nov 16, 16:19 »
Hallo,

den Bildern nach gibt es keinen Hinweis der für einen paläozoischen Flint spricht. Ich halte das für einen mehr oder weniger typischen paläogenen/"alttertiären" Flint.

Beten Gruß

J.

Offline Angler

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Re: Ordovizium-Flint?
« Antwort #5 am: 22 Nov 16, 16:15 »
Hallo liebe Gemeinde,
habe jetzt den Anschliff fertig und den Scann hier angehangen. Ich habe allerdings schon beim Schneiden gemerkt, dass ich die Matrix falsch eingeschätzt habe. Man soll sich eben nicht von Äußerlichkeiten leiten lassen. ;)
Hätte nicht gedacht, dass die äußere Kalkschicht so dünn sein würde und hatte innen viel mehr Löcher, "Gänge" oder Verzweigungen erwartet.
Stattdessen hatte die Diamantscheibe Probleme den extrem harten Flint zu schneiden, so wie eigentlich bei Kreide-Flint üblich.

Denke jetzt, das Johannis wohl recht haben wird, :'( denn auch der Scann zeigt - also, nach meiner laienhaften Beurteilung - keine Hinweise auf eine paläozoische Herkunft. Wenn Ihr Fachleute im Scan Bild noch etwas entdecken könnt, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar.

Ansonsten kann die Bestimmungsanfrage  wohl geschlossen werden. Vielen Dank nochmals für Eure freundliche Hilfe bei meiner Aufklärung! ;D


MfG
Michael