Mineralien / Minerals / Minerales > Achate / Agates
Wachstumsphänomene bei Chalcedon / Achat
Veit,Bernhard:
Achate sind gewachsene Strukturen. Das gefällt mir sehr gut als Vertreter der Biomineralisation.
Hier wären auch die Achate von Badenweiler Altermannfels einzuordnen, die ich vor kurzem ersteigern konnte. Das wußte ich noch nicht, der Altemannfelsen als Achatfundort.
Die Achate von Schlüsselstein im Elsaß und Geißberg bei Lahr in Deutschland zeigen auch ein gleichmäßiges Bandmuster
Klaus Schäfer:
Danke für deinen Kommentar Bernhard.
Es gilt festzuhalten, das die Entstehung der holosphärolithischen Spiralen zwar ungeklärt ist, allerdings auch keinerlei evidenten Hinweise zu einer biogenen Entstehung dieser Struktur vorliegen. Erste Fehldeutungen als fossile Lebensspuren konnten im Diskurs leicht wiederlegt werden und sind daher auch nicht mehr im Zentrum der Diskussion.
Grüße von Klaus
CARCHARIAS:
Servus
Wie schnell härtet eigendlich die Achatlösung aus nach dem sie in den Hohlraum gelaufen ist?
Vl hat das mit den spiralspäros mit einer unterschiedlichen Dichte der Lösung zu tun.
Gabriel Cepok:
Hier lernt man wirklich viel. Danke für die ausführliche Beschreibung der Achate aus unserer Region.
Lieben Gruß,
Gabriel
Klaus Schäfer:
Hallo Boris,
Eine "Achatlösung" läuft nicht in einen Hohlraum und wird dann etwas später hart. Wenn es so einfach wäre, würden meine Schüler in der Berufschule jubeln, weil sich einen sehr komplexen Sachverhalt weniger merken müssen.
Zur Achat-Entstehung gibt es mehrere Theorien, die sich zum Teil widersprechen. Eine sehr gute Synopse mit theoretischen Verknüpfungen entwickelte Michael Landmesser ("Das Problem der Achatgenese", ein Büchlein mit etwas mehr als 120 Seiten) am Institut für Edelsteinforschung in den 1990 igern. Seine Arbeit hat u.a. Professor Jens Götze aus Freiberg mit fundierter Forschung und kreativen Impulsen fortgesetzt. Seine Lösungsansätze werden mittlerweile weltweit akzeptiert. Interessant ist, daß gerade beim Thema der Achatgenese immer wieder "aktuelle", aber hanebüchene Theorien das Licht der Welt erblicken (C.Venuti u.v.a.m)
Zu den von dir angesprochenen Punkten: gelöstes Kieselgel diffundiert im Feuchtigkeitsverbund atmosphärischen Wassers entlang der Korngrenzen der das Gestein aufbauenden Mineralen in einen Hohlraum. Aufgrund geringster Konzentrationsvorteile reichert sich gelöste Kieselsäure in bestimmten Hohlräumen an, wogegen sie in anderen verschwindet (SiO4-Akkumulation). Der Hohlraum wird gefüllt, durch Alteration des Geles kann es zu Druckanstieg kommen und Teile des Geles werden aus dem Hohlraum gepresst (Thematik "Einflusskanäle - Ausflusskanäle - Ventile")
Aus dem Kieselsäuregel enstehen verschieden Opalphasen, unter denen Opal-CT die wichtigste ist. Aus ihr entsteht dann in Folge der Achat.
Diese Prozesse nehmen geologische Zeiträume in Anspruch.
Der bislang jüngste gefundene Achat stammt von Big Island, Hawaii und ist etwa 50 000 Jahre alt (Dies ist das Alter des Muttergesteines. Man geht davon aus, das die Achatentstehung unmittelbar nach Verfestigung und Abkühlung des Gesteines beginnt.)
Bei bestimmten Achatbildungen ("Lagenachat", "Uruguaytyp-Achat") spielt die Gravitation eine Rolle. Bei der umlaufenden Achatbänderung spielen Prozesse der Adhäsion und Kristallisation die vorwaltenden Rollen. Hier integrieren sich auch die dynamischen Prozesse, die zur Bildung der "Spiralen" führen.
Noch frohe Festtage, Klaus
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