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Bohrkerne von 1960
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seisteff:
Glück auf
Ich habe 2016 etwa 30-40 solcher Bohrkerne (Granit) von 5-20cm länge im Wald gefunden. Sie stammen von Erkundungsbohrungen auf Wolframit aus dem Jahr 1960. (das weiß ich aus der Literatur) Alle ohne Ausnahme sind auf einer Seite in einem Winkel von ca. 45° gebrochen. (siehe Bild)
Mich würde interessieren, warum ist das so? Haben die das früher absichtlich so gebrochen, oder gibt es da einen anderen Grund?
Danke seisteff
Geomartin:
Hallo, das sind recht typische Brueche entlang von Klueften, also die Bohrleute haben die nicht absichtlich so gebrochen. Aus welcher Ecke stammen die Kerne denn?
seisteff:
Röthenbach / Vogtland
Mampfbacke:
Jawohl, das sind Bruchstrukturen entlang von Klüften. Die gelb bis rötliche Färbung kommt von Eisenoxiden, welche sich bilden können, wenn Sauerstoff und Wasser in diese Klüfte dringen. Warum bei allen Brüchen der gleiche Winkel? Weil Klüfte im Zuge von gerichteten tektonischen Kräften wirken, wie zum Beispiel Scherung. Da diese Kräfte meistens bei einem tektonischen Event in nur eine Richtung wirken, bilden sich auch die Klüfte bevorzugt in etwa einer Richtung aus.
Klüfte können auch, besonders bei Plutoniten, entstehen, wenn sich der magmatische Körper abkühlt und dabei sein Volumen verringert. Wenn nun die darüber liegenden Gesteine erodiert werden, wird der auflastende Druck immer geringer und es bilden sich Entspannungsklüfte, die oftmals etwa der oberflächlichen Morphologie folgen.
Glück Auf!
seisteff:
Vielen Dank für die Antworten!
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