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Löcher in Barytkugeln

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Collector:
Hi Uwe

die kugelrunde Form der Baryte scheint geklärt;  es dürfte sich um eher seltene Sahara-Barytaggregate (ehemalige "Barytrosen, Sandrosen" aus Baryt) handeln, welche im Laufe der Jahre / Jahrhunderte durch ständige Winde an den Dünenrändern abgerollt wurden, sich zwischenzeitlich mit Sand verbuken und letztlich die Kugelform annahmen ( "Die Kugel - die Mutter aller Formen").
Interessant ist, dass bisher über solche Kugelformen von den bekannten Gips-Sand-Wüstenrosen nicht berichtet wurde.

Warum es diese charakteristischen Löcher in den Kugeln gibt (ob Organismen oder Sandkörner, bleibt dahingestellt), ist nicht geklärt. Die Ränder der Löcher sind, i.ü., weder ausgefranst noch erscheinen sie angeätzt.
Gruß
Peter

skibbo:
Hallo Peter,

solche kugelrunden Barytkonkretionen finden sich auch direkt vor unserer Haustür. In der Sandgrube Steinhardt bei Bad Sobernheim haben sich solche Barytkonkretionen um verfaulendes, biogenes Material gebildet. Nahezu jede Kugel enthält einen, mehr oder weniger großen, fossilen Kern um den sich der Baryt angereichert hat. Das können Äste, Blätter, Zapfen, Muscheln, Knochen usw. sein. Die "Löcher" in den dortigen Kugeln sind entweder auf oberflächliche Reste des eingeschlossenen Fossils zurückzuführen, z.b. ein Astquerschnitt, oder eben, wie schon genannt, größere Quarzkörner, die der Kugel nicht mehr anhaften.

Collector:
Hallo Stefan

danke für Deine Info, ich habe noch nie andere Barytkugeln gesehen, bzw. wusste bis zu Deiner Nachricht nicht, dass es auch anderswo Kugeln gibt.
Wäre es Dir möglich, von solch einer Bad Sobernheimer Kugel mal ein Foto einzustellen ? Oder eine Referenz (Literaturangabe) zu nennen ?
Ich meine hier richtige Kugeln und nicht solche kreuz- und quer-Aggregate, wie sie im Mineralienatlas zu sehen sind.

Im übrigen: Die von mir abgebildeten fast perfekten Kugeln enthalten keine fossilen Kerne, sondern sind durchgehend (homogen) (Sand)-Baryt.  Sehr ähnlich wie die bekannten (Gips)-Sandrosen.
Auch die Quarzkörner-Theorie stimmt wohl nicht, da manche Löcher relativ lang sind, bzw. das Verhältnis Durchmesser zu Länge meist 1:5 ist, und das entspricht nicht unbedingt einem Korn.

Danke
Peter

skibbo:
Hallo Peter,

eine Vielzahl der Barytkonkretionen von Sobernheim sind nahezu rund. Ein besseres Stück als meinen Türstopper habe ich allerdings gerade nicht zur Hand. Das Loch ist in diesem Fall vermutlich die Austrittstelle eines dünnen Astes o.ä.
In den allermeisten Knollen von Sobernheim findet sind nur ein kleines Relikt biogenen Materials. Um größere, interessante Fossilien zu finden muss man schon dutzende sogenannter "Steinhardter Erbsen" aufschlagen.
Auf mindat hatte ich damals weitere Bilder hochgeladen, die ergänze ich bei Gelegenheit hier noch.

Interessant für deine Kugeln wäre zu wissen um welche Art Sand es sich handelt. Marinen Ursprungs, fluviatil oder äolisch abgelagert?

Viele Grüße,
Stefan

CARCHARIAS:
Servus

Gibt im mainzer becken noch mehr fundstellen mit kteisrunden barytkonkretionen.
In wendelsheim gab es sogar ufos! ;D

Lg Boris

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