Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Fluoreszierender Uranophan???
etalon:
Hallo Sebastian,
das wäre eine denkbare Möglichkeit. Allerdings gibt es bis jetzt keine optische Anzeichen für einen Belag. Die Kristalle sehen außen so aus, wie sie sollen - hochglänzend. Auch weiß ich nicht, wie ich mir das vorstellen müsste. Sollte der Belag als eine Ausfällung aus einer Lösung entstanden sein, warum dann nur auf dem U-phan und nicht auf dem umgebenden Gestein in der Druse? Und warum treten dann keine inhomogenen Verteilungen auf den Büscheln auf? Die Theorie ist ein Ansatz, lässt aber noch Fragen offen...
Ich werde auf jeden Fall bei Gelegenheit mal etwas zur Analyse geben...
Grüße Markus
etalon:
Hallo zusammen,
ich muss das Thema jetzt nochmal aufwärmen. In den letzten Tagen habe ich über 50 verschiedene Uranophan- und Sklodowskitstufen mittels UV365nm untersucht, und konnte bis auf zwei Stufen, welche von Uranocircit umgeben waren (das hat einfach zu hell fluoresziert), eindeutig Fluoreszenz erkennen. Die Stufen stammten aus Menzenschwand/Schwarzwald, Shinkolobwe/Kongo, Musonoi/Kongo, Großschloppen/Fichtelgebirge und die meisten aus der Grube Clara/Schwarzwald. Die Stufen waren zum Teil analysiert. Dabei konnte ich folgende subjektive Beobachtung machen: Um so reiner/klarer die Kristalle waren, desto stärker die Fluoreszenz. Teilweise so extrem, wie sie auf dem obigen Bild von einer Stufe aus Menzenschwand zu sehen ist!
Wie schon geschrieben, ist im deutschen Sprachraum in der Literatur und auch im MA keine Fluoreszenz von Uranophan und Sklodowskit unter UV bekannt. Im englischen Sprachraum wird zumindest dem Uranophan eine leichte Fluoreszenz bescheinigt. Aufgrund meiner Beobachtungen und reichhaltigen Verifizierung möchte ich anregen, doch diese offensichtlich falsche Aussage zumindest im MA, wenn möglich aber auch in der Literatur, für beide genannten Minerale zu korrigieren.
Eigene Beobachtungen und Verifizierungen zu diesem Sachverhalt sind sehr willkommen!
Was denkt Ihr darüber?
Grüße Markus
Uwe Kolitsch:
G. Henkel (1989): The Henkel Glossary of Fluorescent Minerals. J. of the Fluorescent Mineral Society, Special issue, Vol. 15, Fluorescent Mineral Society, Sepulveda, California, 91 pp.
schreibt zum Uranophan:
"blassgrün, grün, gelbgrün SW&LW; (olivgrün) SW; (gelb) LW,SW" [Farben in Klammern = selten beobachtet]
Lynx:
Außerdem:
Wang, Z. et al, "Fluorescence spectroscopy of U(VI)-silicates and U(VI)-contaminated Hanford sediment", Geochimica et Cosmochimica Acta, Vol. 69, No. 6, pp. 1391–1403, 2005 (doi:10.1016/j.gca.2004.08.028)
Uranophan zeigt deutliche Lumineszenz bei Raumtemperatur und tiefen Temperaturen, angeregt mit 415 nm
Lehmann, S. et al "Syntheses and spectroscopic characterization of uranium(VI) silicate minerals",Journal of Radioanalytical and Nuclear Chemistry, Vol. 275, No.3 (2008) 633–642
DOI: 10.1007/s10967-007-7060-z
Synthetischer Uranophan zeigt deutliche Lumineszenz (mehrere Banden im Bereich 480-580 nm, dominante 513 nm; also bläuliches Grün), Anregung bei 266 nm
Demgegenüber bemerken 1955 Gorman und Nuffield :"As in a great many descriptions of secondary uranium minerals, thoseconcerning uranophane are replete with "possibles" and "maybes"regarding fluorescence. On both massive and crystallized varieties pre-vious determinations have been recorded as "some" and "faint green."The present authors found that under both long and short wave ultra-violet Iight the massive material showed no fluorescence, and thecrystallized variety a faint green emission."
Gorman, D.H. and Nuffield, E.W., "STUDIES OF RADIOACTIVE COMPOUNDS: VIII-URANOPHANE AND BETA-URANOPHANE",
American Mineralogist Vol 40 Nr7/8 (1955) p634 (free access: http://minsocam.org/ammin/AM40/AM40_634.pdf)
Mir persönlich erscheinen die modernen Untersuchungen aussagekräftiger, zumal ein synthetisierter Uranophan sehr kontrollierte Verunreinigungen enthält und damit eigentlich die Möglichkeit der Lumineszenz von Uranophan gezeigt wird.
Beim Stöbern bin ich auf folgendes gestossen, vielleicht findet das auch noch jemand interessant:
Casas, I. et al. "Dissolution studies of synthetic soddyite and uranophane" SKB technical report 97-15, SVENSK KÄRNBRÄNSLEHANTERING AB SWEDISH NUCLEAR FUEL AND WASTE MANAGEMENT CO, September 1997; www.skb.se/publication/13608/TR97-15webb.pdf
Grüße, Martin
etalon:
Hallo Uwe und Martin,
besten Dank. Das dürfte wohl Klarheit schaffen. Habt ihr zum Sklodowskit auch noch ein paar Paper parat?
Martin, das verlinkte Paper kannte ich noch nicht, ist aber interessant. Ich kenne aber die darin als Quellen aufgeführten Arbeiten von Finch et al. Die sind auch sehr zu empfehlen...
Grüße Markus
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