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Fluoreszierender Uranophan???

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etalon:
Hallo Martin,

besten Dank für die weiteren Infos!


--- Zitat ---Gorobets  und Kollegen beschreiben leider nicht, ob und wie die beiden Mineralien konkret identifiziert wurden.
--- Ende Zitat ---

Doch, am Anfang schreiben sie, dass alle Mineralien mittels "x-ray photography" analysiert wurden. Was da auch immer 1976 darunter zu verstehen gewesen war (ich vermute mal (P)XRD, denn die hat man damals auf Film belichtet)...


--- Zitat ---Andererseits habe ich keine hilfreiche Beschreibung zu Mg-Ursilit gefunden, die nützlich wäre zu erklären, ob eine stark leuchtende, das gemessene Spektrum verursachende Mg-Ursilit-Phase in Sklodowskit auftreten könnte oder ob gar der Sklodowskit (Clara) tatsächlich ein Mg-Ursilit (Clara) wäre.
--- Ende Zitat ---

Ganz ehrlich, ich sehe da meine beiden Sklodowskitspektren weder beim Einen, noch beim Anderen. Da passen immer nur einzelne Linien (zufällig?). Kann es sein, dass vielleicht eine Mischkristallbildung vorliegt?

Ursilit ist meines Wissens von der Clara nicht gelistet. Uwe Kolitsch hat wohl schon einige Sklodowskite von der Clara analysiert (nicht nur EDX sondern auch SXRD soweit ich weiß). Ich habe ihn mal angeschrieben, ob er mir analysierte Proben zur Spektrenaquisition zur Verfügung stellt, aber noch keine Antwort bekommen (Urlaubszeit...). Vielleicht kann er selbst ja auch etwas dazu sagen, wenn er hier mit liest? Von daher würde ich schon vermuten, dass es sich bei meinem Stück auch um Sklodowskit handelt. Sobald ich jemanden finde, der mir eine P/SXRD macht, wissen wir mehr...

Möglicher weise kann man auch mit einem vernünftigen Raman-Spektrum weiter kommen?


Noch kurz eine Anmerkung zu den letzten drei Literaturverweisen:

Da muss man etwas vorsichtig sein. Zum Einen sind die zugrunde liegenden gesetzlichen Regelwerke möglicherweise überholt (Grenzwerte, etc.), zum Anderen gelten in Deutschland andere Vorschriften als im Ausland. Das lässt sich, auch von den abgeleiteten Maßnahmen und Erkenntnissen her, nicht unbedingt 1:1 auf Deutschland übertragen...

Grüße Markus

Sebastian:
Hallo,
http://www.mueller-mineralien.de/ hier habe ich gerade eine Probe zur Analyse in Auftrag gegeben.
Beste Grüße,
Sebastian

etalon:
Hallo Sebastian,

danke für den Tipp.

Jetzt habe ich auch mal ein Uranophan-Spektrum aufgenommen.

Fluoreszenzspektrum von Uranophan aus Shinkolobwe/Kongo. Angeregt mit UV@365nm:

etalon:
Hallo zusammen,

ich habe jetzt noch mal meine Uranophan- und Sklodowskit-Spektren mit den Daten von Wang et al verglichen:

Wang, Z. et al, "Fluorescence spectroscopy of U(VI)-silicates and U(VI)-contaminated Hanford sediment", Geochimica et Cosmochimica Acta, Vol. 69, No. 6, pp. 1391–1403, 2005  (doi:10.1016/j.gca.2004.08.028)

Diese sind PXRD validiert. Dabei komme ich mit einer Toleranz von +/- 5nm (was hinreichend genau ist, zumal ein Temperaturunterschied bei der Messung von 216K vorliegt) zu folgendem Ergebnis:

- Sklodowskit (Clara) ist passend zu Uranophan
- Sklodowskit (Musonoi) ist passend zu Sklodowskit
- Uranophan (Shinkolobwe) ist passend zu Sklodowskit

Mir scheint, da ist doch der eine oder andere Validierungsbedarf in meiner Sammlung. Das muss ich unbedingt mittels P/SXRD angehen.

So langsam wird ein Schuh draus, und die Fluoreszenzspektrometrie fängt an das zu tun, was ich mir erhofft hatte...  ;D

Es bleibt spannend...

Grüße Markus

Lynx:
Hallo Markus

... stimme Dir im Großen und Ganzen zu.

Als Ergänzung: die Sklodowskit-Spektren der verscheidenen Veröffentlichung sind nicht einheitlich  (deshalb ja unsere Festlegung auf die Daten von Wang) und nur bei Tieftemperatur gab es vernünftige Messdaten (da waren sie sich einig). Deine Daten sind RT....

Von den Spektren her kannst  Du zunächst ja nur sagen, welche Phasenzuordnung leuchtet. Ob der ganze Kristall dann eine einheitliche Phase ist, muss darüber hinaus abgeklärt werden. Insofern ist Deine Aussage
--- Zitat von: etalon am 04 Aug 17, 11:21 ---Mir scheint, da ist doch der eine oder andere Validierungsbedarf in meiner Sammlung. Das muss ich unbedingt mittels P/SXRD angehen.

--- Ende Zitat ---
durchaus im positiven Sinne richtig!

Im übrigen eine durchaus übliche Erfahrung in dem Metier (auch, dass sich die Referenzen der Literatur widersprechen und einzelne Autoren ihre Ergebnisse revidieren siehe Sklodowskit-Daten Gorobets 1977 vs. Gorobets 2005). Deshalb auch meine eingangs geäußerte Skepsis bzgl der Analyse von Mineralien mittels UV-Vis Lumineszenzspektroskopie.

Nichts destotrotz finde ich dieses Thema gerade sehr spannend und bin neugierig, welche Aussagen aus den XRD-Messungen hinzukommen!

Liebe Grüße,
Martin

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