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Zechsteinmuscheln / Schizodus und Liebea

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Fliegenklatsche:
Hallo Erik,

auch wenn der Beitrag schon etwas länger besteht, antworte ich mal ausführlich.

Zechstein und Muscheln ist schon mal auffällig richtig! ;)

Bei der Muschel links liegst Du richtig. Das ist Schizodus obscurus J. de Sowerby 1822. Eine rechte Klappe (daher ist z.B. eine Verwechslung mit Pseudomonotis ausgeschlossen).

Bei der Muschel rechts liegst du falsch. Das ist Liebea squamosa J. de Sowerby 1829. Dem Winkel zw. Dorsal- und Vorderrand nach, dürfte es bereits die gedrungenere, Z2+3 typische "septifer-Wuchsform" sein.

Schizodus und Liebea treten gerne gemeinsam auf. Nicht nur im Z1 sondern auch im Z2 (Hauptdolomit) und nochmal im Z3 (Plattendolomit). Es sind sozusagen '"Überlebende" der salinaren Phasen dazwischen – bzw. mit den neuen Meerestransgressionen erneut eingewandert. 
Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber ob man die Formen aus dem Z2+Z3 jeweils als andere Unterart (oder gar Art) als die Formen aus dem Z1 ansprechen sollte. Äußerlich sind sie praktisch nicht zu unterscheiden (Logan, 1967) aber statistisch gibt es bei beiden Muscheln eine Z1 und eine (sich deutlich damit überschneidende!) Z2+Z3 "Formgruppe" (Gründel, 1973 & 1974).

Weisst Du aus welchem stratigraphischen Bereich Deine Funde stammen?

Deine Vorstellungen zur Erhaltung sind plausibel und sicher richtig – vergleichbares gibt es auch an den Rändern des Thüringer Waldes, wo der Zechstein ebenfalls von jüngeren Spatgängen durchschlagen wird.

Viele Grüße,
Stephan

Erik:
Hallo Stephan,

großartig, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, damit habe ich gar nicht mehr gerechnet. Das Stück kommt aus dem Z1, wahrscheinlich unmittelbar über dem Kupferschieferhorizont. Liebea hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

Grüße, Erik

oliverOliver:
hallo Erik,
habe die beiden Arten angelegt - das Foto wär somit was fürs Lexikon ....

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