Weitere Informationen zur ehemaligen Grube 'Schöne Aussicht' bei Dernbach im Westerwald, vom 18.6.2005 ..
Zur Geologie:
Der Gang der 'Schönen Aussicht' ist das nördlichste Vorkommen der Emser Ganggruppe, die sich von Arzbach nach Süden fortsetzt.
Die Grube beutete den in sandigen Grauwacken streichenden, mit Cerussit und Pyromorphit und in der Teufe stark mit Quarz durchwachsenen Brauneisenerzgang (0,5-2 m mächtig) aus.
Die ausgedehnten Erzablagerungen in den Tertiärschichten östlich/südlich Dernbach (und bei Eigendorf, Wirges, Staudt) sind von Lehm, Sand und Tonen überlagert; die Eisensteinlager waren bis zu 6 m mächtig.
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Zur Mineralogie:
Durch Zertrümmerung großer Gangteile und nachfolgende Oxidation der Ausfüllungsmasse sind quarziger Brauneisenstein und eine eisenschüssige quarzitische Brekzie entstanden, in deren Hohlräumen man folgende Mineralparagenese entdecken konnte und z.T. auch heute noch kann:
Amalgam,
gediegen Silber (aus dem Silbergehalt des umgewandelten Bleiglanzes),
Pyrit (selten),
Pyrolusit und Limonit reichlich (auch als Glaskopf),
Jodsilber (schwefelgelbe xx) mit Jodobromit (schwefelgelb) und Beudantit,
Perroudit (rot winzig und sehr selten)
Cerussit (aus Bleiglanz entstanden),
Anglesit und Pyromorphit (ebenso als Braun- und Grünbleierz),
Mimetesit,
Karminit (rote xx - sehr selten),
Skorodit (sehr selten)
Pharmakosiderit
Beudantit, Corkit oder Hinsdalit (auch pseudomorph nach Pyromorphit)
Gangmineral ist, wie gesagt, der dort allgegenwärtige Quarz, teils als derber Milchquarz, teil als xx.
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Exkursionsablauf:
Pünktlich um 9 Uhr holte mich Alfred S. aus Mettmann vom Wiesbadener HBF ab und los ging's im grünen Passat, Richtung Dernbach im Westerwald.
Im Wald, am Osthang des sog. 'Kellerseich', erwarteten uns neben bereits angelegten Schurflöchern und zahlreichen lose, halb unterm Blätterwerk versteckten Quarzstücken, teils mit Brauneisen überzogen, auch Mückenschwärme (darunter auch viele Schnaken)...
Die Zecken-Abwehrtücher, mit denen wir uns die offenen Hautpartien einrieben, wehrten auch etwas die Mücken ab aber trotzdem wurden wir, bereits direkt nach unserer Ankunft, ganz schön zerstochen (Rücken, Kopf, Gesicht, Arme..)..
Trotz Mückenplage hielten wir es insgesamt rd. 1,5 Stunden aus.
Auf Verdacht nahmen wir jeder einige Stücke mit und einige weitere durch Schaufeln bei den bereits angelegten Löchern. Die lehmigen Brocken warten dann bis Sonntag auf ihre Reinigung!
Dann folgte wieder der obligatorische 'Abmarsch' mit bei McSchuerf rd. 20 im Rucksack verstauten Brocken. In dem in der Nähe geparkten Auto war es dann schon tierisch heiß. Temperatur draußen schon bei 26 Grad C; später wurden es dann noch 28 Grad C. Die Klimaanlage in Alfred's Passat funktionierte jedoch einwandfrei!..
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Quelle: Beschreibung zur Geologie und Mineralogie aus 'Mineralfundstellen Hessen' von H.-J. Wilke, Band 7, Seite 96+97.
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Nachtrag:
Sonntag, 19.6.05:
Alle Stücke wurden von mir gereinigt und unter dem Mikroskop betrachtet:
Bis jetzt eindeutig erkannte Minerale sind:
Pyrolusit (strahlig - nur 1 x) und Limonit (Glaskopf) - sehr schön und häufig! Aggregate teils bis 5 mm hoch (!)
1 x Corkit pseudomorph nach Pyromorphit
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