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Objektiv in Retrostellung und was daraus wurde
Stefan:
Josef, hast Du ein Bild von Deinem Aufbau?
Viele Grüße Stefan
etalon:
Hallo zusammen,
ich stimme Josef auch vollumfänglich zu. Wenn man etwas optimieren will, sollte man sich immer auch vor Augen führen, für was für einen Zweck eine jeweilige Optik gerechnet wurde. Fotoobjektive haben da sicher einen ganz klar anderen Verwendungszweck, als Mikroskopobjektive oder Teleskope. Dem entsprechend sind auch die Kompromisse, welche man bei der Auslegung der Optik machen muss. Möchte ich die schönen Dinge im Weltraum beobachten, dann reicht es aus, wenn mein Teleskop ausschließlich im Unendlichen möglichst viele Aberrationen korrigiert hat. Bei einem Mikroskopobjektiv ist es genau anders herum. Dort möchte ich die kleinen Dinge bei einem definierten Arbeitsabstand beobachten. Es ist also wichtig, dass exakt in dieser Position die beste Abbildungsleistung zur Verfügung steht. Bei Fotoobjektiven muss man oft Kompromisse eingehen, da die optischen Aberrationen für unterschiedliche Objektabstände und u.U. für unterschiedliche Brennwiten möglichst gut behoben sein sollten. Das ist nicht immer möglich. Daher werden Spezialist wie Mikroskopobjektive bei der Abbildung von kleinen Objekten im Nahfeld immer besser sein, als Fotoobjektive. Wenn man also nun kleine und kleinste Objekte ablichten möchte, wird man eine Qualitätssteigerung seiner Bilder am schnellsten dadurch erreichen, wenn man auch eine Optik verwendet, welche der Spezialist für diese Anwendung ist. Allerdings ist darauf zu achten, dass (vor allem bei älteren Mikroskopobjektiven) nicht zwingend ein voll korrigiertes Bild nur durch das Objektiv alleine entsteht. Oftmals werden Herstellerabhängig manche Aberrationen erst durch Tubuslinse und/oder Okular korrigiert. Dadurch eignet sich auch nicht jedes Mikroskopobjektiv zu Fotografie. Am wichtigsten dafür ist es, dass ein Mikroskopobjektiv ein ebenes Bildfeld zur Verfügung stellt. Das ist in der Regel mit dem Namenszusatz "plan" gekennzeichnet...
@Thomas:
--- Zitat ---(die Vergrößerung bei Leitz bezieht sich auf eine 250er Tubuslinse)
--- Ende Zitat ---
Bist Du Dir da sicher? Ich kenne zwar nur die Leica-Mikroskope, welche ja seinerzeit aus u.A. Leitz hervorgegangen sind, aber diese haben bei Unendlichoptiken Tubuslinsen mit 200mm BW verbaut (zumindest die HC und die HCX Serie).
Grüße Markus
harzgeist:
Hallo Markus
Eigentlich bin ich durch Zufall auf dieses Objektiv gestoßen, als ich nach Ersatz für mein defektes 20er suchte. Bei einem Preis von knapp 100 Euro habe ich dann zugeschlagen. ;D
Als die Vergrößerung geringer war als erwartet (zunächst mit dem vorhandenen 125er Zeiss), habe ich dann über google herausgefunden, dass Leitz die Angaben auf 250 mm bezieht. Ich kann aber nicht mehr sagen, wo genau ich diese Info entnommen habe. Stimmt aber mit der errechneten und gemessenen Vergrößerung überein.
Die genaue Bezeichnung ist
Leitz LL 20x 0,40
(unendlich)/0/30
Ein Objektiv mit dieser Bezeichnung, das meinem auch von der Bauform gleicht, konnte ich allerdings auch in den Leitz-Unterlagen aus dem Netz nicht finden.
Thomas
etalon:
Hallo Thomas,
--- Zitat ---Als die Vergrößerung geringer war als erwartet (zunächst mit dem vorhandenen 125er Zeiss), habe ich dann über google herausgefunden, dass Leitz die Angaben auf 250 mm bezieht.
--- Ende Zitat ---
Nun, im Allgemeinen ist es eher schwierig, in der Fotografie von Vergrößerungen zu sprechen. Diese Angaben beziehen sich in der Regel darauf, dass bei visueller Beobachtung durch das Mikroskop ein Objekt um den angegebenen Faktor vergrößert wird (wobei sich in diesem Fall die Vergrößerung als Produkt von Okularvergrößerung und Objektivvergrößerung errechnet) im Verhältnis zu seiner Beobachtung ohne optische Hilfsmittel in Normsehabstand. Dieser Normsehabstand wird mit 250mm angenommen (aus diesem errechnet sich übrigens auch die Okularvergrößerung!). Letzten Endes geht es bei Vergrößerungen immer um die Bildwinkel, unter denen das Objekt mit und ohne Hilfsmittel erscheint. Bei der Fotografie ist eher der Bildausschnitt als Vergleich heran zu ziehen (anstatt die Vergrößerung), denn je nachdem, wie groß Du dann den Bildausschnitt z.B. am Monitor oder in einem Ausdruck betrachtest, steigt die Vergrößerung drastisch! D.h. wenn ich ein Objekt, welches 1mm Ausdehnung hat mit einem 10x vergrößernden Objektiv aufnehme, dann hat es in der Bildebene eine Ausdehnung von 10mm. Wird selbiges nun mit einer Pixelgröße von 5my gesampled, dann erscheint das Objekt mit einer Größe von 2000 Pixeln. Sehe ich mir das nun 1:1 auf einem HD-Fernseher an (der hat ja knapp 2000px in der Breite) bei einer Bildschirmbreite von sagen wir 1m, dann entspricht das bei einem Betrachtungsabstand von 250mm einer 1000fachen Vergrößerung (ob das Sinn macht, sei mal dahin gestellt)! Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass es in der Fotografie keinen Sinn macht, von Vergrößerungen zu sprechen, sondern eher von Abbildungsmaßstäben in Form von Bildbreiten. Man kann aber den Vergrößerungsfaktor durchaus auch fotografisch messen, wenn man einen entsprechend genauen Standard hat, und selbigen mit der Anzahl an Pixeln bekannter Größe vermisst. Das ist allerdings etwas aufwändig und setzt einen entsprechenden Standard voraus.
--- Zitat ---Stimmt aber mit der errechneten und gemessenen Vergrößerung überein.
--- Ende Zitat ---
Was hast Du da errechnet und woraus? Und wie hast Du das gemessen? Wenn ich richtig gelesen habe, dann hast Du als TL nur ein 125er und ein 300er Tele, oder? ;)
Unabhängig davon, will ich nicht ausschließen, dass es von Leitz Mikroskope mit 250mm TL gab, aber das ist sicher nicht die Regel. Ich würde erst mal von 200mm ausgehen, und damit mal einen Standard vermessen. Dann weist Du, ob es stimmt, oder nicht...
Grüße Markus
Sebastian:
Also wie ich das verstanden habe wird die Vergrößerung
Über die Bildbreite und die Sensorbreite errechnet. Was du mit den Monitoren etc. Meinst ist dann nach meinem Verständnis die "leere" Vergrößerung. Man sieht es größer, aber das Bild (mit der Bildinformation) ist nicht stärker vergrößert. Also bildbreite ausmessen und durch die sensorbreite teilen.
So schwer ist das näherungsweise nicht ;D
Beste Grüße,
Sebastian
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