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Extrem ungewöhnliche Kombination - Kieselholz mit fossilem Harz
oliverOliver:
Erst vor kurzem hat mein Sammlerfreund Herbert im Marchschotter (Niederösterreich) ein an sich unscheinbares Kieselholz gefunden - aber mit einer speziellen Besonderheit: auf einem kleinen Bereich mit einer Maximalausdehnung von nur 16 mm sind kleine Kügelchen von fossilem Harz ("Bernstein") erhalten. Auf der Gegenseite ist zu erkennen, dass dort ebenfalls solche Kügelchen saßen, welche aber nicht mehr vorhanden sind.
Harzsammler:
Hallo,
Ich kann mir aber sehr schwer vorstellen, dass sich an derart exponierter Position an einem Kiesgrubenfund Bernstein in Situ erhalten kann.
Wahrscheinlicher ist doch wohl, dass der Bernstein dort nachträglich angebacken wurde?
Grüße,
Michael
Walpurgin:
Aus Tschechien hatte ich das schon einmal gesehen.....aber das war halt Tertiäres Holz aus der Braunkohle .
Sargentodoxa:
Hallo
Aus Tschechin kommt der sog. Duxit. Unter anderen kam er in leicht verkieselten Sumpfzypressenstuppen in Bilina vor. Gelegentlich werden diese Stücke auf Börsen angeboten und haben "gute" Preise. Wenn man bedenkt, das diese Stubben, gesprengt wurden, um einen reibungslosen Abbau der Braunkohle garantieren zu können! Optisch mitunter sehr schöne Stücke: Leicht verkieselter, kohlige Xylit mit mm-großen "Bergkristallrasen" in deren Inneren eben dieser Duxit enthalten ist. Strittig ist noch die Einordnung, während einige Wissenschaftler ihn zu den Retiniten stellen, bezeichnen andere ihn als "harziges Bitumen". Weitere Infos unter Wik. Werner aus der Lausitz
oliverOliver:
--- Zitat von: Harzsammler am 06 Sep 17, 09:14 ---Hallo,
Ich kann mir aber sehr schwer vorstellen, dass sich an derart exponierter Position an einem Kiesgrubenfund Bernstein in Situ erhalten kann.
Wahrscheinlicher ist doch wohl, dass der Bernstein dort nachträglich angebacken wurde?
Grüße,
Michael
--- Ende Zitat ---
Hallo Michael,
diese Bedenken hatte ich auch - aber Bernstein kommt in den Marchschotten normalerweise nicht vor,
und dass dann vom normalerweise nicht vorkommenden Harzfossil gleich mehrere winzige Kügelchen direkt nebeneinander ausgerechnet auf Kieselholz "angebacken" (durch den Limonit) werden - ich denke, das ist wohl auszuschließen.
Meine Erklärung wäre: vermutlich handelte es sich ursprünglich um einen kohligen Kontext, wobei nur ein kleiner Abschnitt des Holzes verkieselte (wie z.B. in OÖ in Trimmelkam oder im Hausruck: dort haften den Kieselhölzern oft noch Holzreste in Braunkohleerhaltung an, ganz offensichtlich vom selben Holzstück, manchmal regelrecht ineinander verzahnt). In dem das silifizierte Stück umgebenden inkohlten Holz dürfte das Harz zu Bernstein fossilisiert sein und haftet nun am Kieselholz, während die Braunkohle- bzw. Xylit-Anteile bei der (Um-)Lagerung zerbröselten/wegerodierten.
Muss nicht (genau) so gewesen sein, wäre aber für mich derzeit am plausibelsten.
Aber dass das Stück in der vorliegenden Form nicht mehr (oder nur mehr sehr geringfügig - Spuren abgefallener Kügelchen an der "Rückseite") transportiert worden sein kann - das sehe ich genauso.
Und, wie in der Fundstellenbeschreibung andeutungsweise wenn auch nicht explizit erwähnt, ein guter Teil der "jungen", also typischen March-Hölzer, dürfte direkt in den Schotterkörpern der Paläo-March silifiziert sein, hat also keinen langen Transportweg oder teils mehrfache Umlagerungen hinter sich, wie dies bei den - selteneren - "älteren" (zum Teil offenbar mesozoischen) Marchhölzern der Fall ist. In schluffig-tonigen Sedimenten von Paläo-Altarmen kann ich mir auch gut Inkohlungsmilieus vorstellen, wie ja bei vielen/fast allen Paläo-Flusssedimenten partiell Lagen mit kohligen Pflanzenresten oder mini-Flözchen durchaus üblich sind. Aus einem ähnlichen Ablagerungsmilieu (pelitische Sedimente mit vermutlich/eventuell kohligen Anteilen) dürften wohl auch die March-Pyrithölzer stammen.
Dank auch an Walpurgin und Werner für die Hinweise!
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