Glück Auf!
Ich kenne zwei Stufen Chabasit mit der Fundortangabe Hammerunterwiesenthal, die einen für Hammerunterwiesenthal sehr typischen Phonolith zeigen. Soll heißen, ich kann an diesen zwei Stufen kein Argument finden, dass gegen Hammerunterwiesenthal spricht. An die Größe der Kristalle ich mich nicht erinnern, aber es waren mit bloßen Auge typische Chabasitzwillinge zu sehen. Die Bruchflächen einiger randnaher Chabasite sprach auch für Chabasit. Zumindest konnte man Calcit daran ausschließen. Chabasit wird in Hammerunterwiesenthal trotzdem selten gewesen sein. Chabasit dürfte wohl eher auf den oberen Sohlen gekommen sein, als auch der Thomsonit noch regelmäßig angetroffen wurde.
Deine Bedenken bei dem hier diskutierten Stück kann ich nachvollziehen. Ich habe mir das Bild auch schon einige Mal angeschaut und in Gedanken mit einem "fraglich" kommentiert. Der Phonolith von Hammerunterwiesenthal ist aber keineswegs immer so kompakt, wie man es von den meisten Stufen kennt. Ich habe selber Stufen in Hammerunterwiesenthal aus großen Blöcken geborgen, deren umgebender Phonolith für Hammerunterwiesenthal ungewöhnlich porös war. Die entscheidenen Details sind auf dem Bild auch nicht zu erkennen. Man müsste schon das Stüfchen in natura sehen und wahrscheinlich sogar ein Mikroskop bemühen und auch Vergleichstücke von fraglichen Fundstellen in Böhmen (z.B. Řepčice) hinzuziehen, um Argumente gegen Hammerunterwiesenthal zu finden. Ich sehe zwar, dass die Unwahrscheinlichkeit größer ist als die Wahrscheinlichkeit für eine Herkunft aus Hammerunterwiesenthal, aber keine ausreichende Faktenlage, um an der bestehenden Beschriftung etwas zu ändern. Vielleicht meldet sich ja der Besitzer der Stufe. Wenn es ein Eigenfund ist, der vielleicht noch aus einem größeren Block herausgearbeitet wurde, stammt es aus Hammerunterwiesenthal.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut