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Autor Thema: Reinigung oxidierter Stufen mit Kupferkies, Malachit und Azurit  (Gelesen 3373 mal)

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Offline HBreuer

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Aus Haldenfunden habe ich einige stark oxidierte, braun verfärbte Stufen mit Malachit, Azurit, Kupferkies, teilweise auch mit Bleiglanz.
Tests haben gezeigt, daß Dithionit (a+b) zwar die Oxidation auflöst, leider aber auch den Malachit und Azurit. Die Stufen sehen hinterher aus wie blankgeputzt und die Erze sehen frisch und glänzend aus. Mit Oxalsäure wage ich garnicht erst heranzugehen, ebensowenig mit verdünnter Salzsäure.
Weiß jemand, wie man solche Stufen wieder farbfrisch hinbekommt, ohne daß Azurit und Malachit verschwinden ?

Herbert

Offline harzgeist

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Hallo Herbert,

mit Chemie wirst du da nicht viel weiter kommen. Ultraschall mit Spülmittel scheint mir noch am erfolgversprechendsten.
Dithionit hat bei mir den Malachit zwar nicht aufgelöst, ihn aber schwarz anlaufen lassen. Eventuell noch mal mit einem stärker verdünnten Dithionitansatz bei Raumtemperatur und gleichzeitiger Ultraschall-Anwendung versuchen und alle paar Minuten beobachten.
Möglicherweise führt auch eine Lösung von EDTA-Trinatriumsalz (ohne Zusatz von Dithionit) zu einer wenigstens teilweisen Verbesserung. Diese Lösung greift die Kupferminerale zwar auch an, kann aber bei nur wenig Eisen durchaus erfolgversprechend sein.

In jedem Fall wird kein vollständiger Erfolg, sondern nur ein Kompromiss möglich sein.

Thomas

Offline loismin

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Hallo .

ich würde es trotzdem mal mit verdünnter Salzsäure probieren.
Beim Dithionit ist halt auch das Problem, daß es sehr lange braucht und die Stücke lange in der Säure liegen müssen.
Ich habe da mit der Salzsäure recht gute Erfahrung gemacht, da muß man allerdings dabei bleiben und so kurz als möglich drin lassen !
Und vorher und nachher natürlich gut neutralisieren.

Loismin

Offline Kupperdroll

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Hallo,Herbert!

Aus meiner Erfahrung,wenn es um Azurit,Malachit und Cu-Erzen geht kann ich nur sagen : Hände weg von Salz-,Zitronen- und Essigsäure und allem,was Karbonate löst!!!
Azurit und Malachit sieht dann sehr angelutscht aus oder ist gänzlich weg.Deshalb schliesse ich mich da Thomas an :
Zitat
In jedem Fall wird kein vollständiger Erfolg, sondern nur ein Kompromiss möglich sein.

MfG

Offline harzgeist

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ich würde es trotzdem mal mit verdünnter Salzsäure probieren.

Karbonate und Salzsäure ...  Das hört sich erst mal verrückt an, kann unter bestimmten Voraussetzungen aber tatsächlich eine gewisse Verbesserung bewirken. Nämlich dann, wenn der Belag unmittelbar auf den Karbonaten aufliegt und auch nur von diesen entfernt werden soll.
Dazu müssen die Karbonate aber in kompakter Form bzw. in dickeren Krusten vorliegen. Bei nadeligem Malachit wird das nicht funktionieren.
Ebenso kann das Eisen nicht von den Begleitmineralen (Quarz, Baryt, Sulfide) entfernt werden, da verdünnte Salzsäure Limonit nicht löst und sich konzentrierte Säure von selbst verbietet.
Der Effekt beruht auf einer Art Schälwirkung, wobei die obere Schicht der Karbonate gelöst wird und somit die Eisenkruste die Haftung verliert. Natürlich erleiden dabei etwaige Kristalle auch Schaden. Es kommt immer auf die Beschaffenheit der Stufe (und das Empfinden des Besitzers) an ob so etwas in kauf genommen werden kann.

Ich sehe das als die letzte Möglichkeit an, wenn alles andere nicht zielführend war, um die Stufe doch noch "irgendwie" zu retten.

Thomas


Offline HBreuer

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Danke, Leute, für Eure Meinungen, Erfahrungen und Tips. Habe einige der Stufen heute mal mit dem Druckreiniger und anschließend per Ultraschallreiniger behandelt mit Zusatz eines Tropfens Spülmittel.  Die Oxidation habe ich damit allerdings nicht wegbekommen. Muß die Stufen wohl so akzeptieren. Wenigstens sind Azurit und Malachit heil geblieben und schön anzuschauen, trotz der braunen Matrix.

Gruß, Herbert

Offline harzgeist

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Hallo Herbert

Der Satz "Das gehört zur Paragenese" ist hier sicher schon hundert mal geschrieben worden. Wenn die Hauptminerale nicht beeinträchtigt sind, ist doch eigentlich alles in bester Ordnung. Wenn die Stufe dennoch von der braunen Matrix dominiert wird, ist es oft besser, die Stufe durch geschicktes Formatieren aufzuwerten, als die chemische Keule überstrapazieren zu wollen. Insbesondere bei Sekundärparagenesen.
Ich hatte mal testweise eine Pyromorphitstufe mit Dithionit behandelt. Das Ergebnis waren schöne grüne Pyromorphite auf schneeweißem Quarz. Trotz des schönen Farbkontrastes sahen die Kristalle als nicht-dort-hin-gehörig und wie aufgeklebt aus. Ich habe die Stufe dann entsorgt !

Thomas

Offline HBreuer

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Hallo Thomas,
habe einige meiner Stufen nun "nachformatiert", um die an den wenig(er) korrodierten Kern heranzukommen. Hat teilweise funktioniert, einiges war danach allerdings nur noch "Gartenit" bzw. "Wegwerfit".
Gruß, Herbert

 

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