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Berliner Elbelauf / „gemengtes“ Diluvium

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karlov:
Liebe Freunde der südost-mitteldeutschen Geologie,

bei der Bestimmung von Geröllfunden aus dem Berliner Raum sind Fragen aufgetreten, die ich bisher nicht ausreichend oder befriedigend beantworten konnte. Vielleicht weiß ein Kenner der Geologie Sachsens und Tschechiens mehr.

Die Bestimmung von Funden in Kurt Huckes „gemengtem“ Diluvium, dem gleichzeitigen Auftreten von nordischen Geschieben und Geröllen südlicher Herkunft in pleistozänen Ablagerungen, ist problematisch, da manchmal gar nicht geklärt werden kann, ob die Funde nun „nordisch“ oder südlich sind. Weiterhin treten bestimmte Gesteine an mehreren bis vielen Orten im Süden auf, so dass der Herkunftsort nur unscharf umrissen werden kann. Es soll hier daher auch nicht um Leitgerölle gehen, sondern um Fragen nach einer möglichen (!) Herkunft. Wer die Geologie im Elbe-Einzugsgebiet näher kennt, kann vielleicht Aussagen zu hier vorgestellten Problematica machen. Einige Gebiete kenne ich aus eigener Anschauung, aber insgesamt doch zu wenig.

Vielen Dank schonmal im voraus!

1. In der Kiesgrube Horstfelde südlich Berlin treten neben nordischen Geschieben reichlich Gesteine des Berliner Elbelaufes auf, und zwar weniger die Leitgerölle (Quarz-Lydit-Konglomerate) oder typischen Anzeiger südlicher Geröllgemeinschaften (Cherts/ „Lydite“), dafür aber sehr häufig Basanite, Phonolithe und Tephrite aus Tschechien. Ebenso häufig sind die abgebildeten, schiefrig ausgebildeten, dem Augenschein nach metamorphen Keratophyre oder Basalttuffe. Neben der grünen, im frischen Bruch schwarzgrünen Farbe sind einige undeutliche Einsprenglinge zu erkennen, die makroskopisch nicht bestimmbar sind. Das höhere relative Gewicht dieser Gesteine und eine Beschreibung bei Genieser 1957 legt eine vorläufige Bestimmung als metamorpher Basalttuff o.ä. nahe. Die Frage ist: woher stammen die Gesteine? Ähnliche Basalttuffe aus dem Devon habe ich mal aus dem Tharandter Wald (Talmühlengrund bei Hartha) beschrieben gesehen. Kennt jemand weiteres Anstehendes?

karlov:
Ein weiteres Exemplar aus Horstfelde, Aufnahme unter Wasser.

karlov:
2. Etwas ominös ist dieser Fund aus Horstfelde: ziemlich leichtes, blasiges Gestein von hell graugrünlicher Farbe mit roten Pigmentierungen. Hohlräume sind von etwas hellerem Material gefüllt, das von einem schwarzen Rand umgeben ist. Für einen basaltischen Mandelstein ist das Gestein viel zu leicht. Vielleicht ein basaltischer Tuffit mit Mandeln? HCl negativ.

karlov:
zu 2. Bruchfläche

karlov:
3. Brekzie mit Vulkanitklasten (geschichtete feinkörnige Vulanite, Ignimbrite). Das Stück stammt aus Niederlehme bei Berlin, ist aber Fremdmaterial, welches zusammen mit Massen an Tephriten u.ä. dort abgelagert wurde. Vermutlich aus einer Schwestergrube weiter im Süden. Eigentlich sollte solch eine Fundsituation nicht weiter interessieren, aber das Stück sieht geschnitten einfach zu gut aus. Auffällig ist die dichte, grüne Matrix. Wer kennt solche Brekzien und wo könnte sie herstammen? Vermutlich Permokarbon, evtl. Meißener Raum/ Döhlener Becken?

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