Hallo zusammen
Ein bisschen Literatur.
1)Reiche, I., et al. "Comparative analysis of odontolite, heated fossil ivory and blue fluorapatite by PIXE/PIGE and TEM." Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Atoms 161 (2000): 737-742.
Die Autorin beschreibt, wie die Untersuchungen durchgeführt wurden, gibt Probenbeschreibung und Messdaten. Ausgangspunkt sind die unbehandelten fossilen Zähne, die teilweise im Verlauf der Untersuchung getempert wurden. In der Probenbeschreibung (Tabelle1) wird explizit Färbung vor und nach Tempern genannt, Beispiele
O1: Tooth (odontolite), turquoise blue with brown areas, No treatment
O4: Mastodons ivory (odontolite), turquoise blue with brown areas, color after heating: turquoise blue
O1 und O4 weisen bereits ohne Hitzeeinwirkung also natürlicherweise blau gefärbte Stellen auf.
d.h. es gibt wahrscheinlich Mechanismen, die auch ohne Hitzeeinwirkung die Mn5+ Färbung (zumindest stellenweise) bewirken könnten!Bei Probe O4 wird die Farbe anscheinend intensiviert. Alle blauen Proben zeigen signifikanten Mn-Anteil, aber nur sehr geringen Cu-Anteil.
Beschrieben werden Proben verschiedener Fundorte (mit Schwerpunkt Südfrankreich).
2)Reiche, Ina, et al. "From mastodon ivory to gemstone: The origin of turquoise color in odontolite." American Mineralogist 86.11-12 (2001): 1519-1524.
Darin greifen die Autoren die Untersuchungen auf.
3)Reiche, I., C. Vignaud, and M. Menu. "Heat induced transformation of fossil mastodon ivory into turquoise ‘odontolite’. Structural and elemental characterisation." Solid State Sciences 2.6 (2000): 625-636.
4)Reiche, Ina, et al. "Manganese accommodation in fossilised mastodon ivory and heat-induced colour transformation: Evidence by EXAFS." European journal of mineralogy 14.6 (2002): 1069-1073.
Lit. 2-4 arbeitet die Details der Untersuchungen wissenschaftlich auf. Hier findet man noch den Kontext zur Kunstgeschichte:
http://www.esrf.eu/UsersAndScience/Publications/Highlights/2001/chemistry/CHEM8.html5)Krzemnicki, Michael S., Franz Herzog, and Wei Zhou. "A historic turquoise jewelry set containing fossilized dentine (odontolite) and glass." Gems & Gemology 47.4 (2011): 296-301.
Die Autoren beschreiben die Untersuchung von Schmuckstücken mit Türkis und blauem Odontolith. Sie bemerken darin, dass Zisterziensermönche aus der Region im Südwesten Frankreichs (aus dieser Region stammen auch die von Reiche untersuchten Zähne) bereits seit dem Mittelalter „blau gefärbte Steine“ machten, die an Türkis erinnern.
6)Taniguchi, Yoko, et al. "The first fake? Imitation turquoise beads recovered from a Syrian neolithic site, Tell El-Kerkh." Studies in conservation 47.3 (2002): 175-183.
Die Autoren beschreiben ebensolche Funde blauer Odontolith-Perlen aus Syrien.
7)Chadefaux, Céline, et al. "Color origin and heat evidence of paleontological bones: Case study of blue and gray bones from San Josecito Cave, Mexico." American Mineralogist 94.1 (2009): 27-33.
Auch in Mexiko gibt es derartig blau gefärbte Knochen.
8)Reiche, Ina, and Emilie Chalmin. "Synchrotron radiation and cultural heritage: combined XANES/XRF study at Mn K-edge of blue, grey or black coloured palaeontological and archaeological bone material." Journal of Analytical Atomic Spectrometry 23.6 (2008): 799-806.
Lit. 5 und 6, 8 geben Hinweise auf die kulturelle Nutzung von derart gefärbtem Odontolith
Lit. 6 und 7 zeigen, dass es kein rein südfranzösisches Phänomen ist.9)Ferrand, J., et al. "On the origin of the green colour of archaeological bone artefacts of the Gallo‐Roman Period." Archaeometry 56.6 (2014): 1024-1040.
Die Autoren beschreiben, dass Grünfärbung von Knochen durch Auskochen in einem Kupferkessel erzielt werden kann
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Soweit meine erste Recherche zur Literatur. Jetzt seid Ihr dran.
Gruß, Martin