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Fremdmaterial?
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IntronX:
Hallo,
ich würde gerne mal wissen, wie wahrscheinlich es sein kann, Fremdmaterial in einem offen gelassenen Tagebau zu finden. Und, wie man Zweifel ausschließen kann.
Habe in Lich (Hessen / Vorderer Vogelsberg) in der Grube "Eiserne Hose" (ehemaliger Bauxit-Tagebau) 3 kleine Stücke (alle mit der gleichen Matrix) mit derbem Epidot gefunden. Außerdem ein Stück Roteisenstein mit miniatur Quarz-Doppelendern. Zuletzt noch einige Anflüge von Pyrit.
Nun ist die Grube ja schon oft besucht worden, aber hier im Atlas (bei Mindat wurde diese Fundstelle noch gar nicht angelegt) ist für die Fundstelle weder Epidot noch Quarz oder Pyrit gelistet (bei dem Pyrit macht mich schon stutzig, dass der Vogelsberg Vulkanismus keinen Schwefel "förderte" - laut einer Geologin aus Schotten (Vulkaneum)). Die Stücke habe ich nur aufgelesen. Roteisenstein ist typisch für den FO. Kann da jemand was zu sagen?
Glück auf
Lars
Rockhounder:
Diese Unsitte wird leider immer wieder praktiziert. Nur durch eine genaue Kenntnis der Paragenese des Fundortes kann man verschlepptes Material erkennen.
Gruß Norbert
IntronX:
Hallo Norbert,
danke für Deinen Beitrag!
Rein chemisch gesehen könnte der Epidot ja hinkommen. Aluminium ist dort jede Menge vorhanden. Dazu Eisen und ein hoher Silizium Anteil. Was ja auch für den Quarz spricht - dieser kommt dort derbe immer mal vor. Aber filigrane mini Doppelender kannte ich noch nicht von dort.
Kann sich Schwefel auch aus der Umgebung - unabhängig des Vulkanismus - bilden?
Es ist wirklich schade, dass es diese Tendenz zur Verwirrung gibt. Man kann Material überall abladen, warum ausgerechnet an einer anderen Fundstelle... ::)
Ich habe mir für dieses Jahr eine intensive Recherche meiner lokalen FO vorgenommen. Mal sehen was da noch so bei rauskommt.
Gruß
Lars
Roadrunner:
Hallo Lars,
wie Norbert bereits sagte, kannst Du Dir nur sicher sein, wenn Du die typische Paragnese der Fundstelle kennst. Deine Gedanken zu den verschiedenen Elementen im Umgebungsgestein ist schon ganz gut, nur reicht das leider nicht immer. Jede Fundstelle hat mehr oder weniger typische Paragnesen, diese zu kennen ist die Kunst und dafür benötigt man viele Besuche und Erfahrung.
Zum Thema Schwefel werfe ich mal einfach die Biogene (oder wie das auch immer heißt) Möglichkeit in den Raum. Man muss immer in viel größeren Zeitabständen in der Geologie rechnen und Wasser und schwefelbildende Bakterien gibt es "fast" überall. Eventuell kommt der Pyrit aus dieser Quelle.
Wenn Du nach mehreren intensiven Besuchen der Fundstelle feststellst, das Deine jetzigen Funde absolut nicht zu der Fundstelle passen, dann kannst Du mit Sicherheit von Fremdmaterial ausgehen.
Ein Sandstein ist so ziemlich sicher nicht in einem Granitbruch heimisch ;D
Bis dann
Mark
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