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Autor Thema: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?  (Gelesen 386 mal)

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Offline oliverOliver

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von anderem Thema bgetrennt - Erläuterungen siehe im nächsten Beitrag



Auch die Hölzer von Fony (Ungarn) zeigen manchmal Durchwurzelungen:

Ungarn/Borsod-Abaúj-Zemplén, Komitat/Abaúj-Hegyköz, Kleingebiet/Fony/Cigány-Tövis
Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
  Ungarn/Borsod-Abaúj-Zemplén, Komitat/Abaúj-Hegyköz, Kleingebiet/Fony/Cigány-Tövis
Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
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Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
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Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Letzte Änderung: 30 Aug 18, 16:20 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #1 am: 30 Aug 18, 16:28 »
Anmerkung: Dieses Thema erwuchs  aus einem Türkei-Thema (https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7238.0.html ), nachdem das dort aber schon OT wurde, habe ich es abgetrennt und es wird nun hier als eigenes Thema geführt.

Warum dieses Thema - "Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten  gebunden?" nun ....

Zum ursprünglichen TR-Thema ab dem „Durchwurzelungs-Schwenk“ siehe:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,7238.msg317246.html#msg317246
- hier handelte es sich um Taxodiaceae.

Zu einem polnische, ebenfalls durchwurzelten Taxodioxylon siehe:
http://www.skamienialky.nazwa.pl/galeria/pictures/pol81_jpg.html

Und eine entsprechende Konifere aus China hat Werner vorgestellt:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,35809.msg265773.html#msg265773

Auch aus Fony / HU: https://www.mineralienatlas.de/?l=35008  ist entsprechendes bekannt – siehe den (vom alten, „abgeglittenen“ Thema abgetrennten) Eröffnungsbeitrag oben. Auch hier handelt es sich (überwiegend) um Gymnospermen/Nadelholz.

Ebenfalls aus Ungarn, aus Megyaszo, stammen durchwurzelte Cypressaceae, sh.: https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,9224.msg316968.html#msg316968

Marian hat im anderen Thread auch noch „USA-Yakima Canyon-Washington“ erwähnt, davon haben wir hier aber anscheinend (noch) keine Fotos, wär interessant, ob es sich dort – wie ich vermute – ebenfalls um Nadelhölzer handelt.

Und auch aus dem Hausruck-Kohlerevier / OÖ hab ich auch so ein Stück – vmtl. auch Taxodiaceae („Sumpfzypresse“) – habe aber davon keine Fotos zur Hand (kommt vielleicht noch ...)
« Letzte Änderung: 30 Aug 18, 16:51 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #2 am: 30 Aug 18, 16:30 »
Auffällig ist also, dass es sich bei diesen als Beispiele angeführten Hölzern (aus Kizilcahamam, Megyaszo-Tetlinke Graben, Fony etc.) immer um Nadelhölzer handelt, bzw., wo näher bestimmt, oft um Cupressaceae / Taxodiaceae.

Auch aus dem jurassischen Cerro Cuadrado Fossil Forest habe ich seit kurzem ein Stück Nadelholz, das vmtl. winzige Durchwurzelungen aufweist:

Argentinien/Córdoba, Provinz/La Falda, Municipio/Cerro El Cuadrado Fossil Forest
Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
  Argentinien/Córdoba, Provinz/La Falda, Municipio/Cerro El Cuadrado Fossil Forest
Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?


Nun könnte man das ja auf die gängige Gleichsetzung Nadelholz = Weichholz, Laubholz = Hartholz zurückführen, aber ich fürchte, das wäre zu stark vereinfacht.

Erstens gibt es ja sowohl bei Laub- als auch bei Nadelhölzern unterschiedlich "harte" Arten, und zudem vermodert totes Laubholz im oder am Boden doch genau so wie Nadelholz (bzw. wird von unterschiedlichen Organismen zersetzt), wenn auch vielleicht manchmal ein wenig langsamer.

Hat da jemand irgend eine Erklärung dafür, warum anscheinend Nadelhölzer bevorzugt durchwurzelt werden? Oder ist diese (scheinbare?) Beschränkung auf Koniferen ohnehin nur ein durch die Fossilüberlieferung bedingter Zufall, und hat nichts mit dem Vorgang der Durchwurzelung an sich zu tun?

Wobei es ja auch interessant wäre, ob und welche Durchwurzelungen bereits am lebenden Baum stattfanden, oder erst (und welche) bei abgestorbenen Organismen, also im Totholz. Das wird sich aber an den Fossilien wohl kaum oder nur schwerlich feststellen lassen - zumindest bei einer Durchwurzelung an der lebenden Pflanze weiß ich nicht, wie das zu beweisen wäre (zur Seite gedrücktes Gewebe könnte m.E. auch bei der Durchwurzelung von feuchtem, vollgesogenem / wassergesättigtem Totholz entstehen), und umgekehrt beweist ein bereits im Zustand der Zersetzung fossilisiertes durchwurzeltes Holz aber nicht, dass auch die Durchwurzelung erst im Abbauprozess stattgefunden hat - wenngleich das hier dann doch eher plausibel wäre.
« Letzte Änderung: 30 Aug 18, 17:02 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #3 am: 30 Aug 18, 17:19 »
Eventuell bestimmte Inhaltsstoffe im Holz ?

Z.B. bedient sich ja der Nußbaum/Juglans einer "chemischen Kriegsführung", indem seine Blätter bzw. das abgeworfene Laub angeblich Stoffe beinhalten, die eine Keimung anderer Pflanzen verhindern bzw. erschweren.
Die Gerbsäure bei den Eichen fiele mir da auch noch ein .... wobei ich nicht weiß ob die in so einem Fall wirksam wäre.
Und allgemein ist ja bekannt, dass Pflanzen über ihr Wurzelsystem bzw. durch von diesem abgegebene "Botenstoffe" miteinander (auf biochemischem Weg) "kommunizieren".

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #4 am: 31 Aug 18, 12:21 »
Beispiele von chinesischen Gymnospermen auf Peter Hubers facebook-Seiten:
https://www.facebook.com/holzwurm.woodworm/photos/a.246683842063790/246684422063732/?type=3&theater

Wobei Peter vorsichtig schreibt:  "... said to be Jurassic" - er scheint also auch gewisse Bedenken zu haben,
und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es sich bei den dort vorgestellten Hölzern um zwei chronologisch unterschiedlich einzustufende Gruppen handeln könnte -
zum einen die "bunten" Hölzer mit Achat in ehemaligen Hohlräumen, welche wohl tatsächlich jurassisch sind und der Tiaojiashan Formation angehören, zum anderen die braunen, von der Fossilüberlieferung und Mineralisation völlig abweichenden Hölzer mit perfekter Zell- und Strukturerhaltung (und eben tlw. Durchwurzelungen), die doch sehr an (alt-) tertiäre Hölzer erinnern ...
Aber nachdem ich die dortigen Gegebenheiten nicht kenne, kann ich das natürlich nicht wirklich beurteilen.

hier noch der Link zum gesamten Album:
https://www.facebook.com/pg/holzwurm.woodworm/photos/?tab=album&album_id=246683842063790
« Letzte Änderung: 01 Sep 18, 16:16 von oliverOliver »

Online Andreas K

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #5 am: 16 Nov 18, 22:47 »
Diese "Wurzeln" sind was anderes, als die in turkischen oder ungarischen Hölzern. Das sind mit sehr größer Wahrscheinlichkeit die Wasserpflanzen, die ins Holz eingedrungen waren. Ich habe solche erstmal aus Aachener Kreide und auch aus Eozän von Ostukraine. Hier ist einiges zum Thema (nur in russisch, aber man könnte mit google translator das auch lesen):
https://ammonit.ru/text/1804.htm
https://ammonit.ru/text/1144.htm


Ich habe auch in einigen polnischen Hölzern (vom Roman Rybski) solche Achsen gesehen und auch in einem aus Österreich vom Peter Huber (Bilder im Anhang).

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #6 am: 16 Nov 18, 23:08 »
hallo Andrej,
super Fotos! Interessant finde ich, dass die Achsen in beiden Fällen annähernd "sternförmige" Zentren aufweisen -
an welche Wasserpflanzen denkst du dabei?

p.s.:
Das österreichische dürfte ja ein Rhizoquercoxylon von den Csaterbergen (Pannonium) sein -
was ist das polnische, bzw. von wo / wie alt ?
« Letzte Änderung: 17 Nov 18, 15:21 von oliverOliver »

Online Andreas K

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #7 am: 17 Nov 18, 21:23 »

Das österreichische dürfte ja ein Rhizoquercoxylon von den Csaterbergen (Pannonium) sein -
was ist das polnische, bzw. von wo / wie alt ?

Genau, das österreichische Stück ist vom Csaterberg, Sammlung Peter Huber. Das zweite Stück ist aus der Sammlung Roman Rybski. Seine Infos zu dem Stück: oligocene (probably), Lower Silesia - Poland.

Meine Stücke sind unter oben angeführten Links zu sehen. Ich habe allerdings mehr davon in meiner Sammlung. Die Frage, was das sein könnte, beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. Bis jetzt - keine klare Antwort, keine Infos gefunden. Ich kann nur behaupten, dass das kein Sauergras, keine Epiphythpflanze oä, sondern reine Wasserpflanze ist. Offenbar eine Salzwasserpflanze. Könnte sein, unbeschrieben. Kam eindeutig in der Oberkreide und Paleogen vor.
Das ist auf jeden Fall was besonderes. Diese Achsen habe ich auf den Bildern vom Peter und Roman entdeckt und sie aufmerksam darauf gemacht. Vielleicht ergibt sich irgendwann das daraus.
« Letzte Änderung: 18 Nov 18, 20:14 von Andreas K »

Online Andreas K

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #8 am: 17 Nov 18, 21:28 »
An eine bestimmte Holzart ist diese Pflanze nicht gebunden. Ich habe diese achsen in verschiedenen Holzarten entdeckt.

Online Andreas K

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #9 am: 17 Nov 18, 21:32 »
Auch als Einzelstängel im Sediment, oder zu mehreren Achsen zusammen gebunden

Offline oliverOliver

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #10 am: 17 Nov 18, 21:40 »
spannende Sache!

Zitat
Offenbar eine Salzwasserpflanze.

Zumindest bei den Csaterbergen ist aber klar, dass es sich eindeutig um Süßwasserablagerungen handelt - da kommen bei den Gastropoden weder halophile noch Brackwasser-bevorzugende Taxa vor, sondern neben Landschnecken nur limnische Formen (z.B. Schlammschnecken)

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #11 am: 17 Nov 18, 21:53 »
In der Ukraine sieht das etwas anders aus. Aber das ist mit sicherheit die selbe Pflanzenart

Online Andreas K

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Re: Durchwurzelungen – an bestimmte Holzarten gebunden?
« Antwort #12 am: 17 Nov 18, 21:57 »
Zitat
Zumindest bei den Csaterbergen ist aber klar, dass es sich eindeutig um Süßwasserablagerungen handelt - da kommen bei den Gastropoden weder halophile noch Brackwasser-bevorzugende Taxa vor, sondern neben Landschnecken nur limnische Formen (z.B. Schlammschnecken)

Könnte sein. Ich kann dazu nichts sagen. Aber die Aachener Sande und die Sande von der ukrainischen Fundstelle sind vollmarin. Manche Hölzer dort sind fast komplett von dieser Pflanze "gefressen".
« Letzte Änderung: 17 Nov 18, 22:04 von Andreas K »

 

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