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Wissenschaftliches zu der Achatgenese

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Bernd G:
Thema für: Theorien zu der Entstehung von Achaten im Grenzlager Vulkaniten entstammend.

was mich immer wundert das in einer lagerstätte z.b. in thüringen seebachfelsen , man nebeneinander 2 achate findet die aber absolut unterschiedlich sind. in einem festungsachat im anderen lagenachat mit amethyst . die stücke liegen 10 cm auseinander aber in einem horizont  und sind völlig unterschiedlich.
man kann das aber auf fast alle fundstellen in thüringen beziehen.

Ralf:
Ja Bernd, das ist eines der Phänomene, die sich nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht eindeutig erklären lassen. Gleichzeitig stellen sie auch die bisher bekannten Theorien zur Bildung von Achaten auf eine schwere Probe. Meiner Meinung nach ist die Entstehung von Achaten auch gar nicht mit einer allgemeingültigen Theorie zu erklären. Wenn Achate so dicht nebeneinander so unterschiedliche Ausbildungen haben, müssen sie anderen chemisch-physikalischen Prozessen ausgesetzt gewesen sein. Eine Möglichkeit wäre z.B. , daß die zur Enstehung notwendig Gasblase gar keine ist. Vielleicht handelt es sich um Fremdgesteinseinschlüsse in der Lava, ähnlich wie sie in der Vulkaneifel auch vorkommen. Die äußere Form würde jedenfalls passen. Bei diesen Einschlüssen stellt man ebenfalls dicht nebeneinander einen unterschiedlichen Grad der Aufschmelzung und somit auch eine unterschiedliche Mineralisation fest. Manchmal ist sogar nur noch der Hohlraum vorhanden und der eigentliche Einschluß vollkommen aufgebraucht.  Bleiben wir der Einfachheit halber bei den vollkommen reduzierten Frendgesteinseinschlüssen, sprich Hohlräumen, so könnte man sich vorstellen das der Mantel dieser Hohlräume eine unterschiedliche Dichte, Durchlässigkeit oder Dicke hat ( vielleicht bedingt durch die Art des ehemaligen Einschlusses oder die Bedingungen durch Druck und Hitze ). Das könnte wiederum bedeuten, daß die Bildung von Achat hierdurch verzögert oder beschleunigt wird. Entweder, weil der Prozess bei einem Hohlraum länger dauert, oder weil es anderer Bedingungen von Druck und Hitze, bzw. sonstiger chemisch-physikalischer Prozesse bedarf um ein Eindringen von Lösungen zu ermöglichen.
Das aber würde bedeuten, das die beiden dicht nebeneinander liegenden Achate unterschiedlich alt sind. Um dem Ganzen jetzt noch die Krone aufzusetzen, wie wär´s denn mit einer Art Pseudomorphose ???? Heißt, es gibt gar keinen kompletten Hohlraum sondern es handelt sich immer um Pseudomorphosen von Achat nach einem Fremdgesteinseinschluss. Abgesehen davon, daß ich das in keinster Weise wissenschaftlich erklären kann, wäre es aber eine tolle Grundlage für die Unterschiedlichen Ausbildungen von Achaten in einem Horizont. Unterschiedliche Farben könnten von unterschiedlichen Mineralien im Einschluß stammen. Außerdem würde es prima zu den Achaten passen, die nach einem Quarzband ein isoliertes Zentrum aus Achat aufweisen. Un die Mandeln, die nur aus reinem Quarz bestehen wären auch erklärt. Das sind die Hohlräume, in denen der ehemalige Einschluß vollkommen reduziert wurde. Dazu passen auch die Infiltrationskanäle. Schaut man sich die Einschlüsse dort an, stellt man folgendes fest. Das eingeschlossenen Fremdgestein wurde fast immer reduziert. Das heißt der Einschluß sitzt in einem Hohlraum der der ursprünglichen Größe des Gesteinsbrockens entspricht. Abhängig vom Grad der reduzierung beträgt der freie Raum zwischen Mantel und Rest zwischen wenigen Millimetern bis 10 cm. Dieser reduzierte Rest ist jedoch fast immer an einer oder mehreren Stellen mit einer Art verglaster  " Nabelschnur " mit dem Mantel verbunden. Nehmen wir an, man würde einen solchen Einschluß komplett bergen können, heißt mit vollständig unbeschädigtem Mantel, entspräche die äußere Form durchaus einer Achatmandel. Nun bohrt man ein kleines Loch hinein und füllt den Hohlraum mit Gips. Nach dem Aushärten sägt man ihn durch und zwar so, daß man eine der Nabelschnüre der Länge nach trennt, so erhält man ein Bild das verblüffend dem Aufbau eines Achates ähnelt. Die Längs durchgeschnittene Nabelschnur sieht aus wie ein Infiltrationskanal.

Mit ketzerischen Grüßen
Ralf

Bernd G:
könnte so wie mit dem Xenolithen sein ( unterwiddersheim z.b. ) ? ist aber ein sehr guter ansatz, mal sehen wo das noch hin führt .

Ralf:
Genau,

es ist nur ein Ansatz der für eine kontroverse Diskussion sorgen soll. Ich glaube nämlich, das bei allen aktuellen Theorien schon eine Art Tunnelblick herrscht.
Also bitte ich um rege Teilnahme.

Ralf

Steinbeißer:
Nun ich bin auf dem Gebiet ein vollkommender Neuling.
Habe mir aber auch schon meine Gedanken gemacht.Wie sieht es aus wenn eine Gasblase mit höherem Innendruck,also mit Auftriebskraft sich in" flüssiger" Umgebung bewegt.Durch die späteren Infiltrationskanäle im Mantel entweicht der Überdruck und von außen kann nun Fremdmaterial eindringen.Der äußere Überdruck treibt dann den Rest ,oder auch nicht,der Gases hinaus und der Raum kann sich füllen.
Durch unterschiedlichen Auftrieb und Zeitablauf können so zwei unterschiedliche Achate neben einander vorkommen.Man sollte es Dreidimensional sehen.
Das ganze erinnert mich an einen sogenannten Klapperstein,innen hohl mit einem Fremdkörper darin,schüttelt man den Stein hört man es klappern.Ein Stein ohne Eindringungskanäle und mit ausgeglichenen Druckverhältnissen der einen anderen zeitlichen Ablauf unterlag,soll bedeuten schnellere Erstarrung des ihn umgebenden Materials aber mit ausgebildetem Mantel.
Das lässt sich alles noch verfeinern,ist bloß mal ein Anstoß ob es so sein Könnte.

Gruß Steinbeißer

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