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Diskussion: Gediegen Blei in St. Andreasberg ?
Lexikon:
Edit Mod.: Ursprünglich eine Bilder Diskussion / Image Discussion, wurde aufgrund der sich daraus entwickelten Diskussion über die Bildungsbedingungen bzw. die Voraussetzungen für die Entstehung von natürlichem ged. Blei zu den allgemeinen Diskussionen verschoben.
(für mehr Informationen klicke auf das Bild / click on the picture to get more information)
harzgeist:
In der Bildbeschreibung wird ausdrücklich von "natürlicher hydrothermaler Entstehung" gesprochen. Das erscheint mir doch sehr fraglich. Andreasberg besitzt für das Vorkommen vieler Minerale Weltruhm. Ged. Blei gehört nach der mir vorliegenden Literatur jedoch nicht dazu.
Für mein Empfinden macht das Aggregat einen sehr 'geschmolzenen' Einduck. Bei einer hydrothermalen Entstehung wäre eher ein kristallines (dendritisches? ) Aggregat zu erwarten.
Ich denke, dass es sich hier um eine Bildung durch einen unabsichtlichen Verhüttungsprozess infolge Feuersetzens handelt.
Siehe auch
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,47764.0.html
Thomas
argentopyrit:
Hallo,
Das von mir selbst auf der Samsoner Halde gefundene ged.Blei ist an der TU-Göttingen von Dipl. Ing. G.Schnorrer analysiert und bestimmt worden.
Im Vorfeld wurde es Herrn Hans Täuber Dipl. Chemiker und leidenschaftlicher Mineralsammler und Kenner der Szene aus Cremlingen bei Braunschweig zur Untersuchung überlassen, und eindeutig als ged Blei identifiziert. Im Lapis 11/95 in dem Artikel mit dem Titel: Die Chlorargyrit Paragenese: Ein Neufund klassischer Minerale
aus St.Andreasberg/ Harz ( evtl. muss die bei Dir vorliegende Literatur mal auf einen aktuellen Stand gebracht werden! ) wurde es dann als Neufund
veröffentlicht. In der Beschreibung von G Schnorrer heisst es: Das Mineral kommt in einem angerundetem Korn von etwa 3mm im Durchmesser vor, wobei "Oktaederflächen" andeutungsweise noch zu erkennen sind. " Das Material kam erst nach dem Weglösen des Calzites
in Zwickeln des Quarzes zum Vorschein. Also von Schlacke oder Verhüttungsprodukt kann hier nicht die Rede sein.
Übrigens habe ich auch mal Schlackenmineralien gesammelt und zwar sehr erfolgreich, unter anderem auch ged.Blei aber auch andere tolle
Mineralien. Wer Lust hat das mal anzuschauen kann das auf der Seite: Lautenthaler Hütte gerne tun.
https://www.mineralienatlas.de/?l=9343
Viele Grüße Manfred Groß ( Argentopyrit )
argentopyrit:
Hallo nochmal,
Bezüglich des Feuersetzens möchte ich noch darauf hinweisen, das alle Stücke die wir zb. auf der Halde der Grube Theuerdank, siehe Link im Vorbeitrag aber auch auf alten Schlackenplätzen gefunden haben, farblich stark verändert waren zumeist ins rötliche. Deswegen erscheint es bei dem Stück mit mit dem ged. Blei schon sehr erstaunlich das es seine schöne weiße Farbe trotz angeblichen Feuersetzens beibehalten hat.
Auf der Theuerdankseite, ist auf der Startseite, neben sehr seltenen Silbererzen auch ein Originalstück aus der Feuersetzparagenese zu bestaunen.( Kann man sich einprägen )
Zuguterletzt,
Das bestimmen von Mineralien habe ich schon immer für sehr fragwürdig und gewagt gehalten.
So, das wars erstmal
Glück Auf
harzgeist:
Dass es sich um metallisches Blei handelt, wird von mir nicht angezweifelt. Ebensowenig ziehe ich den Fundort in Zweifel, womit auch glaubhaft ist, dass sich nicht nicht um ein Hüttenprodukt handelt.
Allerdings stelle ich die natürliche hydrothermale Bildung in Frage und vermute eine Entstehung durch Feuersetzen, eine in Andreasberg gängige Praxis!
Eine sensationelle Entdeckung von hydrothermalem Blei (überdies in einer Lokalität von Weltruf) hätte seinerzeit sicherlich höhere Wellen geschlagen und wäre in Fachkreisen sicher nicht unbemerkt geblieben. Ich bitte daher in Beitrag unter dem obigen Link die Antwort von "smoeller' zu lesen, wonach alle in Deutschland bekannten Bleifunde anthropogener Natur sind.
Ich gehe daher davon aus, dass Herr Schnorrer einem Irrtum unterlegen ist, übrigens nicht sein erster.
Mit freundlichem GA
Thomas
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