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Diskussion: Feuersetzen in St. Andreasberg /urspr. Bilderdisk.: Silber- Reicherz (Feuersetzprodukt)
Axinit:
Servus,
bevor dieser Denkanstoss wieder im digitalen Nirvana versinkt, komme ich noch einmal darauf zurueck.
Ein interessanter Ansatz - so Fahlerze zusammen mit Chlorargyrit verarbeitet wurden.
Vielleicht waere es am Besten, sich die Reduktionsbedingungen bzw. die Reduktionsprodukte von synth. Silberchlorid mit heutigen Mitteln und nach heutigem Wissensstand einmal anzusehen. Dies koennte viele Fragen klaeren.
--- Zitat von: harzgeist am 05 Nov 18, 22:15 ---
Nur mal als Denkanstoß, SbCl3 ist flüchtig.
Könnte die feinverteilte Anwesenheit von Sulfosalzen (im zuletzt beschriebenen violetten) eine Erklärung sein?
Das zurückbleibende Ag2S ergibt bei Luftzutritt (auf dem Scherben) SO2 und Silber (das Oxid ist in der Hitze unbeständig).
Thomas
--- Ende Zitat ---
Es bleibt weiterhin spannend - auch was die kuenftigen Grabungserfolge angeht !
GA
Harald
ganomatit:
Ja sehr spannend und Sankt Andreasberg nach über 100 Jahren Einstellung des Bergbaues immer noch eine interessante Problematik! Mir hat mal ein Wissenschaftler geschrieben er hätte keine Problematik mit der Mineralisation von Sankt Andreasberg, nur schöne Mineralien!
Sinngemäß, das hat mich erschrocken!
Kluftknacker:
--- Zitat von: ganomatit am 06 Nov 18, 17:03 ---[Kannst uns ja mal ein paar Bilder von den feuergesetzten Strecken zeigen, wäre mal interessant zu sehen!
Eine Bereicherung für alle Andreasberg begeisterten.
Geht das?
--- Ende Zitat ---
Nö, ich maloche dort, zum Fotografieren ist da keine Zeit ;)
ganomatit:
--- Zitat von: Kluftknacker am 06 Nov 18, 18:59 ---
--- Zitat von: ganomatit am 06 Nov 18, 17:03 ---[Kannst uns ja mal ein paar Bilder von den feuergesetzten Strecken zeigen, wäre mal interessant zu sehen!
Eine Bereicherung für alle Andreasberg begeisterten.
Geht das?
--- Ende Zitat ---
Nö, ich maloche dort, zum Fotografieren ist da keine Zeit ;)
--- Ende Zitat ---
Schade Peter, aber ich hatte auch keine Bilder erwartet! Und den Stand der Dinge zur Aufwältigung im Sieberstollen, kannst Du da was schreiben?
harzgeist:
Hallo Harald und alle Interessierten
Offensichtlich ist es so, dass sich die alte Literatur nicht auf reines Silberchlorid (=Chlorargyrit) bezieht, wie es hier im Atlas in schöner kristalliner Form zu sehen ist. Vielmehr liegen Mineralgemische in mehreren Variationen vor, u.a. mit Tonmineralen, wie die o.g. Analyse zeigt. Unterschiedliche Benennungen, wie Buttermilcherz, helles und violettes Hornerz legen ebenfalls nahe, dass nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Komposition differiert.
Obwohl die Verhüttung (Reduktion) von reinem Chlorargyrit theoretisch (und damit auch pratisch !) unmöglich ist, hat es hier den Anschein, dass im Gemisch ein quasi selbstverhüttendes Erz (und das auch noch in verschiedenen Varianten) vorlag! Das beschriebene Verhalten auf dem Probierscherben ist schon -um es mit Spock zu sagen- faszinierend.
Wir müssen auch bedenken, dass auf dem Probierscherben sicher vieles möglich war, was bei der Verhüttung nicht möglich gewesen wäre und umgekehrt.
Im kleinen Labormaßstab könnte das Auftreten von beispielsweise Antimon- oder Arsenchlorid durchaus unbemerkt geblieben sein, bei der Silberproduktion wäre das wahrscheinlich aufgefallen.
Umgekehrt wird man davon ausgehen können, dass die Erze nicht sortenrein verhüttet wurden und so aller Wahrscheinlichkeit nach auch Blei zugegen war. In dem Fall kann das Silberchlorid mit herkömmlich reduziertem Blei zu Silber und Bleichlorid reagieren und wird keinen Anlass zu Besonderheiten geben.
Soweit meine Gedanken dazu
Thomas
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