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Autor Thema: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa  (Gelesen 6188 mal)

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Offline Axinit

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Servus allerseits,

aus gegebenem Grund stellen sich mir aktuell folgende Fragen:

(1) Darf man radioaktive Proben per Post/DHL in Europa verschicken und falls ja,

(2) Was ist dabei zu beachten ?

Ich habe leider keine Moeglichkeit die tatsaechliche Aktivitaet zu messen. Das Mineral besteht aus U-Sekundaermineralen und vermutlich Pechblende in Matrix.

Fuer zweckdienliche Hinweise bin dankbar !

GA

Harald

Offline Reinhold

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #1 am: 05 Nov 18, 18:39 »
Servus Harald,

da bei der deutschen Post alles geregelt ist gibt es einen link und ein Merkblatt.
Siehe:
https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/unzulaessige-inhalte-gefaehrliche-gueter.html

Von Frankreich aus wird es wohl auch was in der Art geben.

Viele Grüße
Reinhold

Offline Axinit

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #2 am: 05 Nov 18, 18:48 »
Servus Reinhold,

Danke fuer Deine prompte Antwort ! Es geht tatsaechlich um einen Versand von D nach F. Ich hatte vermutet, dass es hier ein Problem geben koennte ... daher meine Anfrage.

Gibt es denn ueberhaupt eine legale Moeglichkeit derartige Proben zu versenden ?

GA

Harald

Offline Reinhold

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #3 am: 05 Nov 18, 20:09 »
Servus Harald,
das Thema gabs vor einem Jahr hier schon mal.
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,45828.msg318611.html#msg318611
Bestimmt kommt auch noch das Argument "alles Panikmache".
Ob es die xx wert ist ein kleines Risiko einzugehen weiss ich nicht.
Lesestoff für kalte Winterabend findest du unter:
w.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/G/befoerderung-radioaktiver-stoffe.pdf?__blob=publicationFile

Sollte der Transport Zeit haben kann ich ihn vielleicht 2019 mit einem Schwarzwaldquarz in meinem Castor-Transport- Wohnmobil mitnehmen.
Natürlich unter Einhaltung der Beförderungsbestimmungen (siehe oben).

Viele Grüße
Reinhold

Offline Reinhold

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #4 am: 05 Nov 18, 20:13 »
Servus Harald,
der 2. link war unvollständig (radioaktiver Zerfall?)

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/G/befoerderung-radioaktiver-stoffe.pdf?__blob=publicationFile

Viele Grüße
Reinhold

Offline Axinit

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #5 am: 06 Nov 18, 11:12 »
Servus Reinhold,

ich hatte die Suchfunktion bemueht, aber lediglich Beitraege aus dem Jahr 2005 gefunden. Postversand ist also offensichtlich nicht moeglich.

Vielen Dank fuer Dein Angebot das strahlende Objekt in Deinem Privat-Castor zu transportieren. Dazu muesste es erst einmal von der Oberpfalz nach KA kommen.

Das Problem ist, ich braeuchte die Probe vor dem 10.12.2018, nach diesem Datum wird unsere Strahlungsquelle leider fuer mindestens 18 Monate nicht zur Verfuegung stehen  ::).

Nochmals Danke fuer Deine Hinweise - diese Restriktionen waren mir in dieser Form nicht bekannt.

LG

Harald


Offline Kluftknacker

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #6 am: 06 Nov 18, 12:52 »
Moin,
nach Beförderungsbedingungen verboten. Aber: Ich habe im meinem Sammlerleben schon vieles sekundäres U-/Th-Zeuchs weltweit verschickt. Bislang kam alles an und auch nichts zurück.  ;)

Auf!
Kluftknacker

Offline alfredo

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #7 am: 06 Nov 18, 15:53 »
Uranmineralien sind nur ziemlich schwach radioaktiv im vergleich zu die künstliche Isotopen die mann wirklich für "dirty bombs" benutzen könnte, also kann ich mir vorstellen daß die Mineralien ohne Probleme durch den Post kommen wenn sie angenehm gepackt sind. Ich habe bis jetzt keine Uranmineralien per Post geschickt aber kann sagen daß ich persönlich bis jetzt nie Probleme hatte wegen die die ich im Flughafen mitgenommen habe.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #8 am: 06 Nov 18, 18:46 »
Am besten im Zentrum eines GROSSEN Pakets verschicken (deutlicher Abstand erniedrigt die gemessene Dosis ungemein).

Offline Tycho88

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #9 am: 06 Nov 18, 19:12 »
>>lso kann ich mir vorstellen daß die Mineralien ohne Probleme durch den Post kommen wenn sie angenehm gepackt sind. <<

Das sehe ich leider deutlich anderst. Wir mussten von der Firma aus, wo ich werkle, eine Chemieprobe (PhosphorElektrolyt) zu unserer Schwesterfirma nach München schicken. Trotz regelgerechter Verpackung incl. notwendiger Kennzeichnung, Einhaltung der Vorschriften hat sich außer Hermes jeder anderer Transporteur (DHL/ UPS / etc) geweigert.

Dementsprechend denke ich,dass trotz unter Einhaltung aller Bestimmungen, ein Transport nicht möglich sein wird.

https://wiki.einsatzleiterwiki.de/doku.php?id=cbrn:atomar:befoerderung

Grüße CR

Offline loismin

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #10 am: 07 Nov 18, 18:09 »
Hallo.

Ich würde es natürlich niemals jemanden raten Uranmineralien so einfach mit der Post zu schicken  >:D
Man kann ja zur Not ein Bleikästchen bauen und die Proben darin umverpacken .
Und dann  ja gut als Uranhaltig kennzeichnen  ;D ;D
Ganz wichtig .


Loismin

Offline Harzsammler

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #11 am: 07 Nov 18, 18:48 »
Man kann ja zur Not ein Bleikästchen bauen und die Proben darin umverpacken .
...das hab ich mit Dachblei versucht, die Aktivität ging erst dann messbar runter nachdem ich die Proben separat und luftdicht in Marmeladen-Gläser verpackt hatte.
(Es scheint ein radioaktives Gas zu entweichen)

Von einem Versand habe ich trotzdem Abstand genommen.

Grüße,
Michael

Offline Fabian99

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #12 am: 07 Nov 18, 19:12 »
Die Schwächung der Gammastrahlung hängt fast nur von der Masse im Strahlengang ab.
Dachblei gibt es ab 1mm mit 11g/cm2 somit rund 1g/cm2
Normales Glas Dichte 3mm mit 2,5g /cm2 macht rund 0,75g/cm2.

Wenn du jetzt noch 15% weiter von der Stufe weg warst - ist der Effekt gleich.
Gleich auf Radon schließen würde ich nicht.

LG

Offline cmd.powell

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #13 am: 10 Nov 18, 23:04 »
Moin

Schwieriges Thema. Laut der IATA, das ist die Vereinigung von Luftverkehrsgesellschaften, die unter Anderem die Art und Weise des Transportes von Gefahrgütern im Luftverkehr regelt, unterliegen natürliche radioaktive Stoffe (ergo Uranerze und Minerale) keinerlei Begrenzung in Menge und dem Transport in Passagierflugzeugen. Allerdings lässt sich diese Richtlinie nicht so ohne Weiteres auf die Logistikunternehmen oder die Post übertragen. Auch würde ich niemals an einem Flughafenschalter sagen, das ich radioaktives Material in meinem Koffer liegen habe. Bis ich denen nämlich erklärt bekommen habe, was es damit auf sich hat, ist jeder Flug auf und davon. Und die Logistikunternehmen haben ihre eigenen Regeln. Wirklich sicher fährst Du nur, wenn Du das Material ordnungsgemäß als Gefahrgut deklarierst mit allen dazu gehörigen Papieren. Das wird teuer. Ich persönlich würde auch einfach gut verpacken (Stichwort großes Paket ) und hoffen, das es ankommt. So wie es hier die Kollegen schildern, scheint das Restrisiko (wie war das damit noch gleich bei den Atomkraftwerken  :P ) doch eher gering zu sein. Die paar radioaktiven Stufen, die ich bisher bekommen habe, sind alle per Post (DHL) gekommen und waren nie irgendwie besonders gekennzeichnet.

@Michael: Was hast Du den da verschickt, das es dermaßen gegast hat? Radon ist als Alphastrahler für die meisten Geigerzähler quasi unsichtbar und auch wenn, ist die abgegebene Menge so winzig...

Offline Harzsammler

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Re: Versand radioaktiver Mineralproben in Europa
« Antwort #14 am: 10 Nov 18, 23:59 »
Hallo Markus,

es handelt sich um Uranocircit von Bergen/Vogtland.

Zum abschirmen hab ich 1,2 mm Dachblei genommen.
Erst mal mit einzelnen Platten die Schachtel ausgekleidet und dann dann das Ganze noch einmal umwickelt.
Die Blei-Stärke beträgt also 2,4mm aber vom Effekt bin ich enttäuscht, die Strahlung wurde nicht mal zu einem Drittel gesenkt, und an der gebördelten Seite ist sie höher obwohl die Blei-Stärke durch zwei eingelegte Platten gleich ist - was mich an ein Gas denken ließ.

Es strahlt nicht weit, in ungefähr 40cm Entfernung Messe ich nur die normale Umgebungsstrahlung.

Grüße,
Michael