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Autor Thema: Ratlos  (Gelesen 387 mal)

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Offline Angler

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Ratlos
« am: 06 Dez 18, 21:52 »
Hallo werte Experten,
nein wir haben uns keine neuen „Jagdgründe“ zugelegt oder gar verlaufen. Diesen Stein haben wir wieder in einer Kiesgrube gefunden, denken aber, dass er dort eigentlich nicht hingehört, also dem Geschiebe zuzurechnen ist.
Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein gewöhnlicher Raseneisenstein. Auf seiner Unterseite, befand sich aber eine 1cm große Muschelschale und ein winziges Schneckenhausfragment (glauben wir) fest in seiner Matrix eingebettet. Da diese dort sehr mürbe war, konnten wir die Schale frei kratzen. Für das Foto haben wir die Schale wieder an seine alte Stelle gelegt.
Bei näherer Betrachtung sieht es für uns so aus, als wenn der Stein größerer Hitze ausgesetzt war, denn einige Quarzkörner scheinen zumindest oberflächlich angeschmolzen.
Natürlich wissen wir, dass es schon in grauer Vorzeit Eisenschmelzen auf den Wiesen gab und auch Kalkbrenngruben sind bekannt, aber wir können uns den Zusammenhang von Muschelkalk und Eisen nicht so richtig erklären.
Übrigens die schwarzen Bereiche im Stein, stinken nach Teer.
Habt Ihr eine Idee, wie sich dieses Konglomerat erklären könnte?
Der Stein ist rund 5,5 x 4,5 x 2,5cm.   
Unseren herzlichsten Dank schon mal im Voraus für Eure Hilfe.

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Offline Angler

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Re: Ratlos
« Antwort #1 am: 06 Dez 18, 21:56 »
… noch der zweite Teil der Fotos:

Offline uwe

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Re: Ratlos
« Antwort #2 am: 07 Dez 18, 09:26 »
Muscheln wurden in den alten Zeiten oft als Kalkersatz verwendet. Erst kürzlich lief im Fernsehen ein Beitrag über Australien, in welchem beschieben wurde, daß man die Schalenüberreste  der Muschelmahlzeiten der Ureinwohner gebrannt und anschließend als Mörtelzusatz verwendet hat. Im vorliegenden Fall wurde vermutlich bei der Verhüttung von Raseneisenerz etwas geschlampt und verschweltes Holz (Teergeruch) und nicht völlig gebrannte Muscheln gelangten in die Schlacke.

Ist aber nur eine Vermutung.

Gruß
Uwe

Offline Angler

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Re: Ratlos
« Antwort #3 am: 07 Dez 18, 19:47 »
Hallo Uwe,
eine gute Erklärung finden wir. Uns war völlig unbekannt, dass bei uns früher Muschelschalen zur Eisenverhüttung eingesetzt wurden.
Dann können wir also davon ausgehen, dass es sich bei unserem Fund wahrscheinlich um ein frühes Verhüttungsprodukt bzw. Verhüttungsabfall, einer primitiven Schmelzanlage(Rennofen???) handelt.
Damit könnte unser Steinchen zwischen 2000 und ein paar hundert Jahre alt sein. Um sein genaues Alter festzustellen bedarf es wohl einer Radiokarbondatierung. Ob sich dafür unsere Archäologen interessieren? Na, wir können ja nächste Woche mal dort anrufen.
Vielen Dank für Deine Hilfe!

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

 

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