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Autor Thema: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?  (Gelesen 823 mal)

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Offline Kupperdroll

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Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« am: 17 Feb 19, 18:03 »
Hallo...

Ich habe ein Angebot für das Mineral "Danbait" auf einer engl.  Verkaufsplattform für Minerale gefunden . Das Mineral ist mir von dem angegebe-
nen FO nicht bekannt . Auch meine recherchen haben nichts gebracht . Würde sich vielleicht jemand mal die dort beigelegte "Analyse" anschauen ? Denn ich glaube nicht , dass man davon ein Mineral ableiten kann .
https://e-rocks.com/item/sky702737/danbaite?sid=1e7b190711b93cadcdaf5ee9dc42f072

Der span. Verkäufer hat das wohl in München gekauft .

Vielen Dank !

Klaus

Online Stefan

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #1 am: 17 Feb 19, 18:17 »
Warum nicht? Ist doch ein deutliches Indiz.

Ich habe es anders herum gemacht und unsere Mineralsuche benutzt

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralFindElement

und auf Mansfelder Landkreis und die Elemente eingegrenzt und mir die Liste mit 12 (mit Ausschluss 2) Treffern angesehen dabei kamen nur Danbait und Messing chemisch in Frage und Danbait passt als einziger Treffer beim Masseverhältnis.

Wird auch aus der Sammler von G. Faber beschrieben.
https://www.mineralienatlas.de/?l=3570

Stefan
« Letzte Änderung: 17 Feb 19, 18:24 von Stefan »

Online guefz

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #2 am: 17 Feb 19, 18:22 »
Aus dem eingescannten Blatt geht leider nicht hervor, ob O und C tatsächlich so niedrig gemessen wurden, dass man die beiden Elemente vernachlässigen kann. Ansonsten sehe ich da keinen offensichtlichen Mangel in der Messung an sich. Die Interpretation steht und fällt aber mit dem C- und O-Gehalt.

Kann so etwas in den Schlacken einer Hütte vorkommen?

Ergänzung: Das Datum auf dem Analysenblatt ist noch ein offensichtlicher Fehler  ;)

Offline harzgeist

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #3 am: 17 Feb 19, 18:28 »
Aus dem eingescannten Blatt geht leider nicht hervor, ob O und C tatsächlich so niedrig gemessen wurden, dass man die beiden Elemente vernachlässigen kann. Ansonsten sehe ich da keinen offensichtlichen Mangel in der Messung an sich. Die Interpretation steht und fällt aber mit dem C- und O-Gehalt.

Kann so etwas in den Schlacken einer Hütte vorkommen?


Ich wollte auch gerade schreiben, dass dies ein Schlackenfund sein dürfte und dann eben nicht, wie suggeriert, "natural" ist.

Thomas

Offline Kupperdroll

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #4 am: 17 Feb 19, 19:42 »
Hallo...

Zitat
Kann so etwas in den Schlacken einer Hütte vorkommen?

Ja . Gerade bei der Verhüttung des Kupferschiefers sind beide Elemente Bestandteil des "Erzes" bzw. des verhüttbaren Materials . Die bekannteste Verbindung aus beiden Elementen ist die Metalllegierung Messing .

Zitat
Die Interpretation steht und fällt aber mit dem C- und O-Gehalt.

Und hier liegt wohl der berühmte Hase im Pfeffer . Ich habe nämlich vor einiger Zeit versucht , beim Herr'n Färber näheres zu erfahren . Leider kommt da nichts . Mich macht es nur stutzig , dass dieses Material noch kein anderer gefunden bzw.  hat . Gut , dass muss nichts heissen . Nur haben einige Sammler aus Erfurt und München über Jahre hier gesammelt und analysieren lassen . Das Danbait mal in Erwähgung gezogen wurde , konnte ausgeschlossen werden (Nachfrage bei den Sammlern) . SICHER : Möglich ist alles !! Aber wie gesagt , bei Nachfrage des deutschen Verkäufers kommt nichts . Schelm wer böses denkt !

Achso : Fundort von Danbait wurde bisher immer die Kochhütte in Helbra angegeben , in Verbindung mit Ofenstein . Auch eine nähere Beschreibung des Fundmaterials fehlt , womit man garnicht weiss , ob man vielleicht soetwas gefunden hat und eventuell mal analysieren lassen kann .

Sorry ...

MfG

Offline harzgeist

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #5 am: 17 Feb 19, 20:18 »
Hallo Klaus,

Zitat
Die bekannteste Verbindung aus beiden Elementen ist die Metalllegierung Messing

Nach meiner Kenntnis ist Messing ein Sammelbegriff für alle Kupfer-Zink-Legierungen, und da ist eben Danbait eine davon. Ein Vorkommen als Hüttenprodukt halte ich durchaus für plausibel und sehe daran eigentlich auch nichts Besonderes, angesichts der verschmolzenen Erze eigentlich fast zu erwarten.
Besonders wäre nur die natürliche Entstehung, was hier ganz sicher nicht der Fall ist.

Edit:
Eine Suche unter Einbeziehung der nicht detektierbaren leichten Elemente ergibt lediglich zusätzlich zu weiteren Legierungen Rosasit und Aurichalcit, die beide visuell klar ausscheiden.

Ich sehe keinen Grund, die Analyse zu bezweifeln, würde es aber als "vollsynthetisch" ansehen, also in Gegensatz zu den meisten Schlackemineralen auch nicht nachträglich gebildet, sondern durch den Prozess unmittelbar entstanden.

Thomas
« Letzte Änderung: 17 Feb 19, 21:03 von harzgeist »

Offline alfredo

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #6 am: 18 Feb 19, 10:10 »
Analyse passt zu Danbait, aber bin trotzdem etwas skeptisch. Wo sieht mann sonst solcher scharfkantige Bruchstücke bei gediegene Metalle?
Bruchstücke gediegene Metalle sind normalerweise verzerrt oder verbogen, wie auch bei künstliche Kupfer-Zink-Legierunge, und nicht so spröde.

Offline Kupperdroll

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #7 am: 18 Feb 19, 10:31 »
Hallo , Alfredo !

Möchte mit einem Zitat aus " Kupfer-Zink-Legierungen ( Messing und Sondermessing )" vom Deutschen Kupferinstitut antworten :
 
Zitat
1.3.1. Kupfer-Zink  ....   Die dritte Gruppe von Werkstoffen mit ca. 46 bis 50 % Zink besteht wiederum aus einem einheitlichen Gefüge (ß-Phase)

Bei noch höheren Zinkgehalten tritt als weiterer Gefügebestandteil die Gamma-Phase auf,dessen extreme Sprödigkeit solche Legierungen technisch unbrauchbar werden lässt. "

Gut . Somit soll diese Analyse ihre Richtigkeit besitzen. Für mich bleibt dennoch ein fahler Beigeschmack .

Danke !

Offline heli

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #8 am: 18 Feb 19, 11:05 »
Das findet sich dazu in der Mineralienliste auf der Homepage von Gunnar Färber:

Danbait (xx)
   
Helbra, Eisleben, Mansfeld, Sachsen Anhalt / Deutschland; Silber-weiß bis hell-rosa metallische Aggregate aus reinem massiven Danbait. Die höchst intermetallische Kupfer- Zink Verbindung, fand sich in nur wenigen Exemplaren, als primäres Mineral in einer aus dem tiefsten Mittelalter stammenden Schlacken Halde.; Capsel 48,00; MM 95,00

Offline heli

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #9 am: 18 Feb 19, 11:18 »
Somit werden wohl die angeführten Einschränkungen schlagend:

Offensichtlich nicht natürlich entstanden, auch kein echtes Schlackenmineral, sondern wohl Verhüttungsabfall.

Offline harzgeist

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #10 am: 18 Feb 19, 12:01 »
Zitat
...als primäres Mineral in einer ... Schlacke

Zitat
Verhüttungsabfall
Besser kann man es nicht ausdrücken  ;D

Mit gleichem Recht könnte man z.B. Siliziumkarbid, das sich unerwünschter Weise bei manchen technischen Prozessen bildet, auch als "Mineral" bezeichnen. Oder auch den aus Abgas sublimierten "Zinkit" ....
An der Definition eines (Schlacken)Minerals geht das ein Stück vorbei, wie auch für alle anderen "primären Minerale" in Schlacken. So z.B. Korund oder "ged.Aluminium".

Offline alfredo

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Re: Mineralbestimmung aus dieser Analyse ?
« Antwort #11 am: 20 Feb 19, 04:50 »
Vielen Dank für die Antwort, Kupperdroll. Sehr interessant.

 

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