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Autor Thema: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13  (Gelesen 5805 mal)

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Offline Klaus Schäfer

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #45 am: 21 Mär 19, 12:29 »
Lasst den link bitte auch morgen noch stehen ...
Ich komme im Moment nicht zu meinem Abgeordneten weiter, da dort scheinbar der Traffic zu stark ist (was ja hoffen lässt...).

Klaus

Offline Conny3

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #46 am: 21 Mär 19, 17:45 »
Hallo,

ich habe die Petition auch unterschrieben, bekam dann allerdings auch das Angebot 10 weitere zu unterschreiben. Bei der Durchsicht sah ich allerdings, dass man bei einigen 10 € an Spende verlangte. Da mischten sich andere Anträge darunter. Man muss also aufpassen und nur diese Petition unterschreiben (laut Link Mineralienatlas: change.org ) und andere überspringen. Ich habe aber per E- Mail einige darauf aufmerksam gemacht.

Gruß Conny

Offline Stefan

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #47 am: 21 Mär 19, 22:48 »
Liebe Leute die Unterschriften reichen nicht. Ruft die Politiker an, schreibt Emails.

In Antworten die ich bekommen habe wird von CSU Politikern auf eine Erklärung der Verwertungsgesellschaften verwiesen. Sie machen sich die Meinung der Lobbyisten zu Eigen und argumentieren mit deren Begründungen. Wie heißt es so schön, wenn zwei das gleiche sagen, hat meist nur einer darüber nachgedacht.

https://www.vg-musikedition.de/fileadmin/vgweb/public/pdf/20190301_Verwertungsgesellschaften_fuer_Lizenzloesungen_DE.pdf

Zitat
Keine Pflicht zum Einsatz von „Upload-Filtern“Artikel 13 sieht keine Pflicht zum Einsatz von „Upload-Filtern“ vor. Der Begriff „Upload-Filter“ kommt in der Richtlinie überhaupt nicht vor.

Es gibt aber keine technische andere Möglichkeit außer unendlichen Menschenaufwand. Ferner wiederlegt sich die Aussage später im Text.

Zitat
Eine Plattform muss also nachweisen, dass Sie alles Verhältnismäßige und Zumutbare getan hat, um für die auf der Plattform veröffentlichten Inhalte Lizenzvereinbarungen mit den Recht-einhabern abzuschließen.

Warum sollen wir etwas nachweisen. Wenn ein User eine Copyrightverletzung begeht soll er doch bitte dafür gerade stehen. Unsere Richtlinen verbieten das hochladen von Material ohne Nutzungsrecht. Der User ist doch kein Baby das entmündigt werden muss. Ich will nicht, dass andere für meine Taten haften. Unerlaubt hochgeladenes Material wird schon immer entfernt.

Das ist zudem ein Aufruf zu Copyrightverletzungen, man hat ja als User nichts mehr zu befürchten (Entmündigung).

Zitat
BeispielBild: Die VG Bild-Kunst (und ihreausländischen Schwestergesellschaften)sind darauf vorbereitet,  Pauschalverträge  mit  den  Plattformbetreibern  zu  schließen,  in  denen  diese  pauschal die Rechte an denvon den Usern (Blogger, private Nutzer, die ihre Fotos in den Commu-nities teilen) hochgeladenen fremden Inhalten abgelten. Damit sind und bleiben alle Ausdrucks-formen im Netz zulässig, ohne dass Bilderherausgefiltert werden müssten.

Ja klar, denke ich mir, das eröffnet ganz neue Geschäftsfelder auch bei bisher nicht betroffenen Plattformen abzukassieren weil die User dann alles straffrei hochladen dürfen und die Betreiber nicht mehr hinterher kommen die Bilder und Texte zu löschen. Ein Problem wird geschaffen was es nicht gab.

Zitat
Soweit sich von Artikel 13 betroffene Plattformen dennoch weiterhin auf den Standpunkt stellen, Uploadfilter  seien für sie unvermeidbar, heißt  das letztlich nichts  anderes,  als  dass  diese Plattformen  nicht bereit sind, am Markt verfügbare kollektive Lizenzen zu erwerben. Lieber drohen sie damit, ihre Dienste zu reduzieren, als dass sie die Kreativen bezahlen.

Wer kein fremdes Copyright geschütztes Material auf seiner Plattform möchte ist also jemand der den armen Kreativen das Geld verweigert. Vielmehr ist es so, sie öffnen Hof und Tor für Copyrightverletzungen und erpressen quasi alle Plattformbetreiber Lizenzen zu erwerben.

Zitat
Warum richtet sich bei dieser offensichtlichfalschen Argumentation der Zorn der Nutzer eigentlich nicht gegen die Plattformenselbst, die ja anscheinend nicht bereit sind, Lizenzlösungenzu suchen? Nicht die Richtlinie ist das Problem, sondern Betreiber von Plattformen, die nicht bereit sind ,ihre Geschäftsmodelle zu ändernund Kreative fair zu vergüten!

Ganz einfach, weil Sie die Grundlage für die Misere schaffen und keineswegs nur bei den großen abkassieren wollen. Wir sind eine Gemeinschaft von Leuten sind die gerne Ihre Bilder, Texte und Erzeugnisse KOSTENFREI und ohne Lizenzgebühren an Verwertungsgesellschaften teilen.

Ja Kretaive sollen den Lohn Ihrer Arbeit ernten. Der kommerzeille Einsatz soll belohnt werden, das steht alles außer Frage. Nur alle Anderen in Geißelhaft zu nehmen und Copyrighverletzungen erst noch zu fördern ist der falsche Weg.

Das erstickt Kreativität, kleine Plattformen mit wenig Einnahmen, bringt Bürokratie und Aufwände. Zudem verhet einem die Lust sich einzusetzen.

Gewinner sind nur die Verwertungsgesellschaften. Beim Kreativen kommt davon kaum was an.

Offline Schatten

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #48 am: 22 Mär 19, 06:54 »
Morjen,

wenn man sich den Schriebs von der GEMA & Co mal durchliest, bekommt man echt das kotzen.

Die schreiben prinzipiell, frei übersetzt:

Jede Plattform ist in erster Linie unter Generalverdacht irgendwelche Rechteverletzungen vorzunehmen bzw. zu unterstützen.

Hier wird also gesagt: Alle schuldig bis das Gegenteil bewiesen ist.

So und nun findet den Fehler, hier wird m.M.n. grundlegend gegen geltendes Recht verstoßen, welches die Unschuldsvermutung bis zum Gegenbeweis zugrunde legt.

Ich denke hier wird versucht eine Pauschalgebühr einzuführen, analog zur staatlichen Zwangsabgabe der GEZ.
Man soll etwas bezahlen, ob man es nutzt oder nicht->auch das halte ich für rechtlich nicht vertretbar.


Gruß
Silvio

« Letzte Änderung: 22 Mär 19, 07:14 von Schatten »

Offline Hydrobora89

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #49 am: 22 Mär 19, 19:32 »
Habe auch unterschrieben und es noch geteilt an andere Sammler!!!

Schöne Grüße aus dem Südharz

Offline Haubi

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #50 am: 23 Mär 19, 18:11 »
Hallo miteinander,
als gebürtiger Leipziger habe ich heute mal die khakigrüne Demokutte vom Herbst 1989 rausgekramt und war bei dieser Veranstaltung zugegen: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/4000-junge-Leipziger-gehen-gegen-Artikel-13-auf-die-Strasse

Mal sehen, ob es was hilft...

Grüße aus der Heldenstadt  ;D

Offline Stefan

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #51 am: 25 Mär 19, 00:58 »
Falls es noch niemanden aufgefallen ist, die öfftlichen Rechtlichen ARD, ZDF, BR3 und auch Merkur, FAZ, Sueddeutsche etc. berichten über die Urheberrechtsreform völlig einseitig und behaupten dass es darum geht die Großen wie Youtube und Google zu Lizenzzahlungen zu zwingen.

Dies ist einseitig interpretiert.

Youtube zahlt bereits Abgaben, nur nicht in der Höhe wie die Verwertungsgesellschaften das gerne hätten. Richtig ist viel mehr, dass alle Plattformen, auch Kleine, dazu gezwungen werden sollen Abgaben zu entrichten um sich frei zu kaufen.

User sollen aus der Haftung genommen werden was zur Folge haben wird, dass noch mehr urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen wird und die Betreiber kleiner und großer Plattformen weiter unter Lizenzdruck kommen.

Plattformen die bisher keine Probleme hatten weil die User das Copyright beachten, werden zukünftig Probleme bekommen, da User zukünftig straffrei urheberrechtlich geschützes Material hochladen dürfen.

Kleine Betreiber werden einem Haftungsrisiko ausgesetzt obwohl sie meist keinerlei Rechtsverstoß begehen oder bisher auf Ihrer Plattform haben.

Kleine Betreiber werden sich weder Filter finanzieren können noch sich Lizenzen leisten können.

Uploadfilter sind dazu geeignet auch andere Inhalte zu filtern. Z.B. unliebsame Meinungsäußerungen gegen die CDU/CSU. Ist das Instrument erst mal etabliert lässt es sich per weiteren Gesetzen (z.B. Vorwand Terrorabwehr) als Meinungssteuerungsinstrument nutzen (Beispiel China).

Filter sind mehr als fehleranfällig. Tausende von Leuten arbeiten daran Spam-Filter zu entwickeln. Dies ist ein im Vergleich triviales Problem und es gelingt nicht annähernd. Bei den Vorfällen in Neusseland haben Filtersysteme die den Upload des Live-Videos verhindern sollten leider versagt.

Indirekt Bestätigt wurde, dass die CDU/CSU von einigen Presseverlagen mit schlechter Berichterstattung über Ihre Partei erpresst wurde um das Gesetz so einzuführen. Der Kommentar von Hrn Voss:"Das ist doch völlig normal, machen das die Wähler nicht auch so wenn sie sagen sie wählen uns sonst nicht mehr".
Ich sehe da schon einen Unterschied wenn eine Presseagentur die zur Neutralität verpflichtet sein sollte, jemanden mir einseitiger Berichterstattung erpresst. Ein Politiker der einer solchen Forderung nachgeht ist in höchstem Maße falsch am Platz und nach meiner Meinung damit auch von Organisationen steuerbar. Zum selber nachhören: https://www.youtube.com/watch?v=30r5zWuq15o&feature=youtu.be

Presseagenturen und viele Medien erhoffen sich höhere Einnahmen durch die Reform. Vermutlich  ist die falsche und einseitige Berichterstattung auf dieser Tatsache begründet.

Hr. Voss und seine Parteikollegen verschleiern Tatsachen und drücken das Gesetz besseren Wissens durch.

Nicht nur jugendliche und Youtube etc. Anhänger gehen auf die Straße und übern Protest aus.

Gekaufte Proteste kann ich nicht erkennen zumal viele Proteste nicht von Youtublern etc. kommen.

Entgegen der Gebetsmühlenhaften Beteuerungen betrifft das Gesetz nicht nur die großen Plattformen.

Artikel 13 schließt gerade und speziell kleine Plattformen explizit mit ein.

Nur ganz wenige Medien, insbesondere solche die technisches Know-How haben setzen sich objektiv mit allen Aspekten öffentlich auseinander  und die großen Medien tun dies leider nicht.

Die CDU/CSU fügt der Einstellung zur EU massiven Schaden zu.

Jeder der sich ein paar Euro zu den Serverkosten dazu verdient ist eine kommerzielle Plattform und damit von dem Gesetz betroffen.
Ich bin selber von dem Gesetzt betroffen und kann unser Plattform am Ende nur noch schließen oder die Haftung für unsere 8000 Mitglieder übernehmen.

"Herzlichen Dank" an die verantwortlichen Politiker insbesondere Hrn. Voss und an die Organe der entsprechenden Presse für die falsche und einseitige Berichterstattung.

« Letzte Änderung: 25 Mär 19, 15:12 von Stefan »

Offline Johannes Kalbe

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #52 am: 25 Mär 19, 09:24 »
Herzlichen Dank an unsere Politiker und an die Organe der Presse für die falsche und einseitige Berichterstattung.

Hallo Stefan,

ich stimme Dir zu, insbes. auch über die seitenlastige Berichterstattung.

Aber es gibt eine ganze Reihe Politiker, die sich insbes. gegen Art. 13 aussprechen. (Sicher nicht zufällig sind auch viele Personen und Parteien aus verschiedenen Teilen des pol. Spektrums darunter, die damals auch unser Anliegen bezüglich des KGSG erkannt haben, unseren Sachargumenten gefolgt sind und damit letzendlich Schlimmeres verhindert haben). Daher tut mir der verbale Rundumschlag im ersten Teil des letzten Satzes schon weh und ist, gerade bei denen die hier auf unserer Seite stehen, kontraproduktiv. Und die, die es gerade verbocken freuen sich, weil dann alle Politiker undifferenziert ihr Fett weg bekommen. Druck bekommt man nur hin, wenn man Ross und Reiter, bzw. Voss und Reiter beim Namen nennt. Immer wieder.

Nachdenklichen Gruß von der Küste

Johannes

https://netzpolitik.org/2019/ist-artikel-13-wirklich-das-ende-des-freien-internets/#spendenleiste
« Letzte Änderung: 25 Mär 19, 09:32 von Johannes Kalbe »

Offline Stefan

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #53 am: 25 Mär 19, 09:34 »
Johannes Du hast natürlich recht. Gemeint sind natürlich nur die verantwortlichen Politiker insb. Hr. Voss, Sven Schulze und etliche seiner Kollegen und Kolleginnen aus der CDU, nicht alle.

Explizit nicht gemeint sind alle, die sich die Mühe gemacht haben den Gesetzentwurf zu hinterfragen. Ich bitte um Entschuldigung für das zu starke Verallgemeinern. Der Text wurde angepasst.

In sehr großen Teilen ist nach meiner Meinung unsere Demokratie in Ordnung und viele der Politiker sind redlich und machen einen guten Job. Auch die EU-Politik bringt an sehr vielen Stellen Gutes zu Tage. Leider schaffen es einige wenige sich derart in den Fokus zu drängen, dass der Schatten auf alle fällt.

Viele Grüße
Stefan
« Letzte Änderung: 25 Mär 19, 09:56 von Stefan »

Offline Johannes Kalbe

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #54 am: 25 Mär 19, 09:51 »
Hallo Stefan,

alles ok, den dahiner stehenden Ärger kann ich sehr gut verstehen! Aber gerade mit gerichteter, differenzierter Kritik kann man die besagten Schatten deutlich besser, bzw. gerechter verteilen und dadurch mehr erreichen. Und hilft viell. bei Wahlen sich aufzuraffen und das dann auch zu berücksichtigen, wo man seine Kreuzchen macht.

Ich hatte Sonnabend drei Kanditaten mit guten Aussichten fürs kommende EU-Parlament zu Gast (und einer davon ist derzeit schon dabei und hat sich pro Gesetz, aber gegen Art. 13 ausgesprochen) und wir konnten uns gut zu dem Thema austauschen. Und die drei haben zugesagt nochmal auf die Kollegen in ihrer Fraktion zuzugehen die sich noch komplett für den Entwurf aussprechen, und die Argumente contra Art. 13 auf den Tisch zu bringen).


Offline Stefan

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #55 am: 25 Mär 19, 15:18 »
Allen voran ärgern mich die einseitig berichtenden Presseorgane worunter sich sehr viele große Namen finden. Diese Dimension der Berichterstattung zum eigenen Vorteil ist mir bisher noch nicht untergekommen und mindestens in höchstem Maße unmoralisch und undemokratisch. Große Zeitungen im Niveaulimbo mit der Bildzeitung zu schlechtesten Zeiten sind besorgniserregend. Ich würde es als Missbrauch der Pressefreiheit bezeichnen.


Offline cmd.powell

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #57 am: 25 Mär 19, 18:40 »
Allen voran ärgern mich die einseitig berichtenden Presseorgane worunter sich sehr viele große Namen finden. Diese Dimension der Berichterstattung zum eigenen Vorteil ist mir bisher noch nicht untergekommen und mindestens in höchstem Maße unmoralisch und undemokratisch. Große Zeitungen im Niveaulimbo mit der Bildzeitung zu schlechtesten Zeiten sind besorgniserregend. Ich würde es als Missbrauch der Pressefreiheit bezeichnen.

Moin Stefan

Naja, was erwartest Du den, das die gegen ihre eigenen Interessen berichten? Das ist schon etwas blauäugig. Eine unparteiische Pressen haben wir schon seit jahrzehnten nicht mehr (Paradebeispiel Atomkraft). Polarisierende Aussagen sind heute praktisch normal, akzeptiert und werden in gewissen Maße sogar erwartet. Daher sehe ich wenig Hoffnung, das die EU das Gesetz ablehnen wird.

Allerdings haben wir (als Volk) letztenendes die Macht, nämlich die Macht als Konsumenten: Ziel der ganzen Kampange ist sicher, das die Verlage etc. höhere Umsätze machen, da die kostenlosen Alternativen aus dem Internet wegfallen - seien sie legal oder illegal. Wenn wir als Konsumenten jetzt aber sagen, ne, wir machen das Spielchen nicht mit und z.B. Abos von Tageszeitungen, in unserem speziellen Falle Mineralienzeitungen etc. kündigen, vielleicht sogar mit der ausdrücklichen Begründung des Protestest, dann dürften wir einen massiven Druck auf die entsprechenden Stellen ausüben. Natürlich stellt das für den einzelnen einen gewissen Einschnitt dar, aber der Gewinn dürfte umso größer sein. Ich denke mal, es ist langsam an der Zeit, mit entsprechenden Waffen zurückzuschießen und nicht jeden kapitalistischen Zwang protestlos hinzunehmen. Ich weiß natürlich nicht, ob das wirklich etwas bringt, aber ich habe recht lange darüber nachgedacht und letztenendes ist der Umsatz das einzig wirkliche Druckmittel, worauf Lobbies reagieren. Und - zum Glück - gibt es bisher noch kein Gesetz, welches uns zum Kauf von Zeitschriften und Datenträgern zwingt (ok, GEZ mal außen vor). Das ist mein Vorschlag zu dem Thema - gesetzt dem nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, das dass Gesetz in der vorliegenden Form mit allen seinen Folgen in Kraft tritt.

Offline Stefan

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #58 am: 25 Mär 19, 23:20 »
Ich habe blaue Augen ;) und meine Erwartungshaltung an die Presse ist eine neutrale Berichtersatttung. Ob sie erfüllt wird steht auf einem anderen Blatt. Nur sollten wir nicht nur bei den weniger integeren Politikern Integrität einfordern sondern auch bei den Presseorganen die Ihre Macht scheinbar schamlos ausnützen.

Mineralienzeitschriften sind wohl eher nicht das Klientel das Stimmung in dem Fall macht. Außerdem schneiden wir uns dann ins eigene Fleisch wenn die letzten Zeitschriften auch noch vom Markt verschwinden. Ich denke sie haben es ohnehin nicht mehr sehr einfach.

Die Kündigung eines Abbos einer Tageszeitung, Einsatz von Werbeblockern auf deren Seiten und bei Blockierung das Angebot meiden ist sicher ein mögliches Mittel. Im Vorfeld würde ich es aber erst mit Leserbriefen und Briefen an den Vorstand probieren um den Missstand anzuprangern. Sollte dies unbegründet bleiben, kann man einmal das entsprechende Mittel der Kündigung ausüben.

Irgendwie können sie einem schon Leid tun. Das Internet bringt Ihr gesamtes Machtimperium ins wanken. Die Leute können sich vorbei an einseitiger Berichtersattung informieren und müssen nicht mehr alles glauben.

Offline cmd.powell

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Re: WICHTIG! Urheberrechtsreform Artikel 13
« Antwort #59 am: 26 Mär 19, 14:00 »
Moin

Ich habe mir den Gesetztestext nicht vollständig durchgelesen, aber ich denke mal, das mir der generelle Kontext durchaus klar geworden ist. Letztendlich stört es mich auch nicht, das dass Urheberrecht besser geschützt werden soll. Auch kann ich völlig verstehen, das gerade die großen Nachrichtenagenturen darunter leiden, das viele ihre Informationen nur noch über Facebook und Co. beziehen. Die dort wiedergegebenen Meinungen sind letztlich fast ausschließlich Einzelmeinungen, die aber schnell einem großen Publikum zuteil werden und entsprechende Wirkung entfalten können. Hier besteht keinerlich Vergleich zu einem gut geführten Journalismus, der natürlich auch etwas kostet. Von der Seite her unterstütze ich sogar das neue Gesetz. Was mich aber maßlos stört, was eigentlich das ganze Vorhaben ad absurdum führt ist die - in letzter Zeit scheinbar in Mode gekommene (siehe das zum Glück massiv entschärfte Kulturgütergesetz) - Umkehr der Beweislast. Es ist eines der obersten Prinzipien der Demokratie, das die Beweislast beim Ankläger liegt und nicht beim Beklagten. Wenn dieses Prinzip zugunsten schwammiger Floskeln aufgegeben wird, werfen wir alle Werte, die wir und die Generationen vor uns geschaffen haben, über den Haufen und landen praktisch bei rechtlich Bedingungen, wie sie zu Zeiten der Inquisition herschten. Es kann nicht sein, das ein Generalverdacht gegen jeden die freie Komunikation lähmt. Das ist nicht nur ein Schritt in Richtung Zensur, das ist ein Schritt in Richtung Diktatur. Und letztlich ist es auch ein Armutszeugnis aller Politiker und EU-Abgeordneter, das sie in Angesicht einer scheinbaren Übermacht von einer Hand voll meist amerikanischer Großkonzerne - die sich nebenbei wahrscheinlich gar nicht von der EU-Rechtssprechung beeinflussen lassen werden - die ultima ratio wählen und einfach alle gleichermaßen treffen. Ein erbärmlicher Rundumschlag in der verzweifelten Hoffnung, es wird schon die richtigen Treffen und das gewünschte Ergebniss liefern. Eine Politik der verbrannten Erde. Das ist es, was mich an solchen Entwürfen aus Brüssel so maßlos ärgert und dann doch mit einem neidischen Auge auf die Britten schielen lässt, obwohl ich ein Europabeführworter bin. Aber mit solchen Aktionen dürfen die in Brüssel sich nicht wundern, wenn Nationalisten immer mehr Aufwind bekommen. Da fragt man sich manchmal wirklich, ob die nicht in der Lage sind, 1 und 1 zusammenzuzählen oder schlicht in Geschichte immer geschwänzt haben.

Uff, so, jetzt habe ich mal Dampf abgelassen. Ich kann nur hoffen, und werde diese Hoffnung auch nicht aufgeben, das letztlich doch die Vernuft obsiegen wird und wenigstens in Teilen das Gesetz überarbeitet wird. Ich denke mal, morgen bzw. übermorgen sind wir schon etwas schlauer. Ggf. werden wir uns hier dann Gedanken machen müssen, wie es weitergehen soll/kann. Es wäre echt traurig, wenn die ganze Arbeit hier für die Katz gewesen sein soll. Evtl. müssen Uploads vorerst geblockt werden oder eben vorübergehend manuell kontrolliert, wie auch immer und möglich. So wie ich es verstanden habe sollte ein halbwegs normaler Forumsbetrieb (ohne Uploads) ja noch möglich sein. Ich denke mal, auch wenn das Gesetz in seiner schlimmsten Form in Kraft tritt, wird noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Ein gewisser Durchhaltewillen hilft da sicherlich.