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Schmelzkante?

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Angler:
Hallo werte Experten und Foristen,
wir haben mal wieder einen Stein aus der Trommel gefischt, der erneut aus unserem brandenburger Geschiebe kommt. Anders als sonst, sind wir uns dieses Mal einig, dass es sich um eine Schmelzzone handelt.
Wir denken, dass hier ein Granit aufgeschmolzen und umgewandelt wurde. Allerdings sind wir natürlich nicht sicher und wollten Euch fragen, ob wir den Stein richtig interpretieren.
Falls unsere Annahme richtig ist, kann man sagen ob hier eine tektonische oder magmatische Schmelze ursächlich ist und wie können wir diesen Stein benennen?       

Wie immer bedanken wir uns recht herzlich im Voraus für Eure freundliche Hilfe!

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Sebastian:
Das ist ein typischer zonierter Pegmatitgang.
Gruß Sebastian

felsenmammut:
Glück Auf!

Ja, sehr wahrscheinlich ein Stück Pegmatit, der in einem mehr oder weniger Nebengestein sitzt. Das Stück erfasst die Kontaktzone der Beiden. Es gibt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zur Bildung: Z.B. kann es ein Teil eines Pegmatitgangs sein, der über größere Erstreckung durch ein Gestein verläuft. Die Platznahme von granitoiden Gesteinen, in deren Begleitung Pegmatite auftreten können, kann in Zyklen erfolgen. So kann z.B. der Pagmatitgang eines jüngeren Zyklus im granitoiden Gestein eines älteren Zyklus stecken. Der Pegmatitgang kann aber auch in einem Nebengestein stecken, welches keine Zusammengehörigkeit mit dem Pegmatit bei der Entstehung hat. Pegmatite können auch in Form von Miarolen im Gestein stecken. Es wäre durchaus denkbar, dass das fragliche Stück ein Teil einer Miarolenwand ist. Derart grobkristalline Quarz-Feldspatgebilde können auch anders thermal gebildet werden außerhalb der Bildungsbedingungen für Pegmatite. Damit wäre es dann je nach Auslegung kein Pegmatit mehr. Es könnte ein Stück eines Migmatits sein. Derart grobkristalline Bereiche können auch metasomatisch oder durch das Zusammenspiel vielfältigster Faktoren gebildet werden. Wie so häufig bei interessanten Geschieben, ließe sich die Vorgeschichte der Entstehung wenn überhaupt nur am Herkunftsort genau rekonstruieren. Häufig, so wie wohl auch bei diesem Stück, fehlen aber leider Leitgeschiebemerkmale.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Angler:
Hallo Sebastian und Markus,
recht herzlichen Dank für Eure Hilfe. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir mit unserer Interpretation nicht soooo falsch lagen.
Dann werden wir auf sein Schildchen „Wahrscheinlich zonierter Pegmatit / eventuell auch Migmatit“ schreiben.

Wir haben da noch eine Frage, die sich aus unserem Studium zu den Pegmatiten, auf Grund des Hinweises von Sebastian, ergab. Auf Bild 3 (g7) ist die Unterseite des Steines zu sehen, die nahezu gänzlich von dunklem Quarz bedeckt ist. Darf man diesen Quarz als Rauchquarz bezeichnen, wie er gelegentlich in Pegmatiten vorkommen soll oder wäre dies zu viel Adel für den Quarz?

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

smaragd123:
Ist wirklich der Quarz so dunkel oder sieht das nur durch die daneben liegenden Mafite/ Glimmer so aus?

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