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Autor Thema: Konglomerat  (Gelesen 1419 mal)

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Offline Mampfbacke

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Re: Konglomerat
« Antwort #15 am: 29 Jun 19, 15:07 »
Hallo,

wie erklärt ihr euch denn, falls das gezeigte Stück anthropogener Natur sein sollte, in den Bildern 26, 27 und 29 den verfüllten Riss, der sowohl mehrere der Komponenten als auch die Matrix durchzieht?
Ich halte das anhand der Bilder ebenfalls für ein Konglomerat.

Viele Grüße
Thomas

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #16 am: 29 Jun 19, 15:44 »
Hallo Thomas,
ehrlich gesagt gar nicht. Wir hatten ja weiter vorn schon auf den verfüllten Riss hingewiesen, aber …  ???

Das Aufschäumen der grauen Matrix war schon heftig, so wie wir das nur von Kalksteinen kennen.Wir wissen nicht, ob es Sedimente gibt mit so hohem Kalk- oder Karbonatanteil, die eine so heftige Reaktion mit 25%iger Salzsäure haben. ::)

Vielleicht, sollten wir den Stein doch noch schneiden? Noch ein schönes Wochenende!


VG von der brandenburger Rentnerband und Michael 

Offline stoanklopfer

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Re: Konglomerat
« Antwort #17 am: 30 Jun 19, 07:14 »
25%ige Salzsäure ist viel zu stark! Da braust bald einmal was! Normalerweise nimmt man zur Karbonatbestimmung 5%ige.

Offline Harzsammler

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Re: Konglomerat
« Antwort #18 am: 30 Jun 19, 10:02 »
Gut, ich habe den Beton und Spiel gebracht...ob es tatsächlich welcher ist kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

Aber, wenn das ein natürliches Konglomerat ist, dann sind vergleichbare Stücke sicher schon irgendwo mal gefunden und beschrieben worden  ???
Das einzige ähnliche Stück in dem Link (#11)  hat ja eine rein calcitische Bindung und eine wesentlich kleinere Korngröße.

Grüße,
Michael

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #19 am: 30 Jun 19, 14:13 »
O.K. wir werden den Stein am nächsten WE schneiden und dann sollten wir alle der Lösung näher kommen, falls wir bis dahin nicht weggeschmolzen sind. ;D

Bis dahin vielen Dank an alle und hoffentlich habt ihr einen kühlen Platz gefunden!

VG von der Brandenburger Rentnerband und Michael

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #20 am: 07 Jul 19, 19:22 »
Hallo werte Experten und Foristen,
wir haben heute ein paar Steine geschnitten und natürlich auch diesen. Wegen der Kürze der Zeit haben wir ihn nur kurz angeschliffen (120er) und dann nass fotografiert. Ist nicht besonders schön, aber man kann deutlich erkennen, dass es sich um ein Konglomerat handelt und nicht um Beton.
Wir haben den Stein absichtlich so geschnitten, dass der o. gen. verfüllte Riss gequert wird. Wie ihr sehen könnt verläuft er nicht nur oberflächlich – was durchaus möglich gewesen wäre – sondern durchzieht den gesamten Stein. Die einbettende Matrix ist teilweise sehr dicht und feinkörnig. Es ist für uns sehr spannend, ob man sie näher bestimmen könnte. Vielleicht habt Ihr ja eine Idee! ???

Hätten wir den Säuretest zuerst gemacht, wäre der Stein als vermeintlicher Beton schon wieder in einer Kiesgrube gelandet und hätte Michael – vollkommen berechtigt - nicht den Bunkerbeton in die Diskussion eingebracht, dann hätten wir den Stein nie geschnitten. Es wäre ein Restzweifel geblieben. So aber haben wir jetzt ein, für unsere Gegend, ungewöhnliches Konglomerat mit 5 verschiedenen Graniten. :)

Deshalb Allen recht herzlichen Dank für Eure hilfreichen Beiträge und Expertisen.

VG von nun wieder sehr beruhigten brandenburger Rentnerband und Michael


Offline Collector

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Re: Konglomerat
« Antwort #21 am: 08 Jul 19, 14:04 »
Hallo Michael

ich möchte gerne Euer schönes Konglomerat ins Mineralienatlas-Lexikon einstellen.

Der guten Sitte halber sollte beim Bild ein Fundort stehen, sowie der Name des Fotografen. Kannst Du uns das zukommen lassen. ?

Danke.

Collector

Offline Harzsammler

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Re: Konglomerat
« Antwort #22 am: 08 Jul 19, 15:04 »
Hallo,

ein schönes Stück ist das!

Kennt denn jemand das Alter und Herkunftsgebiet dieses Konglomerats?
Im Ablagerungsraum des Gletschers wird es ja wohl nicht entstanden sein.

Grüße,
Michael

Offline Johannes Kalbe

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Re: Konglomerat
« Antwort #23 am: 08 Jul 19, 15:53 »
Das wird schwierig. Herkunft kann der gesamte skandinavisch-baltische Ostseeraum sein. Da sind (auch sehr lokal begrenzt) viele Konglomerate und Brekzien entstanden, die sich i.d.R. regional nicht zuordnen lassen.

Vom Alter her ist es ähnlich schwierig. Ich sehe unter den Klasten nur Granitoide, keine Vulkanite und Sedimentite. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass das Geschiebe recht alt (Präkambrium) ist. Ggf. kann man es mal mit den diversen Sparagmiten aus dem schwedischen Anstehenden vergleichen...

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #24 am: 09 Jul 19, 14:54 »
Hallo werte Experten und Foristen,
wir haben schon so oft Eure freundliche Unterstützung genossen, dass wir sehr gerne etwas zurückgeben wollen. Ich habe deshalb schon die erbetenen Info‘s an den Collector geschickt.

Nur mit dem ganz genauen Fundort, gibt es ein kleines Problem. Weil wir normaler Weise keine Konglomerate sammeln, lag er schon einige Zeit auf unserem Steinhaufen. Jetzt erinnert sich hier niemand mehr, ob er aus einer Kiesgrube, von einem Lesehaufen oder der Endmoräne kam. Sicher ist nur, das er aus der Umgebung von Eberswalde ist.
 
Zur genaueren Herkunft können wir leider auch wenig beitragen. Wir hatten ausführlich im Netz und in unserer Literatur nach ähnlichen Konglomeraten gesucht, aber leider nichts gefunden, was für Michaels Betonthese sprach. Eventuell wird sich ja zukünftig noch etwas ergeben.

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Offline Johannes Kalbe

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Re: Konglomerat
« Antwort #25 am: 15 Jul 19, 11:52 »
Wir hatten ausführlich im Netz und in unserer Literatur nach ähnlichen Konglomeraten gesucht, aber leider nichts gefunden

Naja,  es gibt zum Beispiel Einiges zu einem polymikten, von Granitoiden dominierten Konglomerat im Gesteinsgarten von Pudagla. (z.B. in HOFFMANN, G. & DIETRICH, H. (2004): Das polymikte Konglomerat im „Usedomer Gesteinsgarten“ in Ückeritz. – Archiv für Geschiebekunde 3 (8/12) [SCHALLREUTER-Festschrift]: 585-598.) Von der Matrix, aber weniger vom Klastenbestand könnte auch dies hier interessant sein: monomiktes Konglomerat Usadel

Ersteren Artikel (bzw. das Heft/die Festschrift) habe ich irgendwo noch liegen und könnte es euch zum Selbstkostenpreis+Porto zuschicken. Leider haben wir die älteren AfG noch nicht frei verfügbar als pdf's. Aber das eine oder andere findet sich evtl. auch noch in ga oder den ga-Sonderheften.

Besten Gruß

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #26 am: 15 Jul 19, 19:52 »
Hallo Johannes,
vielen Dank für Dein freundliches Angebot und die Links. Beim Usadel-Konglomerat passt die Matrix auch nicht, denn unsere ist grau-braun und feinkörnig.
Wir haben u.a. den „Geschiebesammler“ und natürlich auch dort gesucht. Das ist immer sehr aufwändig, wenn wir die ganzen Hefte durchforsten müssen.
Auch hat das Konglomerat außer den Graniten noch einen „großen“ (ca. 3cm), gut abgerollten Quarzkiesel und wir glauben immer noch 2-3 braune Porphyrstücke (farblich ähnlich und mit sehr dichter Kornstruktur, dem Rödö-Syenitporphyr) zu sehen.
Optisch am ähnlichsten kommen die Digerberg-Konglomerate diesen hier, allerdings ist dort das Verhältnis von Porphyr zu Granit genau umgekehrt. Es gibt da Bilder, auf denen die Matrix farblich  unserer sehr nahe kommt, aber . . .  ???
Wir denken, dass wir hier nur raten könnten. Wenn überhaupt sollten nur Geschiebeexperten mit dem Stein in der Hand etwas zur Klärung beitragen können. Eventuell geben wir den Stein unseren berliner Michael mit, damit er ihn in Berlin den Wissenschaftlern zeigt. Das haben wir ja schon einmal gemacht. Hoffentlich schmeißen die ihn nicht die Klamotte ins Kreuz. ;D

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael
« Letzte Änderung: 16 Jul 19, 20:12 von Angler »

Offline Johannes Kalbe

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Re: Konglomerat
« Antwort #27 am: 16 Jul 19, 08:09 »
Wenn überhaupt sollten nur Geschiebeexperten mit dem Stein in der Hand etwas zur Klärung beitragen können. Eventuell geben wir den Stein unseren berliner Michael mit, damit er ihn in Berlin den Wissenschaftlern zeigt.

Na da bin ich aber gespannt, welchem Wissenschaftler in Berlin ihr die zeigen wollt. Die Kollegen die sich in B damit auskennen sind entweder verstorben oder weggezogen, die FU, die TU und das MfN sind jedenfalls m.W. frei von Wissenschaftlern die sich gut im Bereich Geschiebe auskennen. Und der einzige Potsdamer, dem ich da eine verlässliche Einordnung der Granite zutrauen würde, kommt berufsbedingt selten nach Berlin (und ist auch eher Autodidakt auf sehr hohem Niveau).

Im November (2./3.11.) gibt es für euch ggf. die Möglichkeit an der Geschiebetagung im MfN teilzunehmen, da kommen dann die Leute, die euch am ehesten weiterhelfen können in die Hauptstadt.

Offline Angler

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Re: Konglomerat
« Antwort #28 am: 16 Jul 19, 20:18 »
Hallo Johannes,
ja wenn das so ist, sollten wir es uns nochmal überlegen. Wir gehen davon aus, dass sich die offensichtlich wenigen Geschiebeexperten auf spezielle, eng begrenzte Forschungsgebiete beschränken und wenn sie dann mit einer gebietsfremden Bestimmungsanfrage durch uns Laien konfrontiert werden, genervt reagieren. Was wir gut verstehen können und was hier auch niemand möchte.
 
Da sollte man schon wissen, welcher der Experten sich selbst intensiv mit Konglomeraten beschäftigt, um Selbigen dann gezielt anzusprechen.

Wir lesen ja weiter und werden sicherlich auch mal fündig werden. Falls nicht, ist es auch nicht weiter schlimm, denn eigentlich interessiert uns hauptsächlich, die so schön schäumende Matrix und dass wir hier einen wissenschaftlich interessanten Fund gemacht haben, denkt auch keiner.

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Offline Collector

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Re: Konglomerat
« Antwort #29 am: 17 Jul 19, 00:11 »
Hallo Rentnerband und Michael

ich hoffe, Ihr könnt mir helfen. Ich bin seit mehr als  30 Jahren im Besitz eines herrlichen Hornsteins (neue Klassifizierung "Chert"), den mein Schwager um etwa 1987 im Havelland fand. Er kann sich leider nicht mehr an den genauen Fundort erinnern (war wohl angeln); aber beschreibt, dass er den Stein etwa im Bereich Werder-Lehnin-Brandenburg fand. (beim Angeln !).
Ein schönes Exemplar - aber: Wo findet man sowas im Havelland ?

Ich würde mich für jeden Hinweis freuen.
Danke
Peter / collector

 

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