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Autor Thema: Eisen gediegen aus der Müglitz?  (Gelesen 3996 mal)

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Offline TobiC

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Eisen gediegen aus der Müglitz?
« am: 31 Aug 19, 09:11 »
Hallo und guten Morgen,

ich brauche mal wieder euren fachmännischen Rat... Bitte!
Habe gestern aus der Müglitz dieses Fundstück geborgen.
Es ist magnetisch und hat (hoffe man erkennt es auf den Bildern) wohl auch etwas Hämatit anhaften.
Diverse Stellen sind aus gediegenem Eisen? Sie glänzen metallisch und der Magnet haftet daran.
Jetzt habe ich noch nicht von Eisenfunden aus der Müglitz gehört...
Kann es sich darum handeln?
...und noch eine Frage. Wie reinige ich das Stück?
Vielen Dank und ein schönes Wochenende!
Tobias

Offline Mineralroli

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #1 am: 31 Aug 19, 12:06 »
Hallo Tobias
Gediegen Eisen ist in der Natur extrem selten und kommt fast ausschließlich als Erz vor das verhüttet wird.
Es könnte ein Relikt (oxdiert) aus der Überschwemmung sein. Magnetit in der Müglitz ist mir nicht bekannt.
Reinigen mit Oxalsäure
LG Roland

Offline harzgeist

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #2 am: 31 Aug 19, 12:20 »
Zitat
Gediegen Eisen ist in der Natur extrem selten und kommt fast ausschließlich als Erz vor das verhüttet wird.

Mir ist nicht bekannt, dass gediegenes Eisen irgendwo auf der Welt eine wirtschaftliche Bedeutung hätte... ???

Bitte um Aufklärung
Thomas

Offline pseudonym

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #3 am: 31 Aug 19, 12:38 »
Sieht eher nach Alteisen aus ,vielleicht Bomben oder Granatsplitter ,wie die hier aus Schleiz ,unten nur konserviert oben in Citronensäure gereinigt ,ausgegraben bei Bauarbeiten :


Offline Alcest

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #4 am: 31 Aug 19, 12:51 »
Gediegen Eisen ist in der Natur extrem selten und kommt fast ausschließlich als Erz vor das verhüttet wird.

Es kommt z. B. in Basalten vor, die Kohleflöze durchschlugen. Oder in einer ganzen Menge von Meteoriten. In Erzen... Wäre mir neu, da Eisen doch ganz gerne feste Bindungen mag.

Gediegen Eisen ist auszuschließen. Das würde es keine Jahrmillionen in einem Fluss aushalten.

« Letzte Änderung: 31 Aug 19, 13:51 von Alcest »

Offline nwsachse

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #5 am: 31 Aug 19, 17:53 »
Hallo,

ich halte das metallisches Eisen aus der historischen Eisenerzverhüttung mit anhaftender Schlacke.
Die blasige Struktur der Schlake ist auf Bild "eisengediegen3.jpg" gut zu erkennen.

Jörg N.





Offline TobiC

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #6 am: 31 Aug 19, 22:10 »
Hallo,

vielen Dank, für die Antworten!
Also Schlacke wäre ja einleuchtend. Allerdings ist der Eisenanteil derart hoch,
dass es wohl eher schlechte "Verhütter" gewesen sein müssen. Das blanke Metall hat min. 3 x 2,5 cm Durchmesser.
Ohne zu wissen, was sich unter der "Schlacke" noch befindet.
Für ne Schlacke eher unwahrscheinlich.
Der Stein ist übrigens ca. 13x10x6 cm groß und wiegt 1143g.
Von den "Schlackeblasen" hab ich mal eine aufgeschlagen. Sie hat die typische glasige Struktur.
Von woher soll das Ding stammen? Wurde in Schlottwitz oder weiter Fluss aufwärts Eisenerz verhüttet?
Ich werde es mal versuchen zu reinigen... Mal sehen, was übrig bleibt.
Übrigens ist die Zeit, die es im (am) Fluss lag ja nicht bestimmbar. An der Stelle poltern regelmäßig neue Sachen in den Fluss.
Und das es durch die Flut 2002 abgelagert wurde glaube ich nicht, da es kein reines Metallstück ist.

Vielen Dank nochmal und einen schönen Sonntag!
 

Offline Harzsammler

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #7 am: 31 Aug 19, 22:21 »
...es ist nicht besonders ungewöhnlich dass Schlacke bedeutende Anteile an Metall enthält, besonders wenn es sich um Reste einer sogenannten Ofensau handelt.

Grüße,
Michael

Offline Uwe E

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #8 am: 01 Sep 19, 08:46 »
Hallo,

Eisen ist schwer und wird somit wenig verfrachtet.
Zitat
Habe gestern aus der Müglitz dieses Fundstück geborgen.
Wo hast du das Stück "rausgefischt"?

Offline TobiC

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #9 am: 01 Sep 19, 08:54 »
In Oberschlottwitz an der Brücke / Abzweig Richtung Berthelsdorf

Offline Uwe E

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #10 am: 01 Sep 19, 09:26 »
Hallo,

ein Eisenerzvorkommen in der Nähe der Müglitz ist Johnsbach. Gediegen Eisen wird es dort aber nicht gegeben haben. Eisenhütten an der Müglitz sind nicht bekannt. Das Eisenerz vieler Gruben wurde in Schmiedeberg im Tal der Roten Weißeritz aufgearbeitet.
Ich vermute, dass es sich bei dem Fundstück um einen Teil eines Gebrauchsgegenstandes handelt, der mutwillig oder zufällig in den Fluß gelangte.
Durch die starken oxidischen Umkrustungen lässt sich die Ursprungsform nicht mehr erkennen.
Schlackeanhaftungen wären allerdings dabei ungewöhnlich.

Grüße

Uwe
« Letzte Änderung: 01 Sep 19, 09:32 von Uwe E »

Offline TobiC

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #11 am: 01 Sep 19, 10:34 »
Hallo,

vielen Dank!
Es ist definitiv ein Stück mit anhaftender Schlacke und, so vermute ich, auch anderen Mineralien.
Bitte mal die Bilder ansehen, vielleicht kannst du etwas entdecken...

Schönen Sonntag!

Tobias

Offline TobiC

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #12 am: 01 Sep 19, 12:55 »
...und noch ein Nachtrag zu "Eisen in Johnsbach"...
Da könntest du heute noch Abbau betreiben.
Das sind die Funde von gestern  :)

Offline smoeller

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #13 am: 01 Sep 19, 19:51 »
Hallo,

Nicht auszuschließen wäre aber, dass es sich um Reste einer Schmiede handelt (Schmiedeschlacke). Ich denke da an die ganzen Zinnbergbaue im Bereich um Altenberg. Die werden bei dem harten Gestein einen nicht unbeträchtlichen Gebrauch an Gezähe gehabt haben, Feuersetzen hin oder her.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Uwe E

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Re: Eisen gediegen aus der Müglitz?
« Antwort #14 am: 02 Sep 19, 07:14 »
Hallo,

Zitat
Nicht auszuschließen wäre aber, dass es sich um Reste einer Schmiede handelt

daran hatte ich gar nicht gedacht. Stimmt, am Oberlauf der Müglitz sowie den Nebenflüssen gab es einige Bergbauanlagen (Bärenstein, Lauenstein, Geising, ...) und da sind durchaus mancherlei Schmieden dabei gewesen.

Fundort
Zitat
In Oberschlottwitz an der Brücke / Abzweig Richtung Berthelsdorf
Ein paar Meter weiter existiert die Firma FEWES, ein metallverarbeitender Betrieb, der seit vielen Jahrzehnten dort seinen Sitz hat. Nicht auszuschließen, dass das Objekt auch von daher stammen kann.

Grüße

Uwe

 

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