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Autor Thema: Antigorit  (Gelesen 334 mal)

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Offline Lexikon

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Offline Ulrich

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Antigorit
« Antwort #1 am: 04 Okt 19, 14:01 »
Hallo,
In zwei verschiedenen Quellen habe ich vom Atlas abweichendes Verhalten zur Unbeständigkeit gefunden. Im "Lexikon der Minerale" ist A. von "Säuren unter Abscheidung schleimiger Kieselsäure zersetzbar", in "der Micromounter" wird er von Salzsäure aufgelöst. Ich vermute das A. nicht nur gegen Flußsäure unbeständig ist. Für eigene Versuche habe ich wohl zu wenig Material. Wer hat zu dem Thema vollständigere Informationen? Die Änderungen im Atlas kann ich dann durchführen.
vielen Dank
Ulrich Klaffehn

Online harzgeist

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Re: Antigorit
« Antwort #2 am: 04 Okt 19, 15:07 »
Hallo Ulrich
Meines Wissens ist Antigorit als Serpentin(asbest)mineral im Gegensatz zu Amphibol(asbest) nicht säurebeständig.

Ich denke "aufgelöst" ist nicht der richtige Ausdruck. Mit Säuren (außer HF und deren Derivaten) wird ein Rückstand von SiO2.aq bleiben, entweder als "Kieselgallert" oder als schwammiges "Skelett". "Zersetzt" ist der richtigere Ausdruck.
Angegriffen wird Antigorit auf alle Fälle, zur Geschwindigleit und zur erforderlichen Konzentration kann ich aber keine Aussage treffen.

Thomas

Offline Ulrich

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Re: Antigorit
« Antwort #3 am: 08 Okt 19, 09:12 »
Hallo Thomas,
ich habe die Unbeständigkeit entsprechend geändert. Zur Reaktionsgeschwindigkeit und weiteren Bedingungen habe ich nichts gefunden oder erfahren.
viele Grüße
Ulrich

Offline felsenmammut

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Re: Antigorit
« Antwort #4 am: 08 Okt 19, 19:42 »
Glück Auf!

ich kann die Frage etwas beantworten.

Schon seit längerem versuche ich einige Granate aus einem Serpentin herauszupräparieren. Die Granate wurden hydrothermal gebildet, sitzen auf dem Serpentin und sind von einer ebenfalls hydrothermal gebildeten Serpentinmasse umgeben. Stellenweise sind etwas Calcit und andere Minerale enthalten. Verschiedene Versuche einer mechanischen Präparation scheiterten. In den vergangenen Monaten habe ich einige Stücke Serpentin mit Granat in konzentrierter Salzsäure liegen gehabt. Der Serpentin löste sich langsam auf. Stellenweise sind reine Chrysotilpartien sichtbar geworden, die sich ebenfalls aufgelöst haben. Entgegen meiner Erwartung hat sich kein Gel gebildet. Stattdessen hat sich ausschließlich aus den Chrysotilpartien eine feste, durchscheinende, sehr spröde Masse gebildet, die sehr leicht mechanisch beseitigt werden konnte. Der Großteil der Oberfläche wies gar keine anhaftenden Stoffneubildung auf. Die Granate sitzen auf einer Matrix, die sich deutlich schlechter auflöst. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Serpentinmatrix sich schlechter löst als die hydrothermal später gebildete Serpentinmasse. Die Mineralansprache erfolgt dabei nach visuellen Merkmalen, Aussagen der ortskundigen Geologen und dem beobachteten geologischen Umfeld der Fundstelle.

Die Berge um Karabasch im Ural bestehen zu einem großen Teil aus Serpentin. Durch vermutlich sauren Regen, der durch die wohl fehlende Entschwefelung der Rauchgase aus der Hütte in Karabasch entstand/ensteht, wurde der Serpentin auf den fast vegetationsfreien Bergen auf zig km2 um viele cm weggelöst. Überall stehen filigrane Rippen aus säureresistenteren Mineralen wie Magnetit. Die filigranen Rippen aus säureresistenteren Mineralen, der schlechte Zustand der Vegetation und entsprechende Beobachtungen im Umfeld der Hütte sind Fakt. Den Rest kann man sich denken oder andere Argumentationswege finden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 09 Okt 19, 11:38 von felsenmammut »

Offline Ulrich

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Re: Antigorit
« Antwort #5 am: 09 Okt 19, 08:01 »
Hallo Markus,
danke für die ausführliche Antwort. Nach Deiner Antwort ist auch die Reaktion auf konzentrierte Salzsäure nicht schnell und dauert Tage bis Wochen. Nachdem ich die Bedeutung von +, ++, +++, +/- nicht genau kenne, neige ich dazu +HCl zu schreiben und +/- für andere Säuren. Die Kieselsäure bleibt bei der Behandlung mit rauchender Salzsäure als Skelett übrig oder wird als oder Pulver ausgeschieden. Damit werde ich mir neue Gedanken bei der Formulierung der Unbeständigkeit machen.

mit freundlichen Grüßen
Ulrich