Moin Willi
Eine kleine Anekdote zur Aufmunterung von einem, der es im Studium lernen musste: Wir hatten damals in den Kristallographiekursen immer Übungskästen mit Mineralproben, anhand deren typischer Kristallform (und weiterer Eigenschaften wie Bruch, Farbe, Strich etc.) die Studenten die einzelnen Minerale bestimmen sollten. Diese Kästen kamen auch in der Vor- und Hauptdiplomprüfung gelegentlich zum Einsatz (ok, im Vordiplom waren sie immer mit dabei). Ich war aus dem ganzen Studiengang der einzige Stundent (!), der auch privat Mineralien gesammelt und somit auch nicht wirklich Probleme mit diesen Kästen hatte. Alle anderen Studenten haben letztlich nur die Fächernummer und das dazugehörige Mineral auswendig gelernt. Bei meiner Vordiplomprüfung habe ich gegenüber meinem Prof. die Bemerkung gemacht, man könne ja mal die Proben austauschen oder einfach nur umsortieren. Mein Prof hat das jedoch in Befüchtung der dann sprunghaft ansteigenden Durchfallquote abgelehnt.
Und ganz ehrlich: Was das Bestimmen nach einfachen, optischen Merkmalen betrifft, so dürfte jeder erfahrene Sammler die meisten Universitätsprofessoren im Bereich Geowissenschaften locker in die Tasche stecken können. Erfahrung ist gerade in unserem Gebiet oft gleichbedeutend mit Fachwissen. Die ganze Kristallographie ist zwar sehr hilfreich, wenn es um die Katalogisierung geht. Im Felde ist sie jedoch nur begrenzt anwendbar. Also, macht Dir nichts draus, Deine Erfahrung ist mindestens genauso viel wert wie der Kleber (für Nichtkenner: zu meiner Zeit war das die "Bibel" der Kristallographen).