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Ein Hallo und meine erste Frage zum Uranocircit

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Peter-1:
Hallo zusammen,

immer wenn es um die Radioaktivität geht wird es nebulös  ::)
Warum nicht einfach ein Beispiel geben und echte Meßwerte dazu zeigen?
Also habe ich es gemacht. Ein schönes Stück Uranglimmer vom Streuberg in Bergen im Vogtland war mein Objekt.
Nun die Messungen:

1. Umgebungsstrahlung, sog. ODL Ortsdosisleistung = 0,12 µSv/h
das ist ein üblicher Wert in diesem Landstrich in Bayern.

2. Mit Uranglimmer in 10 cm Entfernung vom Meßgerät = 2,1 µSv/h ,
also um 1,98 µSv/h angestiegen

3. Mit Uranglimmer in 30 cm Entfernung vom Meßgerät = 0,4 µSv/h
also um 0,28 µSv/h angestiegen.

Da sowohl der Geigerzähler (für Beta- und Gammastrahlung) eine Flächenausdehnung hat, wie auch die Probe, ist die strenge Abstandsregel ( X² ) nicht anwendbar !
Als Detektor für die Strahlung sind 2 Zählrohre vom Typ SBM20 eingesetzt. Die Messungen sind gut reproduzierbar und mit anderen Messungen vergleichbar. Diese Zählrohre sind sehr gut dokumentiert.

Ein so kleines Stück wie hier gezeigt, ist in einer gut verschlossenen Dose in 50 cm Entfernung vermutlich schwer nachweisbar und erhöht die Umgebungsstrahlung nur unwesentlich. Immerhin gibt es im Südschwarzwald Stellen mit ODL Werten über 0,2 µSv/h. (z.B. Herrischried)

Ich hoffe die Zahlen bringen etwas Licht.
Peter

calzit:
Hallo,


--- Zitat von: cmd.powell am 27 Nov 19, 00:57 ---im Zweifelsfall in den Keller, dann hast Du die wenigsten Probleme.

--- Ende Zitat ---

Was hat man davon, Mineralien im Keller zu bunkern, wo sie keiner mehr sieht oder findet?

cmd.powell:

--- Zitat von: calzit am 27 Nov 19, 14:57 ---Hallo,


--- Zitat von: cmd.powell am 27 Nov 19, 00:57 ---im Zweifelsfall in den Keller, dann hast Du die wenigsten Probleme.

--- Ende Zitat ---

Was hat man davon, Mineralien im Keller zu bunkern, wo sie keiner mehr sieht oder findet?

--- Ende Zitat ---

Das ist natürlich ein gutes Argument. Allerdings ist es schon angesagt, stark radioaktive Stücke nicht in Wohnräumen zu lagern. Ich habe letztes Jahr z.B. eine hübsches Stück Pechblende auf der 371er Halde bei Hartenstein gefunden, k.A. wieviel kg Pechblende da drinnen stecken, aber wenn ich mit dem Teil in meinem Arbeitsraum eine "Umgebungsmessung" gemacht habe, lag ich bei um die 0,5µSv pro Stunde bei über 1 Meter Abstand. So nett wie das Teil auch ist, es liegt unten im Keller.

Achso, und wiederfinden ist bei dem Stück auch nicht schwierig  8)

Peter-1:
Hallo Markus,

ich habe grob über die Dosisleistungskonstante für Ra226 und deine Werte eine Aktivität von ~ 1800 kBq errechnet. Hast den Brocken hoffentlich gut gasdicht eingepackt ... Radon läßt grüßen. Oder machst du einen Heilstollen im Keller auf  ;D

Peter

Fabian99:
Hallo,

das ist genau der Punkt: Wer weiss wieviele kg Pechblende zu der Stufe mit einigen Blättchen Uranglimmer.
Mal einige Zahlen:

Du hast rund 3ppm Uran in der Erdkruste. Nehme eine Baugrube mit 9mx9mx3m. Das sind rund 250m3. Bei einer  von sagen wir 2g/cm3 sind das 500t. 500t*3ppm sind 1.5kg natürliches Uran. (3ppm stammen aus: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/4336.pdf)
Interessant sind auch die Phosphatdünger, Seite 15 - da gibt es einige Veröffentlichungen zu Stoffbilanzen einiger Spanier auf Researchgate.

Auch weiss ich, dass meine "Granit"-Treppe Thorium-Silikat in gut im REM sichtbaren Mengen hat. Ich schlafe gut, das Haus hat einen Luftwechsel von 1/h. Für das Aquarium habe ich eine 3molare KCl-Lösung für die pH-Elektroden. das sind rund 250g/l, bei 17Bg/g sind das über 4000 Bq.

Vor der normalen Belastung mit 2mSv in D oder 3mSv in Au sollte ein eingedostes, verklebtes Stück kein Problem sein.

Als Vergleich:
"Wissenschaftliche Veröffentlichungen und verschiedene Internetforen empfehlen, zur Verbesserung der Selenversorgung zwei Paranüsse (rund 8 Gramm) täglich zu verzehren. Mit dem Verzehr von zwei Paranüssen pro Tag kann ein Wert von 160 Mikrosievert pro Jahr erreicht werden."
http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/lebensmittel/radioaktivitaet-nahrung/radioaktivitaet-nahrung.html

Nehme ich nun Peters Werte
"3. Mit Uranglimmer in 30 cm Entfernung vom Meßgerät = 0,4 µSv/h
also um 0,28 µSv/h angestiegen." ist das der Gleichwert von einer Paranuss pro Stunde. Also jede Stunde 30cm vor der Stufe sitzen ist wie eine Paranuss.

LG - just my 2cts

Frank (Vater von Fabian)


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