Gesteine / Rocks / Rocas > Geschiebe / Glacial erratic

Hilfe bei Geschiebebestimmung

<< < (3/4) > >>

karlov:
Hier mal ein Geschiebe aus Ost-Niedersachsen, das ich als Garberg-Granit bestimmt habe:

karlov:
Und hier der ähnliche Rapakiwi-Typ, Fund aus Niederlehme bei Berlin:

felsenmammut:
Glück Auf!

Danke. Dann lass ich ihn mal als schwierigen Grenzfall in der Botanik liegen. Der Garberg-Granit weist aber wohl ohnehin ein große Variantenvielfalt auf. Mir stellt sich da z.B. die Frage: Wie eckig müssen die weißen Plagioklase sein, damit die als eckig gelten? Wenn ich mir die Abbildungen auf www.skan-kristallin zum Garberg-Granit anschaue, sind auffällig oft gerade bei den Geschiebefunden die weißen Plagioklase ähnlich rund wie bei meinem Fundobjekt. Und wie verbindlich ist das Vorhandensein der nadeligen Amphibolkristalle? Vor allem wenn die Ausbildung stärker in Richtung Rapakiwi geht, scheinen die Amphibole zurückzutreten. Auch in den Textbeschreibungen legt man wenig Wert auf die Anwesenheit und Ausbildung der Amphibole. Die noch als Biotit oder schon alterierten grünfarbigen und dann aus Chlorit bestehenden Nester erscheinen mir da charakteristischer zu sein. Die findet man meist auch noch bei den rapakiwiähnlichen Typen. Aber schön sieht das Gestein allemal aus.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

karlov:
Moinmoin,

Ja, Granite aller Vorkommen weisen Variationen in Zusammensetzung und Gefüge auf. Nur ein Teil der Granite eines Vorkommens wird daher als Leitgeschiebe geeignet sein, das dürfte auch für den Garberg-Granit gelten. Eine brauchbare Beschreibung des Garberg-Granits findet sich bei Smed. Aussagekräftige Bilder auf dieser Seite (weit nach unten scrollen, Geschiebe des Jahres 2016):

https://www.kristalline-geschiebe.de/Geschiebe_2016/

Sie zeigen, dass der Garberg-Granit zwar einige Rapakiwi-Merkmale besitzt, das Gefüge ("Gesicht") aber von den oben gezeigten Funden abweicht (die meiner Meinung nach "echte" Rapakiwis sind). Das mit den "eckigen" Feldspäten habe ich falsch in Erinnerung gehabt, denn unter den Anstehendproben finden sich auch abgerundete. Die nadeligen Amphibole sind in jeder Probe enthalten. Könnte also durchaus ein zusätzliches, evtl. aber verzichtbares Merkmal sein, ergänzend zu den Nester aus grünen und schwarzen Mineralen.

Grüße,
karlov

felsenmammut:
Glück Auf!

je ausgiebiger man versucht Argumente für und gegen eine Gesteinszuordnung zu finden, um so zahlreicher werden die Alternativen. Zu meinem Fund (Beitrag 8) habe ich jetzt nur die Bilder. Aber es scheint wohl möglich, ihn auch Richtung Rödö-Pluton zu sortieren, siehe https://www.kristallin.de/rapakiwis/Roedoe/Roedoe-Rapakiwis_Seite_3.htm (leider keine Bildnummerierung). Bei dem von Dir im Beitrag 10 vorgesellten Geschiebe, stelle ich mir die Frage, ob es nicht auch ein Geschiebe aus Dalarna sein könnte, siehe hier: https://www.kristallin.de/Schweden/Siljan-Granit/Siljan-Granit.html Abbildung Nr. 20 und 21. Die entscheidenden Details (Deformationserscheinungen in den Quarzen und Biotiten, Vorhandensein und Ausbildung graphischer Verwachsungen) lassen sich anhand der Bilder nicht erkennen. Laut Textbeschreibung sollten sich Siljan- und Garberg-Granit ja gut unterscheiden lassen (Garberg-Granit = porphyrische Ausbildung und wenig sichtbarer Quarz und viele graphische, hakige Verwachsungen; Siljan-Granit = gleichkörnigeres Gefüge mit mehr sichtbarem Quarz, wohl keine graphischen Verwachsungen). Dann gibt es aber noch den Siljan-Rapakiwi, der eine deutlich porphyrische Ausbildung hat und graphische Verwachsungen, die aber eher gedrungen aussehen.
Bei den Bildern aus Beitrag 11 kam ich dann ins Grübeln, wie sicher die Abgrenzung zu den Rödö-Gesteinen ist. Gerade das Vorhandensein geringer Mengen Plagioklas, bevorzugt als Umsäumung von Alkalifeldspat scheint mir eine gewisse Schnittmenge zwischen Garberg-Granit (Rapakiwi) und Rödo-Rapakiwi darzustellen. Das Auftreten einzelner Plagioklaskristalle wird auch für den Rödö-Rapakiwi erwähnt. Mir erscheint auch der Quarzanteil bei den Bildern aus Beitrag 11 recht hoch, was ich eher Richtung Rödö schieben würde.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln