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Autor Thema: Tongxinit aus Deutschland ?  (Gelesen 1916 mal)

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Offline alfredo

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #30 am: 17 Jan 20, 16:57 »
Ich glaube nicht, dass es eine Schlacke ist, und vielleicht auch kein Hüttenprodukt sondern vielleicht das Ergebnis eines Gebäudebrandes. Stellen Sie sich ein großes Holzgebäude vor, das während eines Krieges in der Bronzezeit brannte, wo dann Metallgegenstände schmelzen und in eine puderige weiße Holz- und Grass-Asche, einen guten Wärmeisolator, rinnen, wo sie dann langsam abkühlen. Irgendwann regnet es, lösliche Bestandteile des Aschehaufens werden ausgelaugt und der unlösliche Rest härtet mit der Zeit zu einem kieselsäure-reiche zementartigen Gestein aus. Nur meine Einbildung, aber das ist mir so eingefallen, als ich einige dieser Exemplare auf den Messen in München und Tokio persönlich zu hand hatte.
Einige Leute denken, dass sie, solange sie versehentlich und ungewollt gebildet wurden, nicht absichtlich hergestellt, als "Mineralien" eingestuft werden können. Persönlich stimme ich dieser Ansicht NICHT zu. Eine künstliche Substanz bleibt künstlich, unabhängig von den Motivationen oder Absichten der Menschen, die die Materialien zusammengebracht haben. Aber dennoch interessante Ergänzungen einer Sammlung, die die verschwommene Grenze zwischen Archäologie und Mineralogie betreten.

Offline Harzsammler

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #31 am: 17 Jan 20, 18:31 »
...diese Theorie halte ich für - gelinde gesagt - sehr weit hergeholt, besonders wenn man die dortige jahrhundertelange Hüttenindustrie im Kontext betrachtet.

Grüße,
Michael

Offline Schatten

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #32 am: 17 Jan 20, 18:33 »
Hi Alfredo,

wie schon vorhergehend von einigen beschrieben, ist es def. durch Verhüttung entstanden.

Zum Anderen:
OK...dann wirds Zeit alle Mineralien auszugrenzen, die durch menschliche Einflüsse entstanden sind.

Haldenbildungen, Feuersetzparagenese seien da genannt..wenn man mal ganz kleinlich sein will.
Sind auch nicht von allein entstanden (im engeren Sinn) die Mineralien. ;D

Da kann man sich ewig streiten und diskutieren, gänzlich wird's da keine Einigung geben. ;)
Für mich (als Schlackenheini) ist dieses Schubladendenken überholt.
Solange es keine gezielten Züchtungen sind, ist es für mich persönlich per se ein Mineral im engeren Sinn.

Gruß
Silvio

Offline heli

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #33 am: 17 Jan 20, 22:08 »
Das Problem ist, dass der Händler, der all diese Seltenheiten vertreibt, mit keinem Wort darauf eingeht, dass er da Hüttenprodukte verkauft.

Da findet man z. B. nur "weltbeste Kristalle".

Ein Schelm, wer sich schlimmes dabei denkt.  >:D   

Offline Harzsammler

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #34 am: 17 Jan 20, 23:01 »
Es wird doch wohl unter den MSH-Spezialisten jemanden geben der hier Licht ins Dunkel bringen kann und uns erhellen kann wo das Zeug wirklich gefunden wurde und wie es in Umlauf kam  ???

Grüße,
Michael

Offline Günter Blaß

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #35 am: 18 Jan 20, 11:49 »
Da kann man sich ewig streiten und diskutieren, gänzlich wird's da keine Einigung geben. ;)

Hi Silvio,

es gibt da eine genauere "Einigung"! Die IMA hat 1989 festgelegt was als Mineral gilt und was nicht (an deren Aussagen usw. sollte man sich halten, an wen denn sonst?)
Davon abgesehen bleibt es ja jedem selbst überlassen was man sammelt und was man schön findet; ob man es nun anerkanntes Mineral nennt oder Schlackenphase ist zunächsr für die eigene Sammlung des Sammelnden egal. Aber wenn man so etwas  verkauft oder weitergibt  sollte man doch ehrliche Auskünfte über das Stück mitteilen. Das Gleiche machen wir ja auch immer??   wenn wir Auskunft über die Bestimmungsmethoden mitteilen  ;D.

Herzliche Grüße und Glück Auf
vom anderen Ende der Republik

Günter Blaß

Offline Schatten

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #36 am: 18 Jan 20, 12:11 »
Hi Günter,

1989...ist ja nun schon ne Weile her ;D
Aber was soll's, persönlich seh ich es anders.

Wenn ich mal was weiter gebe, reich ich alle  Informationen mit...das gehört sich ja auch so.

Gruß
Silvio

Offline Günter Blaß

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #37 am: 18 Jan 20, 12:43 »
Hi Silvio,

prima, ich bin ja auch Schlackenphasen Fan.

MfG
Günter

Online calzit

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #38 am: 18 Jan 20, 14:37 »
Hi Günter,

1989...ist ja nun schon ne Weile her ;D
Aber was soll's, persönlich seh ich es anders.
Wieso? Gibts eine aktualisierte Definition davon, die die Alte ablöst? Wenn nein, dann gilt die Definition von 1989.

VG.

Offline Schatten

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #39 am: 18 Jan 20, 14:48 »
Hallo Mascha,

es gibt keine neue Definition, deshalb erlaube ich mir trotzdem eine eigene Meinung zu dem Thema.
Nicht alles was Bestand hat, muss aus Jedermanns Sicht auch richtig sein und wer weiß schon was in weiteren 30 Jahren ist. ;)

Schlussendlich zählt die Deklaration und da steht bei mir grundsätzlich Schlackenphase und mit dem FO kann dann nix schief gehen, sollte ich mal was abgeben.

Gruß
Silvio

Offline cmd.powell

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #40 am: 19 Jan 20, 18:25 »
Moin Silvio

Die Diskussion ist wirklich schon ziemlich alt und sicherlich auch noch nicht ganz zu Ende geführt. Selbst die IMA verstrickt sich manchmal diesbezüglich in leichte Widersprüche: Ich bekomme es leider nur noch grob aus dem Kopf zusammen, aber vor ein paar Jahren wurde ein Mineral anerkannt, welches wasserlöslich ist und das auf einer Stufe in einem Museum gefunden wurde. Wer garantiert, das sich diese Mineral nicht dadurch gebildet hat, das irgendwer mal einen feuchten Lappen auf der Stufe hat liegenlassen? Dagegen werden Bildungen aus z.T. jahrtausendealten Schlacken (Ethruskerschlacken, Laurion) ignoriert, da sie ja menschengemacht sind - passt irgendwo nicht. Ein Argument ist, da z.B. in Schlacken Stoffe zusammen gebracht werden, die auf natürliche Weise nicht zusammen kommen würden, z.B. Flussmittel. Dagegen kann man bei Bergbauhalden argumentieren, das dort mit der Zeit durch Sammler auch Fremdmaterial eingebracht wird bzw. durch den Bergbau selbst (z.B. Beton). Letztlich dürfte es nahezu unmöglich sein, da eine 100% wasserfeste Definition zu schaffen.

Aber: Bei einer Metalllegierung wie z.B. Messing, wo Metalle enthalten sind, die es in der Natur ohnehin nur extrem selten in gediegener Form gibt (z.B. Zink), sollte man sehr hellhörig sein. Ich persönlich würde sogar soweit gehen und diese Minerale generell in Frage stellen, außer, man kann wirklich und zu 100% Nachweisen, das dort keinerlei menschlicher Einfluß möglich war. Das geht eigentlich nur durch Anschliffe von frischen Erzproben o.ä. und nicht mittels irgendwelcher Halden- oder Seifenfunde. Kurz: Ich persönlich würde von soetwas die Finger lassen und erstmal nix glauben.

Ich habe selber jahrelang "Systematik" gesammelt und kenne den Wunsch, einen Haken an ein besonders seltenes Mineral zu machen. Ich bin aber zu der Erkenntniss gekommen, das es nur ein Haken auf einem Blatt Papier ist und der ist von eher theologischer als mineralogischer Natur, wenn ich nicht nachvollziehen kann, das es sich wirklich um besagtes Mineral handelt. Da ich nicht jedes Mineral auf seine Natur und Herkunft überprüfen kann/will, sammle ich nur Minerale, die ich auch visuell für mich selbst sicher genug einschätzen kann und die aus vertrauenswürdiger Quelle stammen (übrigens: Wenn man die Minerale dann doch überprüft erlebt man gerne mal die eine oder andere Überraschung). Damit kommt man naturgemäß weg von der Systematik, gibt aber dafür auch kein sauer verdientes Geld für Altmetall aus. Für 780 Euro kann ich mir nämlich einen Messingklumpen in die Sammlung legen, der wahrscheinlich durch die Decke bricht. Das meinte ich mit Geisteskrankheit.

Offline oliverOliver

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    • naja ....
Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #41 am: 19 Jan 20, 18:50 »
Zitat
vor ein paar Jahren wurde ein Mineral anerkannt, welches wasserlöslich ist und das auf einer Stufe in einem Museum gefunden wurde.

Da ergeben sich durchaus interessante Aspekte - als Typlokalität wird dann in so einem Fall vielleicht sogar das Museum geführt?  ;D
etwa: "Museum XY, Saal 11, Vitrine 15"  >:D >:D >:D

Offline cmd.powell

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Re: Tongxinit aus Deutschland ?
« Antwort #42 am: 22 Jan 20, 18:36 »
Zitat
vor ein paar Jahren wurde ein Mineral anerkannt, welches wasserlöslich ist und das auf einer Stufe in einem Museum gefunden wurde.

Da ergeben sich durchaus interessante Aspekte - als Typlokalität wird dann in so einem Fall vielleicht sogar das Museum geführt?  ;D
etwa: "Museum XY, Saal 11, Vitrine 15"  >:D >:D >:D

Wie gesagt, ist alles etwas länger her, das ich das gelesen hatte. Ich weiß leider nur noch, das ich mich damals doch etwas über diesen Umstand aufgeregt hatte. Deshalb ist es mir überhaupt im Gedächtniss geblieben. Ist sicher schon länger als 10 Jahre her...