Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien
Brodi69:
Lieber Martin
Du willst also ein Bild vom selbstleuchtenden Objekt das aussieht, wie ein Bild desselben Objekts, wenn es von aussen beleuchtet wird? Versteht es sich nicht von selbst, dass dies rein Lichttechnisch nicht geht, weil es am selbstleuchtenden Objekt keine Schatten geben kann. Oder habe ich in deinen Wunsch etwas falsch hineininterpretiert? Ich finde das Foto und die Kontraste sehr schön, gelungen und repräsentativ.
Liebi Grüessli
Christian
Lynx:
Hoi Christian,
Du verstehst mich da ganz falsch!
Das Problem sitzt ganz woanders. Tatsächlich ist es so, dass Deine Augen eine ganz andere Dynamik haben, als die Kamera. Du erkennst Nuancen der Helligkeit, und tatsächlich lassen sich Kanten normalerweise durchaus bei einem lumineszierenden Objekt sehen. Da gibt es Kontrast zwischen Flächen die direkt angeleuchtet werden und solche, die nicht direkt angeregt werden (wenn man unbedingt will, könnte man das "Schatten" nennen - ich würde das eher als Kontrast benennen). Oder solchen, die eben heller leuchten oder dunnkler. Also Strukturen sind eigentlich da. Das Problem wie gesagt sitzt ganz woanders.
Die Farben sind in diesem Fall quasi rein, reines Blau und reines Rot. Wenn die Helligkeit und der Kontrast eingestellt werden soll, kann eben nur der Blau- oder Rotkanal beitragen, da sonst die Farbe verstimmt wird. Tricksen geht kaum. Das Ergebnis ist weit weg vom direkten visuellen Eindruck.
Wenn die Stücke "bunter" sind - also etwas mehr Richtung orange oder grünblau gehen, dann wird das deutlich besser. Aber gerade die Kombination der reinen Grundfarben finde ich schwer zu bearbeiten. Im übrigen gilt das auch für manche Uranmineralien oder auch Willemit - das Grün lässt sich auch schwer anpassen.
Aber spielt doch einfach mal mit dem Originalbild, spannend ist zu sehen, was automatische Anpassungen der verschiedenen Programme daraus machen oder was es bringt, die Helligkeit quasi gleichmässig zu verteilen. Im Originalbild gibt es ja die Kanten und Kontraste, nur wie gesagt alles viel zu dunkel!
Grüße zurück
Brodi69:
Ok, dann also eher ein problem der Farbe...lässt sich das tatsächlich lösen?
Bin gerade in den Bergen, drum kann ich nicht mitüben...
Grüessli
Christian
Lynx:
--- Zitat von: Brodi69 am 31 Oct 25, 17:31 ---Bin gerade in den Bergen,...
--- Ende Zitat ---
Will auch! :-) geniess es!
Lynx:
Genthelvin
Hier stelle ich Euch Genthelvin von zwei unterschiedliche Fundorten vor, einmal von Argentinien und einmal von Kanada.
Zunächst das Stück mit grünblauem Genthelvin auf Hämatit vom El Criollo Pegmatit, Cerro Blanco, Córdoba, Argentinien. Bei Anregung mit 365nm Uv-Licht leuchtet Mn2+ in diesem Genthelvin grün auf. Bei kürzerer Anregung tut sich nichts - bei 310nm sehen wir nur die nicht ausreichend blockierten Reste des Anregungslichts, das im Bild blau erscheint: der spiegelnde Hämatit ist da schon ein schwieriger Partner im Bild.....
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Interessanterweise ändert sich das Bild deutlich bei 310nm-Beleuchtung. Jetzt leuchten die Genthelvin-Kristalle orangerot, wobei der dominante rote Beitrag von Fe3+ stammt. Zusätzlich sehen wir den Natriolith intensiv grün aufgrund der Emission von UO22+.
Beim Übergang zur kurzwelligen 275nm Beleuchtung ändert sich das Verhältnis der Beiträge von Mangan und Eisen - die Genthelvin-Kristalle erscheinen deshalb gelb. Eine noch höherenergetische (kurzwelligere) Anregung bei 255nm ist nicht mehr geeignet, die Eisen-Ionen anzuregen, übrig bleibt die grüne Emission von Mn2+, die auch schon bei 365nm zu sehen war. Dafür leuchtet nun bei dieser kurzen Wellenlänge der Albit deutlich erkennbar dunkelrot auf.
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