Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Mineralienbilder: Lumineszierende Mineralien
Lynx:
Stolzit
und eine Frage....
Dieser Stolzit, wunderbar montiert, kommt aus Frankreich, von Ste Lucie und luminesziert deutlich - bei 405nm deutlich orange von Sm3+ und bei 255nm gelb, wohl WO42-. Und die Acrylplatte leuchtet auch, genauso wie der Kleber. >:(
Reinigen geht damit auch nicht gut, im Wasser quillt der Kleber. Was meint Ihr - lieber abmontieren und mit Kitt o.ä. reversibel, reinigbar und eben aus-dem-Bild-entfernbar kleben, oder so lassen?
Gruß, Martin
Tageslicht - Beleuchtung KW UV 255nm - Beleuchtung 405nm
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Brodi69:
Was für ein Kleber wurde denn hier verwendet? Bei Heisskleber lässt normalerweise im Wasserbad die Klebeverbindung und das Objekt ist dann meist leicht abzunehmen. Um Reflexionen der Fluoreszenz des Klebers zu vermeiden, würde ich die Demontage empfehlen. Andernfalls würde ich als erstes eine Reinigung mit Druckluft versuchen, um den Staub zu entfernen, als zweite Variante kann die Reinigungspistole herhalten, evtl. nur kurz mit Wasser und gleich wieder trockenblasen. Dritte Variante empfehle ich eine Textilreinigungsflüssigkeit in der Reinigungspistole (Spezialmittel ohne Wasser, verdampft restlos).
Grüessli
Christian
Lynx:
Hoi Christian
--- Zitat von: Brodi69 am 17 Nov 25, 09:26 ---Was für ein Kleber wurde denn hier verwendet?
--- Ende Zitat ---
Ich vermute, dass das Heißkleber ist (hab das Stück so gekauft). Genau das würde ich tun - ins Wasser damit + Spüli, geht üblicherweise ganz gut.
--- Zitat von: Brodi69 am 17 Nov 25, 09:26 ---... Reinigung mit Druckluft versuchen, um den Staub zu entfernen...
--- Ende Zitat ---
Das ist immer der erste Schritt. Mittlerweile allerdings nur noch mit Blasebalg, da ich mir mit Druckluft aus der Dose schon Stücke versaut habe - zu viel Druck bzw. Dreck, der aus der Dose kam......
Nach dem Pusten bleiben aber immer Fussel übrig (die unter Betrachtung bei Tageslich meist nicht stören), verklemmen oder verkleben. Krümel, Insekten oder Pflanzenreste ebenso. Oder (erdige) Beläge. Oder Bruchstaub vom Formatieren. Oder Kitt/Kleberreste. Normalerweise sieht man sowas nicht wirklich - unter UV schon...
Reinigung im Ultraschallbad mit und ohne Zusätze ist der nächste Schritt, dann gezieltes Entfernen von leuchtendem Material mit der Pinzette, Spritzenkanüle, Kitt an Nadel o.Ä. unter UV am Mikroskop. Kaum bist Du damit fertig - Schwupp ist der nächste Fussel wieder da. Oder Abrieb vom Finger. Oder...?? Am liebsten habe ich es beim Stacking, wenn zwischen Bild 78 und 79 von 147 ein Fussel anlandet....
Ja, sauber machen fürs Foto unter UV ist mühsam. Vorallem, wenn der gutmeinende Vorbesitzer oder Händler das Stück wohlmeinend in Zeitungspapier/Klopapier/Watte oder so gepackt hat..... Und manchmal ist's unmöglich.
Aber kurzum. Deinem Statement entnehme ich - weg mit dem Acryl und dem Kleber.....
Gruß, Martin
Lynx:
Halit
Mit kurzwelligem UV (255nm) angeregt leuchtet dieses Stück Halit orange durch eingebautes Mn2+.
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Lynx:
Sellait und Villiaumit
Zwei Fluoride zum Vergleichen, einemal Villiaumit (NaF; hier von zwi Fundstellen, nämlich der Kola-Halbinsel und der Aris-Steinbruch) und zum anderen Sellait (MgF2) von der Grube Clara.
Villiaumit von der Kola-Halbinsel ist eher violett gefärbt, wobei die Farbe wohl von der Beleuchtungsquelle (Halogenlampe versus LED) abhängt und auch ins pinke gehen kann. Unter 365nm und kurzwelliger Anregung leuchtet dieser Villiaumit schwach tiefrot - kaum zu fotografieren. Bei 310nm Beleuchtung hingegen orange. Demgegenüber ist der Villiaumit vom Aris-Steinbruch (links außen am Stück und etwamittig) eher rötlich-pink und leuchtet bei 365nm in einem dunkleren Rot als das Orange dess umgebende Materials (vermutlich Sodalth-Gruppe). Bei 310nm Anregung zeigt dieser Villiaumit eine intensive, gelbe Lumineszenz.
Villiaumit Kola Halbinsel; Beleuchtung Halogenlampe - Weisslicht-LED - 310nm
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Sellait mit Fluorit von der Grube Clara, hier die Bruchflächen eines auseinandergeschlagenen etwa faustgroßen Brockens, zeigt ein interessantes Verhalten.
Bei 365nm dominiert die blaue Emission (Eu2+), wie sie für Fluorit typisch ist.Bei 310 nm Anregung kommen noch grünliche Bereiche dazu, in denen wohl Uranyl-Ionen zur Lumineszenz beitragen. Noch deutlicher sieht man das dann bei 275nm Anregung. Ein ganz anderes Bild ergibt sich bei 405nm Beleuchtung: dann nämlich leuchtet das Stück intensiv gelb - hier luminesziert Mn2+ im Sellait.
Dies ist ein Beispiel, an dem zu sehen ist, warum auch längerwellige Anregungen außerhalb des UV-Bereich relevant sein können.
Sellait und Fluorit. Beleuchtung Halogenlampe; darunter 365nm (links), 310nm (rechts) darunter 275nm (links) 405nm (rechts)
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