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Synthetische Diamanten

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Fabian99:
Hallo Markus,

es hat mir keine Ruhe gelassen, so früh am Morgen im Homeoffice.
Scheinbar haben wir beide recht! Die Härte des Diamanten hängt vom Stickstoffgehalt ab. Der war anfangs ein Problem, bis meines Wissens Al der Nickelschmelze zugesetzt wurde. Da bildet sich unlösliches AlN und der Stickstoff war gebunden.

Ein Vergleich aber uralt:
Structures and Mechanical Properties of Natural and Synthetic Diamonds
https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi.ntrs.nasa.gov/19980210770.pdf

genauso alt:
Mechanical properties of different types of diamond
http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.546.6019&rep=rep1&type=pdf

Aber die Frage geht für mich in die Richtung: Ist ein Soja-Würstchen Fleisch? Gibt es Vegi-Schnitzel? Und da hat jeder eine "richtige" Meinung.

LG - jemand der auch synthetisches Glitzern mag

steinfroilein:
Geht es um den Rohling (als Sammlerstück) oder um den fertig geschliffenen Stein?

Meine Meinung:
Man muß einfach nur unterscheiden. Natürlich ist echt und das andere ist synthetisch gezüchtet.

Zu den fertig geschliffenen Steinen (im Schmuck und lose):
Der preisliche Unterschied liegt momentan bei 30-50% bei geschliffenen Steinen je nach Anbieter und da es verschiedene Herstellungsverfahren gibt, werden andere Synthesen preislich in  etwa gleichliegen, derzeit sind diese sogar noch teurer in der Herstellung (beispielsweise die Freiburger synthetischen Diamanten sind noch nicht für Massenschmuck am Markt).
Hier also zuerst die Frage, welche "synthetischen Diamanten" gemeint sind.
Momentan sind meist nur HPHT-Synthesen (in Mengen) auf dem Markt. Die Anbieter konkurrieren über den Preis (und unterbieten sich gegenseitig).

Im Fancy-Bereich sind Synthetische noch günstiger als ihre in der Natur vorkommenden Ebenbilder.

Nun zu den Diamanten im Detail. Es gibt Diamanten vom Typ 1a Typ 1b und Typ 2a und Typ 2b. Im Synthesenbereich gibt es, soweit ich weiß, statt deren 4 nur 3. Innerhalb dieser kann man auch Unterschiede erkennem. Aber das geht dann wohl zu tief in die Gemmologie ....

Wie auch seinerzeit beim synthetischen Moissanit als Diamantersatz wird der Preis beim synthetischen Diamant (noch) künstlich hochgehalten. Im second hand Markt merkt man es bereits krass. Die Synthese ist nahezu gleich Null in der Bewertung und der natürliche Diamant richtet sich auch weiterhin preislich an der Rapaport-Liste.

Will heißen: der Wert beim natürlichen Diamanat wird (s)einen Wert (be)halten (steigern, fallen, je nach Wirtschaftslage) und der synthetische Diamant wird preislich (je nach Konkurrenzverhalten) immer mehr preislich verfallen.

Zu "warum kauft sich wer welchen": zum einen gibt es Sammler, zum anderen macht der (Schmuck- und Edelstein)Markt auch vor Synthesen, Kunstprodukten und Imitationen nicht halt. Da gibt es Befürworter und Gegner. Im Edelsteinbereich sind Synthesen Gang und Gäbe. Wer es mag und wer es sich leisten kann, greift zu natürlichen Steinen. Wer es mag und oder sich nichte Echte leisten kann, greift zu Synthesen und Co.

Übrigens ist der amerikanische Markt Synthesen gegenüber viel offenen als Deutschland bzw Europa.

"Original von höchster Qualität" - das stimmt nicht für synthetisch Diamant. Der Synthetische ist kein Original und darf so weder verkauft noch beworben werden. Es gibt Verkaufsrichtlinien, die besagen, daß synthetische Steine auch als solches (eindeutig) deklariert werden müssen. Wer hier den CIBJO-Richtlinien kritisch gegenüber steht, der lese sich in der DIN EN ISO 18323 (Schmuck-Kundenvertrauen in die Diamantindustrie) ein.

Zu den Einschlüssen: auch synthetische Diamanten können Einschlüsse haben und sind nicht immer rein weiß. Die Gemmologie kennt hier die gleichen Bewertungskriterien wie auch bei den natürlichen Diamanten.

So wie synthetische Diamanten richtig deklariert werden müssen, so sollten auch die Rondisten der Steine entsprechend mit "laboratory grown" oder "LG" gelasert sein. Daher sind auch die Zertifikate farblich anders gehalten.

Siehe Foto eines synthetischen Diamant unten.

felsenmammut:
Glück Auf! Fabian,

Danke für die Literatur. Syntetische Diamanten haben deutlich höhere Eigenspannungen (wahrscheinlich auch stark abhängig von Herstellungsverfahren). Die machen sich natürlich deutlich bemerkbar bei der weiteren mechansichen Be-/Verarbeitung.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Fabian99:
Hallo,

ja das passt du der Erklärung beim Läppen und Sägen.
Die synthetischen brechen kleine Ecken aus und es bleiben zwei schneidende Nasen. Der Natürliche ist empfindlicher und spaltet zu Unterkorn. Da die passende Mischung aus tragendem Film und Diamant zu finden kann schon heftig sein.

Auf der anderen Seite habe ich mal mit einem Hersteller für Maschinen der Halbleiterbearbeitugn gesprochen. der kaufte stets synthetische Einkristall Diamanten, im 0,x ct-Bereich, eines Herstellers und schliff sie selbst in Form, ähnlich eines Abrichtdiamantens. Da war die Standzeit unter ideal gleichen Bedingungen echt massiv unterschiedliche Standzeiten. Also die Abweichungen sind deutlich.

Das noch zusammen mit dem N-Gehalt, das macht schon Sinn! Danke für deine Anmerkungen, ich hab mal wieder was gelernt.

LG

SabrinaFuchs:
Vielen vielen Dank für die ausführlichen Antworten.  :)

Ich habe einen Artikel gelesen, dort wurde berichtet das De Beers jetzt auf synthetische Diamanten setzt und damit den Markt überflutet. Die These besteht darin, dass die Diamanten aus dem Labor eben so stark funkeln wie die natürlichen originale. Was aus dem Labor kommt, ist absolut rein. Insofern (und das meinte ich mit überlegen) sind die Labor Diamanten reiner und reflektieren einen höheren Anteil des einstrahlenden Lichts.

Nun wurde ja bislang die Reinheit (neben anderen Paramentern) zur Bemessung des Wertes herangezogen. Wenn in diesem Punkt die synthetischen Produkte überlegen sind und die synthetischen dabei sogar günstiger in der Produktion, dann könnte der Markt darauf reagieren. Um dem entgegen zu wirken, könnte in Zukunft das Alter als Parameter der Wertermittlung einfließen. Damit hätten die natürlichen Originale wieder die Nase vorn.

Anlass für diese zwei Fragen und die These (Alter?) war der erwähnte Artikel über De Beers.

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