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Autor Thema: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?  (Gelesen 463 mal)

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Offline mecki

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Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« am: 26 Jun 20, 17:57 »
Hallo an alle,

kann mir jemand sagen, welcher Stein das ist? (Foto)
Sehr dunkel, glänzt sehr stark in der Sonne. Meistens sehr gleichmäßig geformt, sehr schöne saubere Rundungen (ohne Dellen, Beulen, Eindrücke, Abbrüche usw. .
Liegt in großen Mengen und allen Größen an der Ostseeküste nahe Nienhagen/Rostock.

Ein Magnet bleibt daran kleben, was wohl auf Metall hinweist, ebenso wie der Glanz.

Der Glanz ist nicht so wie beim schwarzen Feuerstein bzw. Flint, sondern eher ein Funkeln, Glitzern. Kann man auf dem Foto nicht erkennen und sieht man nur, wenn die Sonne drauf scheint.

Der Stein fühlt sich zwar angenehm glatt an, man spürt aber Unebenheiten, wenn man nur leicht mit einem Finger drüber fährt.
Durch die Lupe sehe ich ganz viele dichte parallele Linien über den ganzen Stein gezogen.

Die Dichte habe ich gemessen mit 3,03

Unter http://www.cms.fu-berlin.de/geo/fb/e-learning/petrograph/tabellen/mineraldichte.html steht für Dolomit ein Dichte Wert von 3,00

Unter https://www.chemie.de/lexikon/Gesteinsdichte.html stehen folgende Dichte Werte:
Quarzdiorit 2,68–2,96
Diorit 2,72–2,96
Gabbro 2,75–3,10
Dolomit 2,3–2,95
Basalt 2,9–3,15
« Letzte Änderung: 27 Jun 20, 19:50 von mecki »

Offline mecki

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #1 am: 27 Jun 20, 13:54 »
Ich habe noch ein paar Bilder gemacht.
Was meint ihr, was könnte das für ein Stein sein?

In der Datenbank-Suche habe ich mit den Stichworten schwarz und Metallglanz leider nichts gefunden.
Auf einer Webseite habe ich gelesen, dass auf jeden Fall Magnetit im Stein enthalten ist, wenn ein Magnet dran kleben bleibt.

Auf strand-und-steine.de hat ein Foto von einem Dolerit ziemliche Ähnlichkeit mit meinen Steinen. Könnten meine Steine Dolerite sein?
Vielleicht ein Gabbro? Soll grobkörniger sein als Basalt. Also vielleicht ein Basalt?
Vielleicht ein Diabas? Ist das gleiche wie Dolerit?
« Letzte Änderung: 27 Jun 20, 14:43 von mecki »

Online guefz

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #2 am: 27 Jun 20, 15:01 »
Das mit dem Magnetit ist richtig recherchiert, der wird fein verteilt einen Teil der dunklen Stellen bilden. Für die genaue Gesteinsbezeichnung müsste mal einer der Geschiebesammler draufschauen.

bis denn

Günter

Offline felsenmammut

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #3 am: 29 Jun 20, 21:16 »
Glück Auf!

Erst ein mal ein Lob für die guten Fotos und die ausführliche, hilfreiche Beschreibung. Das motiviert zur Antwort.

Gabbro dürfte eine recht treffende Bezeichnung sein. Er enthält viel Plagioklasfeldspat - ein meist weißer bis farbloser Feldspat. Neben Feldspat ist viel Amphibol/Hornblende enthalten. Diese geben dem Gestein eine dunkelgraue bis schwarze Färbung. Gabbro enthält auch häufig Magnetit. Bereits kleine Mengen fein verteilten frischen Magnetits lassen einen Magneten an der Oberfläche haften. Je mehr Magnetit enthalten ist, um so stärker haftet ein Magnet. Quarz ist kaum bis garnicht enthalten.

Es gibt weitere Gesteine, die zu den Bildern und der Beschreibung passen würden, z.B. Diorit, Granodiorit, Dolerit, Diabas. Eine genaue Zuordnung der Fundobjekte würde aber eine präzise Bestimmung der Minerale und deren Mengenanteile erfordern. Eine petrographische Analyse würde diese Daten liefern. Nun sind einige Gesteinsbezeichnungen aber nicht nur an den Gefügeaufbau gebunden, sondern berücksichtigen auch die Entstehungsgeschichte des Gesteins. Da der geologische Zusammenhang der Entstehung der gefundenen Steine fehlt, stößt man hier an Grenzen. Eine andere Möglichkeit ist zu Zuordnung zu einem Leitgeschiebe. Ein Leitgeschiebe kann einem genauen Herkunftsgebiet und damit auch zu einem bekannten geologischen Entstehung zugeordnet werden. Die Bezeichung kann meist dann aus der Literatur entnommen werden. Das dürfte hier aber wohl nicht gelingen, da derartige dunkle grobkristalline Gesteine an vielen Stellen Skandinaviens vorkommen und eine große Vielfalt an Gestein(sbezeichnung)en darstellen. So bleiben noch die statistischen Methoden einer Zuordnung zu einem Herkunftsgebiet. Der Aufwand ist aber enorm, viel Erfahrung und viel Geschiebewissen unerlässlich und trotzdem der Erfolg nicht garantiert.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline mecki

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #4 am: 29 Jun 20, 22:06 »
Vielen Dank felsenmammut und guefz!
Freue mich sehr über die ausführliche Antwort.

Dann sind es also die Plagioklase-Kristalle, die das Sonnenlicht reflektieren und für den Glitzer-Effekt verantwortlich sind?
Schön, dass ich nun endlich mal einen Namen und einige alternative Namen habe, die mir beim Recherchieren weiterhelfen können.

Offline felsenmammut

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #5 am: 29 Jun 20, 23:19 »
Glück Auf!

Die grobkörnigen Amphibole/Hornblenden und auch der Magnetit tragen auch ihren Teil beim Glizzern bei. Man kann mit den hellen Stellen noch einen Härtetest machen, um Herauszufinden, ob da viel Quarz dabei ist. Bei Anwesenheit von viel Quarz verschiebt sich die Bezeichnung zum Granodiorit/Diorit. Quarz lässt sich auch mit einem guten Stahlwerkzeug nicht mehr ritzen, der Feldspat aber schon noch. Der Quarz ritzt zudem Glas, der Feldspat ritzt kein Glas. Schwierig ist der Härtetest (Mohshärte, https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%C3%A4rte?redirectfrom=Mohsh%C3%A4rte&memberid=) bei Gesteinen immer, da die einzelnen Minerale gerne ineinander verwachsen vorliegen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline mecki

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Re: Wie heißt der schwarze glänzende Stein ?
« Antwort #6 am: 30 Jun 20, 09:24 »
Die grobkörnigen Amphibole/Hornblenden und auch der Magnetit tragen auch ihren Teil beim Glizzern bei.
Ich habe mir den Stein und das Glitzern unter der Sonne noch mal genauer angesehen.
Es sind gar nicht die hellen Stellen, die funkeln, es sind dunkle Stellen und die sind sehr glatt.
Es snd demnach wohl eher Magnetit und/oder Hornblende, die das Glitzern verursachen. Und weil Magnete am Stein haften, ist Magnetit ja wohl ganz sicher enthalten.


Man kann mit den hellen Stellen noch einen Härtetest machen, um Herauszufinden, ob da viel Quarz dabei ist. Bei Anwesenheit von viel Quarz verschiebt sich die Bezeichnung zum Granodiorit/Diorit. Quarz lässt sich auch mit einem guten Stahlwerkzeug nicht mehr ritzen, der Feldspat aber schon noch. Der Quarz ritzt zudem Glas, der Feldspat ritzt kein Glas. Schwierig ist der Härtetest (Mohshärte, https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%C3%A4rte?redirectfrom=Mohsh%C3%A4rte&memberid=) bei Gesteinen immer, da die einzelnen Minerale gerne ineinander verwachsen vorliegen.
Das ist sehr nützlich, das zu wissen. Ich weiß bisher kaum etwas über Mineralien, was sich aber natürlich ändern soll. Ich habe nämlich erst vor kurzem erkannt, wie faszinierend und vielfältig Steine sind.

Vielen Dank für deine Hilfe !

 

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