Gesteine / Rocks / Rocas > Deutschland / Germany
Lydit Kiesgrube Eisenhüttenstadt
karlov:
Moinmoin,
die Bezeichnung Lydit ist an eine bestimmte Gesteinsgenese gebunden, dass es nämlich in der Hauptsache aus Radiolarien aufgebaut ist (Lydit = paläozoischer Radiolarit). Dies ist hier aber nicht erkennbar. Besser wäre die allgemeinere Bezeichnung Hornstein oder Chert für dichte, massige und quarzreiche Gesteine mit scherbigem Bruch. Landläufig werden solche schwarzen Gesteine, die mit Milchquarz verheilte Risse aufweisen, trotzdem als Lydit bezeichnet, weil sie hnen sehr ähnlich werden können.
Hast Du denn mal die Körnigkeit untersucht? Ist das Gestein dicht oder sind mit der Lupe einzelne Körner unterscheidbar? Es könnte sich dann auch um ein verkieseltes, von Quarzadern duchzogenes Sedimentgestein handeln, wie es ebenfalls in paläozoischen Schichten (z. B. Ordovizium) nicht selten vorkommt (südliche Herkunft des Fundes vorausgesetzt).
Grüße,
karlov
Marianka:
Hallo Karlov.
Mit der Lupe sind keine Körnchen zu erkennen. Ich habe ihn jetzt angebohrt. :-[
Es ist sehr feines, weißes bis leicht rosa farbenes Material. Wenn es jetzt kein Abrieb vom Bohrer war, dann glitzert es auch minimal. Ein Säuretest verlief negativ.
felsenmammut:
Glück Auf!
Was war das für ein Bohrer? Ein Diamantbohrer? Das führt mich auch wieder zum Anfang der ganzen Diskussion. Warum gibst Du die Härte mit 5 an, wenn es sich nicht mit dem Messer ritzen lässt? Wenn es sich nicht mit dem Messer ritzen lässt, wäre man bei mindestens Mohshärte 6 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/H%C3%A4rte?redirectfrom=Mohsh%C3%A4rte&memberid=). Zur Kontrolle sollte dann (üblicherweise) aber etwas metallischer Abrieb vom Messer zu finden sein (zumindest mit der Lupe). Aber ich will den Härteangabe nicht überbewerten. Härtebestimmung an Gesteinen ist immer eine zwiespältige Angelegenheit. Gesteine enthalten oft verschiedenen Minerale und die Bindung zwischen den einzelnen Mineralkörnern spielt auch mit rein.
Diamantbohrer bohren Quarz und hinterlassen ein weißes oder halt farblich pigmentiertes Pulver. Diverse Hartmetallbohrer wären auch in der Lage Quarz zu bohren, aber wohl nicht im Dauerbetrieb, da eine scharfe Schneide erhalten bleiben muss. Erheblich länger bohren sie aber beim Schlagbohrbetrieb. Der Abrieb wäre wieder ein weißes Pulver + eventuelle farbliche Pigmentierung.
Vom Aussehen her hätte ich den auch in die Lydit/Radiolarit-Schublade gelegt. Die Angabe "nicht mit dem Messer ritzbar" spricht dafür und die sich im Bild 20200704_074508 abzeichnenden halbkreis- bis kreisförmigen Schlagnarben passen auch dazu. In der nördlichen Oberlausitz sind rundgelutschte Lydite/Radiolarite Massenware. Diese Gesteine haben üblicherweise keine nennenswert magnetisierbaren Bestandteile. Es gibt also keine Reaktion auf einen Magneten. Alternativen wie Amphibolith, Basalt, Diabas können Quarzbänder enthalten, enthalten aber häufig auch Bestandteile, die mehr oder weniger deutlich auf einen Magneten reagieren. Da Lydit/Radiolarit fast nur aus Quarz besteht, ist deren Dichte dem Quarz sehr ähnlich. Der ganze Stein sollte also eine Dichte von etwa 2,65 kg/l bis 2,7 kg/l haben. Amphibol/Diabas, Basalt liegen über 3,0 kg/l. Mit den Quarzgängen im diskutierten Fundobjekt wird es etwas weniger. Geschätzt sinkt die Gesamtdichte vielleicht auf 2,9 kg/l. Ob der Unterschied signifikant ist, hängt an der verfügbaren Messgenauigkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut
Marianka:
Hallo Felsenmammut
Ich beschäftige mich seit 2 Wochen mit dem Thema Steine, Mineralien und Fossilien. Es ist momentan noch nicht so einfach alles präzise anzugeben.
Nun zum Stein.
Er lässt sich nicht mit einem Messer ritzen. Bei dem Versuch blieb ein metallischer Abrieb zurück.
Ebenso reagiert er nicht auf einen Magneten.
Am Stein (im orangefarbigen Bereich) war eine Vertiefung, die ich gleich mal ::)zum bohren nutzte. Aber nur angebohrt und ein sehr kleines Loch. Werkzeug war ein Steinbohrer. Vielleicht war es nicht tief genug. Es ließ sich aufgrund der Größe des Steines schwer händeln.
Für eine genaue Bestimmung müsste ich den Stein durchschneiden. Doch dafür ist er mir zu schön. 8)
LG
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