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Autor Thema: Chalcedon oder Opal?  (Gelesen 661 mal)

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Offline karlov

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Chalcedon oder Opal?
« am: 31 Jul 20, 23:08 »
Moinmoin,
sammelt wohl keiner mehr, der Stille hier im Forum nach zu urteilen?  ;)
Ich überlege, um welche Bildungen von sekundärem Quarz es sich in diversen verkieselten Sedimentärgeschieben handeln könnte. Sowohl Chalcedon als auch Opal können massig ausgebildet, durchscheinend und von milchiger, leicht bläulicher Farbe sein. Chalcedon ist mikrokristalliner Quarz, Opal amorph und wasserhaltig. Aber das sieht man ja nicht ohne mikroskopische Untersuchungen. Schulz 2003 schreibt, dass im Feuerstein bläuliche Linsen von Milchopal vorkommen können. Plausibel, wenn man voraussetzt, dass Feuerstein aus Chalcedon, Moganit und Opal besteht. Ähnliche bläuliche Sekundärmineralisationen habe ich im ockergeleben Hornstein und in einem Crinoidenkalk gefunden. Chalcedon oder Opal, Argumente für das eine oder andere? Oder von Hand nicht bestimmbar?

Grüße,
karlov

Offline karlov

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #1 am: 31 Jul 20, 23:11 »
Feuerstein mit Milchopal, Kiegrube Fresdorfer Heide b. Potsdam.

Ockergelber Hornstein, polierte Schnittfläche, Kiesgrube Grabow/Wendland/Niedersachsen.

Crinoidenkalk, mit bläulichem Quarz verheilte Risse; Kiesgrube Hohensaaten/Brandenburg.

(Fehlende Bilder folgen Morgen, Upload will gerade nicht so, wie ich will)
« Letzte Änderung: 31 Jul 20, 23:17 von karlov »

Offline oliverOliver

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #2 am: 01 Aug 20, 00:20 »
hmm das ist/wird nur nach Foto schwierig.
Beim ersten Bild würde ich aber "rein aus dem Bauch heraus" eher Chalcedon als Opal vermuten. Die Härte liegt ja leider auch nicht sehr weit auseinander, aber manchmal konnte ich doch bei ähnlich fraglichen Stücken mittels Ritztest (Stahl) Argumente für oder gegen Opal sammeln.

Offline harzgeist

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #3 am: 01 Aug 20, 17:42 »
 Opal gibt beim Erhitzen/Glühen Wasser ab und wird sich je nach Wassergehalt mehr oder weniger verändern, trüb(er) werden. Opal hat auch (meist) einen Glasglanz auf den Bruchflächen, während Chalcedon eher Seidenglanz aufweist. Ist aber auch kein sicheres Zeichen, hängt von den Verunreinigungen ab.

Offline alfredo

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #4 am: 01 Aug 20, 21:27 »
Brechungsindiz Unterschied: Opal 1.445, Chalcedon 1.55
ist gros genug um mit blose Auge sichtbar zu unterscheiden wenn mann ein Körnschen des Minerals in Pulver zerdruckt und in ein optisch dichte Flüssigkeit einlegt wie zum Beispiel Eugenol oder sogar konzentrierte Zuckerwasser.

Offline seisteff

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #5 am: 02 Aug 20, 01:46 »
Hallo Karlov

Rein Optisch gesehen würde ich sagen , kein Opal!

Grüße seisteff

 

Offline karlov

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #6 am: 02 Aug 20, 03:23 »
So, hier die fehlenden zwei Bilder:

Offline Sargentodoxa

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #7 am: 02 Aug 20, 18:01 »
Hallo Marc
Diese Frage hab ich mich schon 2001 bei folgendem Stück gestellt:
Fo: Kg. Zeischa bei Elsterwerda
      alttertiärer Bryozoenflint mit Schwammreste
Diagnose damals: Nicht Opal sondern Chalcedon und lavendelblauer Hornstein. Interessant auch, das die Schwamm-Nadeln pyritisiert sind.
Bild 01 Außenansicht, 02 Schnitt nach 10mm und der nächste Schnitt nach 10cm. Werner aus der Lausitz

Offline karlov

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #8 am: 03 Aug 20, 09:49 »
Moinmoin,
danke für die Antworten. Ja, vonHand/makroskopisch ist die Unterscheidung schwierig, vor allem, wenn es um nicht-destruktive Untersuchungsmethoden geht. Auch Chalcedon kann einen Seidenglanz besitzen. Brechungsindex ist ja eine interessante Variante. Leider habe ich kein Refraktometer ;-) Interessant wäre, ob jemand schonmal in dem einen oder anderen Gesteinstyp untersucht hat, ob es sich um Chalcedon oder Opal handelt.
Lavendelblauer Hornstein: ist ja auch "nur" eine Art der Verkieselung, meines Wissens nach in aridem Klima durch Bildung von Chalcedon. Dein Fund sieht aber eher nach einem hellen und bryozoenreichen (Dan-)Feuerstein aus und zeigt nicht die grauviolette oder graublaue Gesamtfärbung der sog. "Lavendelblauen Hornsteine". Die meisten von denen, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe (eimerweise Material aus Seese-Ost), sind wirklich grauviolett und besitzen eine stumpfe, nicht glänzende Oberfläche. Allerdings gibt es wohl verschiedene Generationen dieses Hornsteintyps.
Chemisch gesehen könnte für das Vorhandensein von Chalcedon in Feuerstein die nicht seltene Paragenese mit Quarz ("Bergkristalle" als letzte ausgeschiedene Generation) sprechen, schön zu sehen an diesem Geschiebefund aus der Slg. Bennholt im Museum Fürstenwalde:

("Chalcedon-Kruste in einer Seeigelschale; Geschiebe von Damsdorf-Mücheberg, leg. O. Walter, ca. 1927")

Offline Sargentodoxa

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #9 am: 03 Aug 20, 11:30 »
Hallo Marc
Ich hatte ja schon alttertiärer Bryozoenflint geschrieben (Schließt ja Dan mit ein). Ich beschäftige mich eher mit dem Fossil-Inhalt und weniger mit Mineralogie bzw. Gesteine. Deshalb mein Irrtum, das die blaue Färbung in verschiedenen Siliziten immer auf lavendelblauen Hornstein zurückzuführen ist. O.k. wieder was dazu gelernt.
Im übrigen tolles Bild mit dem Faunen-Inhalt des ockergelben Hornsteins. Ich konnte in langjähriger Sammeltätigkeit bisher in der Niederlausitz nur 2 Stücke finden.
An bei noch 2 Bilder:
Bild 1 - jetzt ein "echter" lavendelblauer Hornstein - Seeser Geröllgemeinschaft  Fo: Tgb. Schlabendorf-Süd / Porifera: Aulocopium sp.
Bild 2 - oberkreide Flint (nun) mit hellblauen Chalcedon  Fo: Dranske (Rügen)      Porifera (Schwamm-Rest)
LG Werner aus der Lausitz

Offline oliverOliver

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #10 am: 03 Aug 20, 13:20 »
Zitat
So, hier die fehlenden zwei Bilder:

Auch hier würde ich Chalcedon vermuten. Beim gelben Hornstein scheint ja im Kern der kleinen achatartigen Bildung wider eine Mini-Druse mit Quarz-xx zu sein ??? (leider lässt sich das Bild nicht vergrößern).
Und beim Crinoidenhornstein spricht (für mich) der gesamteindruck gegen Opal.

Offline karlov

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Re: Chalcedon oder Opal?
« Antwort #11 am: 04 Aug 20, 16:29 »
@Werner: Ja, diese ockergelben Hornsteine sind selten. Evtl. kennt ein Sammler ja lokale Häufungen von dem Zeug? Und irgendwo muss es auch anstehen (wo, ist meines Wissens nach unbekannt).
@oliverOliver: Ja, bei den Vermutungen war ich ja auch schon. Interessant wäre, ob das Material mal jemand mineralogisch untersucht hat. Ja, die Mini-Druse mit Quarz xx spricht eher für Chalcedon.

Grüße,
karlov