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Augit aus der Eifel?

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Horne:
Hallo,

in der Eifel, am Eichholzmaar bei Steffeln, war ich überrascht, dort auf dem Pfad um den See diese schwarzen Kristalle zu finden.
Es sollte doch Augit sein?

Viele Grüße

Günter Blaß:
Hi Sven,

sollte nach Morphologie und Ausbildung ein Klinopyoxen-Mineral sein. Ob Augit oder ein anderes ist visuell  unmöglich genauer anzugeben!!
Es sei denn, es gibt von diesem Fundort Literatur zur genaueren Zusammensetzung der Klinopyroxene. Ist mir aber momentan nichts bekannt.
Gruß
Günter Blaß

felsenmammut:
Glück Auf!

Bild 2 sieht schon verdächtig nach einem Klinopyroxen (z.B. Augit) aus. Bei einigen anderen Kristallen könnten auch Amphibolgruppenminerale in Frage kommen. Besonders markantes Erkennungsmerkmal gegenüber den Klinopyroxenen ist die gute Spaltbarkeit. Es bestehen zwei Spaltebenen mit einem Winkel von etwa 120° bei den Amphibolen. Sind solche Spaltwinkel zu beobachten ist die Amphibolzuordnung recht sicher. Klinopyroxene weisen häufiger eine parallel orientierte Teilbarkeit auf. Diese ist auf den ersten Blick ähnlich einer Spaltbarkeit. Bei genauerem Betrachten, z.B. mit einer Lupe, erkennt man aber den unregelmäßigen, muscheligen Bruch, der in diesem Fall dann für Pyroxen spricht. Weiteres Merkmal, um Pyroxen und Amphibol auseinanderzuhalten ist der äußere Querschnitt. In Längsrichtung weisen die Pyroxene Winkel von etwa 45° (bzw. 135°) und 90° auf. Bei den Amphibolen sind es Winkel um die 60° (bzw. 120°). Weiterhin haben die Kopfflächen bei Pyroxenen häufig zwei oder vier Flächen. Amphibole haben häufig 3 Flächen. Bei Bruchstücken und stark gerundeten Kristallen sind diese Merkmale schwerer zu beurteilen. Zwillingsbildung, Verwachsungen und verzerrtes Kristallwachstum können das Erkennen der Unterscheidungsmerkmale zusätzlich erschweren.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Horne:
Vielen Dank euch beiden!

Dann scheint es eher ein Amphibol zu sein. So weit ich das erkenne haben die wenigen erhaltenen Köpfe drei Flächen. Es scheinen mir vorwiegend Winkel von 120° vorzuherrschen, aber auch 90° Winkel sind dabei. Die Kristallflächen sind aber doch eher muschelig, unregelmäßig.  Für mich als Laie ist das sehr spannend.
Da ich mich eigentlich mehr mit archäologischen Funden beschäftige, und schon etliche aus Amphibolit geschliffene Steinbeile finden konnte, schließt sich da irgendwie ein Kreis.

Viele Grüße

Horne:
Hier als Nachtrag zwei in Zitronensäure von der Matrix befreite Kristalle.
Der Erste ist ein Doppelender, wenn auch nicht perfekt ausgebildet. Interessant finde ich die Oberflächenbeschaffenheit.

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